Lokalsport

Großes Kampfspiel, kleine Ausbeutespielstenogramm

Handball-Landesligist VfL Kirchheim muss sich Titelanwärter TSV Grabenstetten 29:33 geschlagen geben

Als die Schlusssirene ertönte, sah man einen erleichterten Favoriten und einen niedergeschlagenen Underdog: Handball-Landesligist VfL Kirchheim musste sich nach großem Kampf dem TSV Grabenstetten mit 29:33 (13:18) geschlagen geben.

Großes Kampfspiel, kleine Ausbeutespielstenogramm

Kirchheim. Es waren noch drei Minuten zu spielen, als die Halle einem wahren Hexenkessel glich: Die Fans waren genauso wie die Spieler aufs Höchste angespannt. Uwe Hamann verwandelte einen Abwurf vom eigenen Kreis direkt und Simon Latzel erzielte kurze Zeit später das 29:31. Jetzt lag eine dicke Landesliga-Überraschung in der Luft: Der VfL schnupperte am Punktgewinn. Doch es sollte an diesem Abend nicht dazu kommen: Eine wiederholt zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung sowie Grabenstettener Cleverness sicherten am Ende den glücklichen Favoritensieg.

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Dabei sah am Anfang alles nach einem ruhigen Arbeitstag für Gäs­tetrainer Emir Seferagic aus. Seine Spieler gingen, begünstigt durch eine Vielzahl technischer VfL-Fehler, mit 8:3 in Führung. Vor allem der überragende Marco Brändle, mit 15 Toren erfolgreichster Torschütze an diesem Abend, nutzte seine Freiräume konsequent aus. Kirchheim schaffte es nicht, den Vorsprung entscheidend zu verkürzen. Zu viele Fehler führten dazu, dass die Gäste den Vorsprung kons­tant bei fünf Toren halten konnten. So ging es auch mit 13:18 in die Kabine.

VfL-Coach Ralf Wagner war nicht unzufrieden mit dem Spiel seiner Jungs bis zu diesem Zeitpunkt, doch er forderte mehr Ag­gressivität in der Abwehr, um die Grabenstettener zu Fehlern zu zwingen.

Aufgrund ihrer spielerischen Unterlegenheit versuchten es die VfL-Spieler nach dem Seitenwechsel mit viel Kampf. Mit diesem Stilmittel bekamen die bis dahin souverän auftretenden Gäste jetzt Probleme. Immer wieder konnten die Kirchheimer gute Abwehraktio­nen in schnelle Kontertore ummünzen. Matze Mikolaj und Simon Latzel per Strafwurf verkürzten den Vorsprung, die Fans erwachten und feuerten die tapfer kämpfende Kirchheimer Jung-Truppe lautstark an. Mit seinem vierten Tor konnte Mikolaj in der 42. Minute erstmals wieder ausgleichen (21:21). Die VfL-Führung blieb dennoch verwehrt: Eine fragwürdige Zeitstrafe für Richter und der verwandelte Strafwurf von Brändle ließen den Angriffsmotor der Gastgeber kurz ins Stocken geraten. Trotzdem schockte selbst die zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung beim 24:29 die Kirchheimer nicht. Angetrieben vom Publikum und dem eingewechselten Hamann im Tor kämpfte sich der VfL drei Minuten vor Schluss zurück ins Spiel. Dennoch reichte es an diesem Abend nicht, um den Favoriten zu stürzen.

Der VfL hat nun zwei Wochen Zeit, die kräftezehrende Hinrunde zu verarbeiten, ehe es am 9. Januar nach Zizishausen geht.ts