Lokalsport

Grundspannung ist da: Prickeln kann beginnen

Mit dem Bundesliga-Auftakt in Münsingen geht die Mountainbike-Saison 2005 richtig los. Die Bike-Profis aus der Region Teck sind vorsichtig mit ihren Ambitionen.

EDGAR VELOCI

Anzeige

MÜNSINGEN Hört man die vier Cracks aus der Region Teck, dann muss man die Hoffnungen auf einen Sieg beim ältesten Rennen Deutschlands wohl aufs nächste Jahr verschieben. Lado Fumic (FBI) hat seinen einzigen Sieg auf der Alb im Jahr 2000 geholt, als er bereits Wochen vorher für Weltcups in Übersee topfit war. "Ich bin motiviert, habe aber keine großen Ambitionen. Ich bin noch ein bisschen müde und will mal schauen wie es geht", sagt er.

Etwas Bammel habe er davor, jetzt bei diesem wechselhaften Wetter krank zu werden. Seinem Bruder und Teamkollegen Manuel Fumic könnte man die gleichen Worte in den Mund legen, wie vor zwölf Monaten, es würde wohl keinem auffallen. Um diese Jahreszeit stellt sich ihm immer die Aufgabe die Trägheit der Grundlagen-Kilometer quasi zu durchstechen und in die höheren Pulsbereiche vorzudringen. Dies gilt zwar grundsätzlich für alle Cross-Country-Biker, doch Manuel Fumic hat in früheren Jahren nicht so viele Kilometer "gefressen".

So registriert er erst seit zwei Jahren das Phänomen, dass sich der Puls nicht mehr einfach hochdrehen lässt. Der Körper hat noch nicht die Lust, oben rein tut's richtig weh in der Lunge. "Konditionell habe ich keine Probleme, aber ich kann nicht mehr so einfach am Gashahn drehen", schildert er seine Verfassung. Um an den Tempowechseln wieder spielen zu können, benötigt er intensive Belastungen.

Zum Beispiel Rennen oder ein MTB-Training, wie er es diese Woche gemeinsam mit Lado und den Ex-Teamkollegen Jochen Käß (Oberstenfeld) und Stefan Sahm (beide Giant) getan hat. Drei Stunden sind die Biker über die Alb gefahren. "Schon ganz schön sportlich", meint Sahm. Der Bissinger registrierte bei sich ein gutes Gefühl. "Wenn es am Sonntag so geht wie in diesem Training, dann bin ich guter Dinge." Rang zwei hinter Käß war es bei ihm vergangenes Jahr.

Dieses Jahr stellen sich in Münsingen allerdings wieder eine ganze Hand voll Weltklasseleute an den Start. Der Olympia-Zweite Jose Antonio Hermida (Spanien) und sein Teamkollege Ralph Näf (Schweiz), der die beiden Swisspowercup-Läufe gewann, aber auch Sahms Teamgenosse Roel Paulissen (Belgien), seines Zeichens Weltranglistenerster. Überdies haben viele weitere starke Schweizer gemeldet, inklusive Manuel Fumic' Vorgänger als U23-Weltmeister, Balz Weber.

Das Prickeln kann beginnen, "die Grundspannung ist da", so Stefan Sahm. Das gilt auch für Marc Gölz (Gölz Racing). Der Weilheimer hat im Training ebenfalls noch einmal Gas gegeben. Er will, schon im Angesicht der hochkarätigen Konkurrenz, keine Zahl als Ziel nennen, aber er glaubt, dass der Formaufbau stimmt. "Mit meinem neuen Material komme ich zurecht, die Rechnung könnte aufgehen", sagt er.

Bernauer vor Comeback

Auch für die Nachwuchsbiker des MTB Teck steht mit dem Rennen in Münsingen das erste wichtige Saisonrennen an. Der Club hat ein zehnköpfiges, leistungsorientiertes Team an die Spitze gestellt. Sie werden als Team Goldway-Giant in den Ergebnislisten auftauchen. Im Blickpunkt steht hierbei Ralf Bernauer. Der Jesinger steht nach über einem Jahr Verletzungspause (Knie) vor seinem Comeback. Sein Trainer Stephan Paul glaubt an ihn: "Wenn das Knie hält, kann er an frühere Leistungen anknüpfen, aber am Anfang wird er Zeit brauchen." Bernauer, der als Junior vor drei Jahren WM-Teilnehmer gewesen war, muss sich in den B/C-Lizenz-Rennen erst in die A-Klasse hochdienen. Deshalb steht er am Samstag (15 Uhr) mit Alexander Speisekorn am Start. Der verfehlte die Qualifikation im letzten Jahr nur hauchdünn und nimmt jetzt einen neuen Anlauf.

Im Lager der Junioren gehört Julius Henne zum Landeskader. Der Hochdorfer hatte in der Vorbereitung mit Krankheiten zu kämpfen und wird vermutlich erst in ein paar Wochen richtig in Form kommen. Für Benedict Bosler aus Notzingen und Kai Kautz aus Kirchheim wird es in erster Linie darum gehen, Erfahrungswerte zu sammeln. Hoffnungen auf eine gute Saison macht der Naberner Max Berner. "Er hat richtig Druck in den Beinen, das passt", glaubt sein Trainer Stephan Paul an Plätze unter den ersten fünf.