Lokalsport

Hahn-Team bleibt exakt auf Kurs

Der bereits feststehende Landesliga-Meister SG Lenningen blieb auch in seinem vorletzten Heimspiel exakt auf Kurs und besiegte am Samstagabend die Hbi Weilimdorf/Feuerbach sicher und problemlos 39:28 (18:12).

LENNINGEN Freuen konnte sich dabei auch Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Für ihn ging eine persönliche Serie zu Ende ("Immer wenn ich bislang dabei war, haben sie verloren"). Der ehemalige Handballer, der 1983 mit dem TSV Kuchen Württembergischer B-Jugendvizemeister wurde, war mächtig beeindruckt von der Rasanz und Spielkultur der Lenninger: "Besonders augenfällig ist die Handschrift von Trainer Hahn. Da war Teamgeist zu sehen."

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Apropos Hahn: Beim Einlaufen zeigten die SG-Spieler wem sie den Erfolg zu verdanken haben. Auf ihren Meister-T-Shirts prangte das Logo "Ein Hahn. Ein Team". Bevor jedoch die Lenninger Hähne zu krähen anfingen, wurde zunächst einmal geehrt. Landesliga-Staffelleiter Klaus Glocker gratulierte der SG und überreichte Mannschaftskapitän Steffen Kazmaier den Meisterwimpel. Sein ebenso knapper wie treffender Kommentar: "Lenningen ist ein souveräner Meister. Das zeigen auch die wenigen Minuspunkte."

Von Hähnen zu Platzhirschen mutierten nach wenigen Minuten die SG-Spieler. Sie ließen keinen Zweifel aufkommen, wer als Sieger die Halle verlassen würde. Nach zwölf Minuten lag die SGL bereits 6:2 vorne. Christoph Wiesinger und Jochen Leitner hatten sich durch die offensive Hbi-Abwehr durchgefräst. Mit diesem Abwehrkonzept versuchten die Nord-Stuttgarter Lenningens Rhythmus zu stoppen. Das gelang jedoch nur phasenweise. Lenningen zeigte auch beim Eins-gegen-Eins-Spiel große Klasse, sprühte vor Spielfreude und die Zuschauer merkten, dass die Mannschaft die schwache Leistung gegen Wolfschlugen vergessen machen wollte.

Die Hahn-Truppe nutzte die gesamte Spielfeldbreite und zwang die Gäste zu kraftzehrender Laufarbeit. Schnellstarter Christoph Wiesinger war dabei kaum zu halten. Szenenapplaus gab's dann für Jens Kirschmann, der von der Torauslinie mit einem Querpass durch den Kreis Wiesinger bediente und dieser zum 13:7 (22.) traf. Klar, dass bei der SG-Kür nicht alles klappte. Die Hbi versteckte sich nicht. Ganz auffällig agierte Thomas Weber auf der Linksaußenposition. Einmal in Ballbesitz, narrte er seine Gegenspieler und zog ab. Merkwürdigerweise zeigte sich Lenningen bei mehrmaliger Hbi-Unterzahl irritiert: Einige Anspiele misslangen und Uwe Bauder sowie Boris Petschinka zeigten, dass die Hbi noch lebt.

Bis zur 26. Minute schmolz der Vorsprung auf 15:11. In Schieflage kam Lenningen freilich nicht. Hans Hahn regulierte auch ohne eine Auszeit zu nehmen die kurze Schwächephase. Steffen Kazmaier, Marc Segeritz und Volker Schwohl warfen die 18:12-Halbzeitführung heraus. Nach dem Wechsel folgte eine Tempoverschärfung, bei der die Gäste nicht dagegenhalten konnten. Jan Lamparter, zuvor Produzent einiger "Fahrkarten", hatte sein Visier jetzt richtig justiert. Zusammen mit Hagen Braunwarth, leitete er die erfolgreiche Absetzbewegung ein. Spätestens beim 25:14 (42.) war für Lenningen die Sache gelaufen. Coach Hahn zeigte sich nun experimentierfreudig und ließ "Mischungen" auflaufen. Klar, dass es dabei manchmal zu Schnittstellenproblemen kommen musste. Übergänge, Anspiele an den Kreis oder Zuständigkeiten in der Abwehr funktionierten nicht immer. Jörg Tombrägel hatte mehr zu tun als in der ersten Hälfte Sven Lamparter. Gefährden konnte die Hbi die SG freilich nicht mehr. Zu viel Kraft hatte ihre offensive Abwehrarbeit gekostet. Es blieb bei Einzelaktionen von Dirk Heckemeier und Marko Lindwedel zur Ergebniskosmetik.

Die letzten zehn Minuten wurden von Anfeuerungsgesängen der SG-Fans begleitet. In beiden Abwehrreihen standen im übertragenen Sinn die Ampeln auf grün. Den satten Zehn-Torevorsprung ließ sich die SG nicht mehr abjagen. Hans Hahn zeigte sich positiv überrascht: "Die Mannschaft zeigt Charakter. Sie lässt es nicht auslaufen. In der zweiten Halbzeit hat die Konsequenz in der Abwehr etwas gefehlt."

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel; C. Wiesinger (6), Leitner (6), Braunwarth (5), Kazmaier (4/1), J. Lamparter (4), Segeritz (4), Kirschmann (3), Renz (3), Schwohl (3), J. Wiesinger (1)Zuschauer: 380Schiedsrichter: Kasch/Kasch, Ober-/Unterhausen leiteten gut.