Lokalsport

Heimpleite spät abgewendet

Beim 2:2 gegen den Bahlinger SC holen VfL-Fussballer 0:2-Rückstand auf

Eine Viertelstunde vor Schluss 0:2 in Rückstand, am Ende fast noch gewonnen: Garantierter Nervenkitzel für die VfL-Anhänger am ersten Spieltag beim 2:2 (0:1) gegen den Bahlinger SC.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Über eine Szene erhitzten sich an der Jesinger Allee die Gemüter. Es war bereits die Nachspielzeit angebrochen, als Kirchheims Abwehrspieler Mathias Koch mit dem Ball am Fuß per energischem Sprint in den gegnerischen Strafraum eindrang. Der Ex-Osnabrücker kam zu Fall, zuvor attackiert von einem BSC-Defensivakteur. Nach kurzem Zögern zeigte Schiedsrichter Thomas Fett nicht wie allseits erwartet auf dem Elfmeterpunkt, sondern Richtung Eckfahne. Eine Entscheidung, die Koch förmlich zur Weißglut brachte. „Der Bahlinger hat mich bei der Aktion definitiv berührt“, ärgerte sich der VfL-Kicker noch Minuten nach dem Abpfiff, „ich hatte den Ball an ihm vorbeigespitzelt.“

Ein Siegtor in der Nachspielzeit: Von solch einer Option hätten die Kirchheimer noch Minuten zuvor nicht zu träumen gewagt. 0:2 lag das Team von Dietmar Sehrig bis zum Beginn der Schlussphase zurück. Zwar hatten die Gastgeber in dem „recht guten Oberligaspiel“ (Sehrig) ganz gefällig begonnen und auch die ein oder andere Chance herausgearbeitet, dem jugendlichen Drang der Einheimischen setzten die Gäste freilich viel Routine und Übersicht entgegen. Während der VfL im Spielaufbau somit immer wieder hektisch wirkte, boten die Bahlinger das durchdachtere Spiel. So war es kein Wunder, dass der BSC nach einem leichtfertigen Ballverlust der Kirchheimer mit einem schnellen, präzise ausgeführten Gegenstoß in der 37. Minute das 1:0 markierte. Der ehemalige Sandhausener Daniel Ruf traf mit einem nahezu perfekten Schuss von der Strafraumecke in den rechten Torwinkel.

Nur knapp eineinhalb Minuten nach dem Wiederanpfiff nutzten die Gäste einen totalen Blackout der Kirchheimer Defensive zum 2:0. Für das nach einem Eckball in den Fünfmeterraum hereinsegelnde Leder fühlte sich offenbar keiner so richtig zuständig – zumindest auf Kirchheimer Seite. Ein Leichtes somit für BSC-Innenverteidiger Sovtic. Er schob die Kugel aus vier Metern mit einem Lächeln im Gesicht über die Linie. VfL-Trainer Sehrig verordnete seiner Mannschaft von nun an die totale Offensive – und wurde belohnt. Nach zwei von Coskun Isci (lief überraschend an der Seite Uwe Berans als Sturmspitze auf) vergebenen Topchancen, gelang das Anschlusstor. VfL-Mittelfeldakteur Ferdi Er brachte mit einem klugen Kurzpass von der Strafraumgrenze Uwe Beran in Schussposition, und jener traf aus zehn Metern mit einem Schuss ins rechte Eck zum 1:2.

Das war noch nicht das Ende aller Träume für die Kirchheimer. Der VfL glich sogar aus. Wieder war Beran daran beteiligt – diesmal als Vorbereiter. Der technisch beschlagene A-Junior eroberte sich an der Strafraumgrenze den Ball, legte das Leder quer auf den erst drei Minuten zuvor eingewechselten Alexander Nita und selbiger schloss mit einem fulminanten Spannschuss ab. „Dieses 2:2 ist wie eine Niederlage“, lautete der abschließende Kommentar des sichtlich enttäuschten Bahlinger Trainers Milorad Pilipovic. Dessen Mannschaft hatte lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen und beim Stande von 2:0 noch zwei weiter Topgelegenheiten vergeben.

Kirchheims Übungsleiter Dietmar Sehrig fand dagegen viel Lob für sein Team und bescheinigte eine gute Physis. „Mich freut vor allen Dingen, dass wir in der Lage waren, läuferisch in diese Partie zurückzukommen“, sagte Sehrig. Seine Prognose: „Die Bahlinger als auch wir werden in dieser Runde noch für einige Überraschungen sorgen.“ Solange es sich um positive handelt, hat unter der Teck niemand etwas dagegen.

VfL Kirchheim: Gühring – Koch, Grimm, Dihl, Altinsoy – Söylemezgiller, Kauffmann, Er, Spina (80. Nita) – Isci (71. Ohran), Beran.

Bahlinger SC: Neumann – Wiesler, Behringer, Sovtic, Kocur – Fiand, Häringer (70. Nowicki), Saggiomo, Oswald, – Ruf (80. Haas), Thomas (60. Pfahler).

Tore: 0:1 Ruf (37.), 0:2 Sovtic (47.), 1:2 Beran (75.), 2:2 Nita (83.).

Gelbe Karten: Koch – Saggiomo, Häringer, Wiesler.

Schiedsrichter: Tobias Fett (Edingen-Neckarhausen).

Zuschauer: 270.