Lokalsport

Grippeattacke im "Powerhouse"

Wer kann die Kirchheim Knights stoppen? Vor dem dritten Heimspiel morgen Abend (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) gegen die BSG Ludwigsburg könnte das ein Virus schaffen. Grippe-Attacke im "Powerhouse" Kirchheim . . .

KIRCHHEIM VfL-Coach Theo Leftakis wirkte ernsthaft besorgt: "Das wird ganz schwer für uns." Er blickte auf das verbliebene Häuflein seiner Spieler im Training, und seine Miene wurde noch ein wenig ernster. Da stand Nenad Lukic an einem Seitenkorb und warf ein bisschen. Seine Achillessehnenprobleme werden nicht wirklich besser, er kann kaum trainieren und wird den Knights in dieser Verfassung keine große Hilfe sein. Franjo Kikic fehlte wegen beruflicher Verpflichtungen.

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Doch eine Lücke überwog diese beiden: Kai-Uwe Kranz liegt seit Montag im Bett, auf dringende Anweisung des Arztes der Grippevirus grassiert. Nach dem Spiel in Karlsruhe, dem vierten Sieg im vierten Spiel, hatte es Kranz erwischt. An Training war in dieser Woche nicht zu denken. Am Mittwoch gab dann James Hayden bekannt, er fühle sich nicht wohl Grippe im Anzug. Wenn man jetzt bedenkt, dass Kranz in der Wohngemeinschaft mit Chuks Neboh und Bill Goehrke ein hoch gefährlicher Ansteckungsherd ist, kann man es mit der Angst zu tun bekommen Angst ums VfL-Personal.

Zumal morgen nicht gerade Kanonenfutter in die Sporthalle Stadtmitte kommt. Die BSG Ludwigsburg kann getrost als Überraschungsmannschaft der noch jungen Regionalliga-Saison bezeichnet werden. Die fast komplett neu zusammengestellte Mannschaft des Dritten der Vorsaison düpierte bei ihren beiden Heimspielen bisher die Favoriten FV Weißenhorn und SG Heidelberg-Kirchheim, holte zum Start den Pflichtsieg in Freiburg und verlor nur einmal beim TV-Rastatt-Rheinau. Jetzt steht die BSG mit 6:2 Punkten schon wieder glänzend da. Und morgen ist auch Center Sascha Kesselring (2,09 m) wieder dabei, der beim Coup gegen Heidelberg wegen des Bundesligaspiels der EnBW Ludwigsburg in Bremerhaven sogar fehlte.

Ludwigsburgs Coach Bennie Tokmadzic jedenfalls ist nicht ohne Zuversicht: "Alle sind an Bord, alle sind wieder gesund. Dazu motiviert uns das unheimlich, wenn keiner auf uns tippt, gerade dann sind die Jungs besonders heiß."

Tatsächlich rechnet(e) keiner in der Basketball-Szene Baden-Württembergs mit einem Sieg der jungen Wilden im bisherigen "Powerhouse" Kirchheim aber jetzt, nach den personellen Problemen? Was noch zur Vorsicht bei den Knights mahnt: In der Sporthalle Stadtmitte fühlt sich die BSG in aller Regel pudelwohl. In der letzten Saison demütigten die Barockstädter den VfL beim 74:93 förmlich, beendeten alle Träume von der Aufstiegsrunde bereits im Februar.

Schon zu Saisonbeginn 2004/2005 gab's eine ähnliche Schlappe: Beim Vorbereitungsturnier im September erwachten die Knights wohl erst nach dem 62:90 am Sonntagmorgen. Und 2003 kam die BSG als Tabellenführer zum abstiegsgefährdeten VfL, damals noch unter dem heutigen Co-Trainer der Bundesligatruppe der EnBW, Miro Zujevic, und gewann 91:55.

Nur im Meisterjahr 2004 gelang Kirchheim vor damals begeisterten 900 Fans ein toller 90:83-Sieg, Ross Jorgusen machte 36 Punkte und traf sechs Dreier.

Die Fans sind gefragtKommt es morgen also wieder auf den Boss an? Falsche Frage: Es kommt immer auf Jorgusen an. Doch wenn der Grippevirus nicht gezähmt wird, muss der Kirchheimer "Anführer" es ganz alleine richten. Und das wäre womöglich sogar für ihn zu viel. Deshalb sind die Knights mehr denn je auf die Unterstützung der Fans angewiesen: Soll die Tabellenführung verteidigt, die Siegesserie ausgebaut und der Nimbus als stärkstes Team der Liga gewahrt bleiben, müssen diesmal alle mithelfen.

mad