Lokalsport

Heim-Achter muss Tübingen den Vortritt lassen

Mehr als 1300 Sportler aus 40 Vereinen so viele wie nie zuvor nahmen an der 27. Kurzstreckenregatta des Ruderclubs Nürtingen auf dem Neckar teil. Neben den baden-württembergischen Clubs waren auch zahlreiche Meldungen aus Bayern und Hessen eingegangen. Dies versprach hochkarätige Rennen.

NIKOLAS SEIFFERT

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NÜRTINGEN Die bekamen die Zuschauer auch im Drei-Minuten-Takt zu sehen und nicht selten waren es nur Wimpernschläge, die ein Rennen entscheiden sollten. Davon betroffen war auch der RC Nürtingen, der sich allzu oft als guter Gastgeber zeigte und seinen Gästen den Vortritt ließ. Ganze 23 Mal, davon fast die Hälfte mit weniger als einer Sekunde Rückstand, wurden Ruderer aus Nürtingen nach 500 Metern auf den zweiten Platz verwiesen. Neun Mal waren aber auch sie es, die am Siegersteg die begehrten Radaddeln und Sieger-T-Shirts im Empfang nehmen konnten.

Allen voran die jüngsten der RCN-Wettkampfruderer. Zwei Mal war Konstantin Stahl im Jungen-Einer der 13-Jährigen erfolgreich. Er schaffte dabei das Kunststück, gleich in seinem ersten Rennen den ersten Sieg herauszurudern. In eindrucksvoller Manier wiederholte er am Sonntag diesen Erfolg und überzeugte jeweils mit über sechs Sekunden Vorsprung. Zusammen mit Hanno Ningel konnte er zusätzlich im Doppelzweier und mit Max Schäfer, Jakob Timm und Kai Haussmann im Doppelvierer mit Steuermann dieser Altersklasse dritte Plätze verbuchen.

Ningel war darüber hinaus im Einer der Zwölfjährigen erfolgreich. Gegen seinen Kontrahenten aus Bad Wimpfen hatte er nach einem spannenden Rennen seinen Bugball knapp vorne. Ebenso eng wurde es im Rennen von Steffen Bedenik. Der in diesem Jahr schon oft erfolgreiche Nachwuchsruderer ließ sich auf seiner Hausstrecke den Sieg im Einer der 14-Jährigen nicht nehmen. Helena Lüdert hatte im Mädchen-Einer der 14-Jährigen am Samstag gegen die Offenbacherin Conradi leichtes Spiel, musste sich aber am Sonntag nach hartem Kampf der Heidelbergerin Jakob hauchdünn geschlagen geben.

So erging es auch des Öfteren den Nürtinger Junioren, vor allem Paul Neumann und Benjamin Bogenschütz. Sie kassierten im Einer und Doppelzweier trotz guter Leistungen mehrere knappe Niederlagen. Zusammen mit Sascha Hustoles gelang Bogenschütz dann aber doch noch ein Sieg. Im Männer-Doppelzweier wurde das Boot aus Lauffen klar distanziert. Alex Speer und Nicolas Seiffert gewannen diese Bootsklasse am Samstag knapp gegen die Mannschaften aus Stuttgart und Lauffen. Danach mussten aber auch sie im Einer, Doppelzweier und zusammen mit Neumann und Frank Maier im Männer-Doppelvierer knappe Niederlagen hinnehmen, sodass die Bilanz des Ruderclubs Nürtingen auf seiner Hausregatta durchaus besser hätte ausfallen können.

Philipp Niedermeier und Thorsten Burgey zeigten sich bei den Junioren B gewohnt erfolgreich. Im Doppelzweier entschieden sie sowohl am Samstag als auch am Sonntag das Rennen für sich. Gegen Nürnberg und Waiblingen hatten sie dabei schwer zu kämpfen, konnten die wichtigsten Phasen der Rennen aber für sich nutzen und die entscheidenden Meter zwischen sich und ihre Gegner bringen.

Zwei Höhepunkte folgten am Ende der diesjährigen Kurzstreckenregatta. Als letztes Rennen wurde der Männer-Achter gestartet. Hier geht es traditionell um den Wanderpokal der Stadt Nürtingen. Die Gastgeber wurden dabei von ihren Vereinsnachbarn aus Tübingen herausgefordert. In einem spannenden und engen Rennen wollten beide Mannschaften unbedingt diese Trophäe erringen und fast schien es, als sollte sie dieses Jahr im Bootshaus in der Wörthstraße bleiben. Doch die größten Kraftreserven an diesem langen Wettkampfwochenende hatten die Ruderer des Tübinger RV "Fidelia", die in 1.19,50 Minuten den RCN knapp auf den zweiten Platz verweisen und überglücklich den Pokal in Empfang nehmen konnten.

Nach diesem spannenden Abschluss folgte das große Finale im erstmals ausgetragenen Drachenbootrennen für Amateurmannschaften. Sechs Crews aus Nürtingen hatten gemeldet und in drei Vorläufen ihre Finalisten ermittelt. Unter den Trommelschlägen des Einpeitschers hatten es letztlich die Mannschaften der Metabowerke und des Kreiskrankenhauses geschafft, sich gegen das Rote Kreuz, die Kreissparkasse, die Nürtinger Zeitung und die Stadtverwaltung durchzusetzen. Im Endlauf waren es dann die "Aesculapdrachen", die in ihren unverkennbaren grünen OP-Kitteln die "Einheimischen" Metabowerke hinter sich ließen und den ersten Sieg in der Geschichte des Nürtinger Drachenbootrennens trotz anhaltenden Regens lauthals bejubelten.