Lokalsport

Hauruck-Handball statt Trotzreaktion

Wer eine Trotzreaktion nach dem (verlorenen) Schorndorf-Spiel erwartet hatte, wurde gestern Abend in der Heininger Voralb-Halle bitter enttäuscht. Die SG verlor auch gegen den TSV Heiningen 22:30 (9:17).

HEININGEN Auf der einen Seite Lenninger Hauruck-Handball auf der anderen Seite, bei den Gastgebern, druckvolles Tempospiel mit schnellen Ballpassagen. So schnell und abschlusssicher agierten die Einheimischen, dass Sven Lamparter in der 14. Minute entnervt zur Auswechselbank ging. Heiningen führte zu diesem Zeitpunkt bereits 12:6.

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Auch in der Folgezeit spielten Thorsten Heinzelmann und Andreas Seliger die SG-Abwehr schwindelig. Lenningen tat sich beim Positionsspiel sehr schwer. Wie schon in den letzten Partien, fand die SG nicht zu ihrem Rhythmus. Die Konsequenz: zu schnell abgeschlossene Angriffe mit unvorbereiteten Würfen, die TSVH-Torhüter Yannick Pengl sicher wegfischte. Dennoch ergaben sich gute Konterchancen, die Lenningen jedoch kläglich vergab. Bezeichnend war die Situation in der 45. Minute, als die SGL beim Überzahlspiel gegen vier Heininger scheiterten. Da war das Spiel längst entschieden und der TSV führte 21:14.

Die offensive SG-Deckung Coach Bruno Rieke ließ wechselweise 5:1 und 4:2 spielen verpuffte. Gegen die ballsicheren Gastgeber kam die Abwehr immer einen Schritt zu spät. Zudem leistete sich die SGL zu viele technische Fehler. Heiningen agierte abgezockter und forcierte das Tempo nach Belieben. Dem hatte Lenningen nur wenig entgegenzusetzen. Selbst aus Abwehrparaden des gut spielenden Jörg Tombrägel konnten die Vorderleute keinen Nutzen ziehen. Tribünengast Hans Hahn, zuletzt Glücksbringer beim SG-Sieg in Nürtingen, konnte es kaum glauben: "Der längste Angriff dauerte gerade einmal zehn Sekunden. Der Mannschaft hat es offensichtlich an der Einstellung gefehlt."

Ohne Laufspiel gelang aus dem Rückraum gar nichts. Über ein halbes Dutzend Bälle blieben in der Abwehr hängen. Das Delta eines Klassenunterschieds wurde mit fortlaufender Spieldauer immer deutlicher. Über ein 20:13 (40.) bauten die Gastgeber die Führung auf 23:15 (50.) aus. Selbst bei Ballgewinnen im Schlussdrittel mangelte es den Lenningern an der Übersicht. Statt bei Gegenstößen den Ball aufzunehmen und rasch nach vorne zu passen, lief man sich fest.

Kostproben anderer Art lieferten Heiningens Matthias Koller, Thorsten Heinzelmann und Andreas Seliger ab. Sie ließen die offensive SG-Abwehr ein ums andere Mal die Hacken sehen. Das letzte SG-Tor durch Ricki Austen zum 22:29 (59.) war zwar schön herausgespielt, hatte aber nur noch statistischen Wert. Entsprechend war Coach Riekes Reaktion nach Spielende: "Ich bin sprachlos."

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Wiesinger (7), Segeritz (3), Kirschmann (3), Braunwarth (2), J. Lamparter (2), Renz (1/1), Austen (1), Baumann (1), Kazmaier (1), Leitner (1), Stief.TSV Heiningen: Pengl, Frömel Seliger (7/2), Heinzelmann (6/2), Koller (6), Spörle (3), Weber (3), Wedekind (2), Graf (1), Neumaier (1), Hafner (1), Fattler.Zuschauer: 150.Schiedsrichter: Banzhaf und Ernst aus Eningen/Achalm.