Lokalsport

Happyend per Wiesinger-Doppelschlag

Die Lenninger Landesliga-Handballer grüßen auch nach dem sechsten Spieltag noch von der Tabellenspitze.

LENNINGEN Das Angriffs-Feuerwerk, welches die SG Lenningen gegen Unterensingen vor einer Woche abbrannte, blieb am Montagabend im Heimspiel gegen den TSV Wolf-schlugen allerdings aus. Schwer, sehr schwer tat sich die SG. Dem 28:24 (14:12)-Sieg fehlte letztlich etwas der Glanz vergangener Spiele.

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Woran lag`s ? "Wir haben zu wenig zusammengespielt. Die Tore entsprangen meistens Einzelaktionen. Über die gesamten 60 Minuten sind wir nicht ins Spiel gekommen", grantelte SG-Trainer Hans Hahn. Dass Christoph Wiesinger, der in einigen Situationen den "Chancentod" starb, am Schluss die entscheidenden Tore warf, gehört zu den Besonderheiten dieser Begegnung. Das dizipliniertere Spiel ging vom TSV Wolfschlugen aus. Michael Handte, Dreh- und Angelpunkt der Gäste, führte klug Regie. Seine Anspiele zu den am Kreis einlaufenden Frank Maier und Tobias Kneule waren eine Augenweide. Dies stellte die SG-Abwehr vor Probleme. Und weil die SG bei durchaus guten Chancen, vor allem bei Kontern scheiterte, konnte sie sich nie absetzen. Beim 8:7 (18.) durch Jan Lamparter ging Lenningen erstmals in Führung. Im Gegenzug blitzte Michael Handtes Klasse auf 8:8. Erst beim 10:8 (20.) durch Jochen Leitner war ein Hauch von Spielkultur zu sehen. Der Rechtshänder schloss eine Ballstafette mit einem harten Wurf ins Toreck ab.

In der Defensive konnten die "SG-Löschtrupps" die gegnerischen Brandherde am Kreis derweil nicht eindämmen, wenn Handte traumhafte Anspiele zelebrierte. Beim 11:11 war alles wieder offen. Zuvor scheiterte die SG mit zwei Kontern an TSVW-Golie Carsten Fliegner. Dass zwischen Genialität und Wahnsinn nur ganz kleine Unterschiede bestehen, bewiesen Christoh Wiesinger, Jan Lamparter und Jochen Renz bei ihren Toren zum 14:11 (28.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf "Mister TSV" Michael Handte zum 12:14.

Im zweiten Spielabschnitt lagen die Lenninger immer vorne, allein das "Absetzen" wollte nicht gelingen, weil die einfachen Tore nicht gelangen und die offensiv stehende Abwehr das konstruktive Angriffsspiel der Wolfschlugener nicht wirkungsvoll stören konnte. Beim 16:15 (33.) waren die Gäste wieder ganz nah dran. Lenningen lebte wieder mal vom individuellen Können. Steffen Kazmaier und Jochen Leitner waren die Garanten für eine 20:17-Führung (39.) Beim 22:18 (43.) setzte Rechtshänder Jochen Renz von ganz rechts kommend den Ball ins untere, linke Toreck. Auch beim 24:21 (51.) durch Marc Segeritz stimmten noch die SG-Koordinaten. Aber den Lenningern fehlte die Übersicht. Das Duo Handte/Maier demonstrierte Handball Marke Cleverle, plötzlich wurde es wieder spannend. Die Gäste waren beim 23:24 (54.) wieder dran.

Die SG-Schwäche beim Allein-vor-dem-Torhüter-Spiel konnte auch Hagen Braunwarth nicht verbergen. Sein Konter wurde von Carsten Fliegner gestoppt. Jetzt war Zittern für die SG angesagt: Handte verwandelte einen Strafwurf zum 24:24 (56.). Im SG-Tor bewies nun auch Jörg Tombrägel große Klasse. Er parierte mehrmals glänzend. Und dann Unglaubliches von Christoph Wiesinger: In Unterzahl Segeritz erhielt eine Zweiminutenstrafe zog er von Linksaußen zum 25:24 ab. Der Beifall war noch nicht verhallt, da setzte er einen Freiwurf zum 26:24 in den Torwinkel. Es war, als ob er ein Trampolin gegessen hätte, so hoch schwebte er über der Abwehr. Weniger spektakulär, aber mit beeindruckender Konstanz die Tore Jochen Leitners nicht nur beim 27:24 und 28:24.

döl

SG Lenningen: S. Lamparter (ab 31. Tombrägel) Leitner (10/2), Kazmaier (6), Wiesinger (5), J. Lamparter (3), Renz (2), Braunwarth (1), Segeritz (1), Baumann, Kirschmann, Schwohl.TSV Wolfschlugen: Fliegner, Panos Handte (9/4), Kneule (4), Maier (4), Jung (3), Knapp (2), Ivkic (2), Vogt, Götz, Weissenbrunner, Soldner.Zuschauer: 350 (davon 70 TSV-Fans).Schiedsrichter: Fähnle/Schulle, Oberkochen, leiteten sehr gut.