Lokalsport

Hans Hahn geht der Nachfolger steht parat

Das Handball-Jahr ist noch jung, doch die Weichen sind bereits gestellt: Alle drei Teckteams der Landesliga-Staffel 2 werden die kommende Spielzeit 2005/06 mit neu verpflichteten Trainern bestreiten. Nicht nur Spitzenreiter SG Lenningen, bei dem Coach Hans Hahn überraschend seinen Ausstieg verkündete, vermeldet bereits eine erfolgreiche Nachfolgersuche.

THOMAS PFEIFFER

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OWEN/LENNINGEN/WEILHEIM Noch ehe die Jagd auf die lukrativ-sten Trainerjobs, die die Handballszene unter der Teck zu vergeben hat, so richtig begonnen hat, ist sie auch schon wieder zuende: Sowohl Landesligist TSV Owen (Deizisaus Regionalligaspieler Christoph Winkler für Enrico Wackershauser) als auch seine Staffelrivalen TSV Weilheim (Peter Schmauk für Dieter Schlichtenmayer) und SG Lenningen (Bruno Rieke für Hans Hahn) bekamen in den jüngsten Vertragsgesprächen verbindliche Zusagen oder, wie im Falle der SGL, standen kurz vor einem festen Abschluss.

Neuer Spielertrainer ab der Saison 2005/06 in Owen wird Christoph Winkler ein regionalligaerprobter Rückraummann, der die letzten Spielzeiten nach eigenem Bekunden stets "mit über 100 Toren" beendete. Winkler (34), 178 Zentimeter groß, bekamen die Owener bei der Nachfolgesuche für den scheidenden Enrico Wackershauser sozusagen auf dem Silbertablett serviert: Der Assistenzarzt aus dem Bereich Chirurgie arbeitet im Kreiskrankenhaus Kirchheim und wohnt mit Frau und Kind seit Jahren in Dettingen/Teck. Vermieter dort: Owens Ex-Keeper Georg Eisrich. "Vor Jahren hat der Verein schon einmal bei mir angefragt", sagt Winkler.

Damals wollte er den sportlichen Tapetenwechsel nicht (als Spieler), nun wollte er den (als Spielertrainer). "Die Owener haben eine junge Mannschaft, die Perspektiven hat", glaubt er. Eigene Ambitionen? "Ich bin keiner, der um Platz fünf oder sechs spielen will." Winkler, der noch nie in seiner Aktivenlaufbahn mit den Stationen TSV Dettingen/Erms (bis 1995), TV Weilstetten (bis 1996), erneut TSV Dettingen/Erms (bis 1999), SV Fellbach (bis 2003), TSG Söflingen (bis 2004) und TSV Deizis-au (bis 2005) tiefer als Verbandsliga spielte, erhofft sich bei seinem Trainerdebüt in Owen vor allem Erfolg und will sich körperlich voll einbringen: "Natürlich spiele ich selbst mit. Für ein Ende meiner Spielerlaufbahn fühle ich mich noch zu fit."

Schöne Aussichten für Mannschaft und Fans, schöne Aussicht auch für Dietmar Kerner. "Mit Winkler bekommen wir demnächst einen echten Kracher", sagte das TSVO-Vorstandsmitglied. Dass der nur die Trainer-C-Lizenz besitzt, ist Nebensache.

Ebenso hochaktuell ist diese Meldung: Die SG Lenningen, Spitzenreiter mit glänzender Aufstiegsperspektive, sichert sich in der neuen Saison für den aus beruflichen und privaten Gründen von Tischardt nach Tübingen-Derendingen umziehenden Hans Hahn die Dienste von Bruno "Fackel" Rieke (41). Lenningens Ex-"Co", derzeit noch beim Bezirksliga-Tabellenvierten TSV Denkendorf unter Vertrag, wollte in einem letzten Verhandlungsgespräch gestern Abend alles klar machen zuvor bestanden zumindest in SGL-Kreisen am Zustandekommen der alten/neuen Zusammenarbeit praktisch keine Zweifel mehr. "Grundsätzlich ist alles geklärt", sagte SGL-Öffentlichkeitsarbeiter Rudi Dölfel. Was Rieke lockt, ist erstens ein reizvoller Arbeitsplatz mit Verbandsliga-Option, und zweitens der kurze Anfahrtsweg: "Von meiner Wohnung zur Lenninger Sporthalle brauche ich fünf Minuten." Rieke war übrigens der erklärte Wunschkandidat von SGL-(Noch-)Trainer Hans Hahn.

Der wird die SGL zum Saisonende verlassen: Überraschende Wende in der Lenninger Erfolgsstory. Doch der Aussteige-Entschluss von Hahn, einem Technischen Redakteur, steht unumstößlich fest: Den Nerven fressenden Autostress mit Tausenden von Anfahrtskilometern in jeder Spielzeit will er sich künftig nicht mehr antun. Nachdem er seine Demissionsgründe vor rund zwei Wochen intern vorgetragen hatte, begann rasch die SGL-Nachfolgesuche. Und die mündete in eine Art Rückholaktion: Mit Rieke, der die B-Lizenz hat, stößt demnächst ein Altbekannter zum Club.

Riesiges Vertrauen in einen alten Kameraden setzt auch der TSV Weilheim. Dass Peter Schmauk (Köngen) den demnächst abtretenden Erfolgs-Coach Dieter Schlichtenmayer beerben wird, steht seit vorgestern fest. Schmauk, TSVW-Ex-Spieler und -Interimstrainer, kommt vom TV Pflugfelden, gleichfalls ein Landesligist. "Frischer Wind" ist das, was die Weilheimer vom Wiedereinsteiger in der Wühlehalle erwarten wie übrigens auch von Bernd Reisgieß: Der Handball-Schiedsrichter aus den eigenen Reihen soll bei der Jahreshauptversammlung der Handballabteilung in die Fußstapfen des zwölf Jahre älteren Abteilungsleiters Karl-Hans Gomringer (54) treten. Gomringer, der diesen Ehrenamtsjob insgesamt 24 (!) Jahre lang inne hatte, tritt freiwillig zurück ins zweite Glied. "Natürlich werde ich bei Bedarf aber als Berater oder in anderer Funktion zur Verfügung stehen", sagt Gomringer, unter dessen Ägide der Club vom Kreisklassisten zur württembergweit beachteten Größe wuchs.

Neukamm neuer VfL-TrainerSelbiges war früher auch mal der VfL Kirchheim. Doch die goldenen Zeiten sind längst vorbei, man backt (in der Bezirksliga) derzeit kleinere Brötchen. Ab 2005/06 übrigens auch mit einem neuen Mann an der Spitze: Thomas Neukamm (41/vom TSV Neuhausen Ib) löst Interimscoach Marc Eisenmann ab.