Lokalsport

Grausame 15 Minuten werden den Knights zum Verhängnis

Der erste Versuch war schon mal nichts: Im ersten von zwei Schicksalsspielen gegen vermeintlich schlagbare Gegner unterlagen die Kirchheim Knights bei Kickz München Basket 57:71 (28:36).

MAX DANIEL

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MÜNCHEN Absolut grausame 15 Minuten kosteten den Kirchheimer Zweitliga-Basketballern am Sonntagnachmitag in der allerdings nicht zweitliga-tauglichen Turnhalle an der Dachauer Straße den erfolgreichen Start ins neue Jahr. Vor der 15. Minute spielte die Mannschaft auch nach Ansicht von Coach Pasko Tomic "ganz ordentlich", lag knapp 26:27 hinten. Doch am Ende des dritten Viertels war das Spiel nach 13:28-Punkten zugunsten des Mitaufsteigers beim Stand von 39:55 entschieden.

Wie konnte es zu diesem Zusammenbruch vor allem der Offensive kommen? Tomic sieht es so: "Wir haben einfach nicht mehr das gespielt, was wir die ganze Woche über besprochen haben. Wir waren nicht mehr in der Lage, kontrolliert Basketball zu spielen." Mit zunehmendem Rückstand wurden die Aktionen kopfloser, die Systeme wurden immer schlampiger gespielt, kaum mehr freie Würfe wurden herausgespielt. Noch einmal Tomic: "Wenn wir keine richtigen Blöcke mehr stellen, kommt das dabei heraus."

Dazu kam, dass München in der zweiten Hälfter defensiv eine Schippe drauflegte, viel aggressiver zu Werke ging und die Kirchheimer unter diesem Druck ihr Konzept verloren. Eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielte Münchens neuer Center Jon Rogers. Er blockte im dritten Viertel drei Würfe und verunsicherte die Knights zunehmend, sodass der Weg zum Korb immer seltener gefunden wurde. Tomic: "Genau so ein Mann hat uns gefehlt. Er macht einfach das, was er kann, und das sehr gut." Rogers kam nur auf zwölf Punkte, war aber eine immer bedrohliche Präsenz in der Zone.

Zurück zum Spiel: Schon vor dieser schlimmen Viertelstunde war nicht alles perfekt wenn es das nur annähernd gewesen wäre, hätte der VfL in Führung liegen müssen. Dass dem nicht so war, lag auch an den katastrophalen Brettern in der Münchner Halle. Leider gibt es keine Regel, inwieweit der Ball von einem Basketballbrett abspringen muss, aber bei dieser Anlage blieb die Kugel, wenn man sie von vorne dagegen warf, praktisch kleben und tropfte dann nach unten, und wenn man sie von der Seite warf, glitschte sie weg.

Genau zehn sichere Korbleger versiebten aus allein diesem Grund die Knights an jenem Nachmittag nicht einberechnet jene, die aus Verunsicherung verworfen wurden. Und die Kirchheimer Fans, die ihr Team wie immer von der ersten bis zur letzten Minute anfeuerten, ahnten genau wie die Spieler, warum selbst Spitzenteams wie Chemnitz und Kaiserslautern hier verloren haben.

Dennoch müssen sich die Knights an die eigene Nase fassen: Hier wäre mehr möglich gewesen. Tomic: "Fakt ist, dass der letzte Biss bei einigen gefehlt hat. In München ist es sicher schwer zu gewinnen, man muss fast perfekt spielen und das haben wir gewiss nicht. Aber wenn dann noch Herz und Kopf nicht zu hundert Prozent dabei sind . . ." Man kann nur hoffen, dass das am kommenden Samstag gegen Mainz anders ist.

Stenogramm

VfL Kirchheim Knights: Burnette (17, 5:10 Würfe, 7:10 Freiwürfe, 4 Steals, 29:52 Min.), Goehrke (7, 3:4 W., 11 Rebounds, 24:49 Min.), Jorgusen (0:8 W., 0:4 Dreier, 25:53 Min.), Hountondji (3:07 Min.), Karamatskos (1, 0:2 W., 3 Reb., 4 Ballverluste, 16:00 Min.), Klemm (6/1, 2:5 W., 5 Reb., 27:00), Kranz (8/2, 2:8 Dreier, 29:05 Min.), Lenger (n.e.), Reichmuth (n.e.), Sivorotka (12/1, 4:7 W., 5 Fouls, 26:00 Min.), Zyskunov (7, 3:9 Würfe, 7 Reb., 18:14 Min.).Kickz München Basket: Hammer (19/1), Ulmer (1), Pölt (n.e.), Stephan (10, 1:9 Dreier), Sauer (n.e.), Matthews (17, 11 Reb.), Aufiero (11), Hoffmann, Tschunk (1), Rogers (12, 11 Reb.).Würfe: 20:55/36 % (VfL), 23:53/43 % (Mü.).Freiwürfe: 14:24/58 % (VfL), 23:30/77 %Dreier: 4:21/25 % (VfL), 2:13/15 % (Mü.).Rebounds: 32:36.Ballverluste: 14:19. Assists: 4:7.Ballgewinne: 8:6.Geblockte Würfe: 1:6. Fouls: 23:18. Viertel (Mü-VfL): 20:18, 16:10, 19:11, 16:19.Zuschauer: 300 (60 aus Kircheim).Schiedsrichter: Stefan Graf (Stadtbergen) und Frank Bleicher (Stuttgart).