Lokalsport

Heimspiele gegen den Spitzenreiter und Kellerrivalen: TTV-Volleyballerinnen brauchen zwei Punkte

Heimspiele gegen den Spitzenreiter und Kellerrivalen: TTV-Volleyballerinnen brauchen zwei Punkte

Den Landesliga-Volleyballerinnen des TTV Dettingen steht das Wasser in dieser Saison bis zum Hals: Sechs Spiele noch, und der direkte Klassenerhalt ist praktisch kaum mehr zu schaffen. Am kommenden Heimspieltag mit Matches gegen Spitzenreiter SV Böblingen und Kellerrivale SV Eglofs geht es darum, wenigstens Platz sieben zu sichern – jenen Rang, der automatisch fürs Relegationsturnier qualifiziert und in letzter Minute vielleicht doch noch den Ligaverbleib ermöglichen wird.

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thomas pfeiffer

Dettingen. Trügen nicht alle Anzeichen, gehen in der Dettinger Sporthalle am Samstagnachmittag sportlich die Lichter aus – vorübergehend: Im 14.45-Uhr-Auftaktspiel gegen Tabellenführer SV Böblingen, der vor und nach dem 13. Dezember (2:3 gegen Biberach II) in zehn Saisonspielen keine einzige Niederlage kassierte, hilft der TTV-Sechs allen Insidern zufolge nur ein echtes Landesliga-Wunder. Stammspielerin Kerstin Schröder macht ihren Mitstreiterinnen vor dem David-Goliath-Duell zwar Mut: „Die Böblingerinnen liegen uns. Wir haben sie schließlich bei einem Vorbereitungsturnier im Sommer geschlagen.“ Der TTV-Trainer (52) hält allerdings nichts davon, auf Teufel komm raus zu versuchen, den Aufstiegskandidaten womöglich doch zu bezwingen. „Vielleicht schone ich die ein oder andere Spielerin gegen Böblingen“, kündigt Wolfgang Babinger mit Blick auf das weitaus wichtigere zweite Tagesspiel dosiertes Kräftehaushalten an.

Die TTV-Partie gegen den SV Eglofs (gegen 16.45 Uhr) ist schließlich mehr als nur die Kraftprobe zwischen Schmetterkünstlerinnen aus einer Schwäbischen-Alb-Gemeinde und ebensolchen aus einem 1496-Seelen-Ort im Allgäu. Knapp sechs Wochen vor Rundenschluss (4. April) geht es in diesem Duell um die Frage, wer zum ersten Anwärter auf Platz sieben (Relegation) und wer wohl Tabellenachter (Direktabstieg) wird. „Ich sehe unsere Chancen bei 50:50 in diesem Spiel“, sagt Wolfgang Babinger, dieweil Schützling Kerstin Schröder weitaus optimistischer ist. „Jetzt haben wir uns die ganze Saison so abgerackert, auch im Training. Wir wollen nicht absteigen“, sagt sie fast trotzig vor dem Kellerhit.

Diesen bestreitet der Gegner übrigens mit zwei Handicaps: Nach Anita Krug fällt mit Miriam Maigler jetzt auch die zweite Mittelblockerin verletzt aus, sodass Eglofs Trainer Jürgen Sigg in Dettingen Anleihen aus der A-Klassen-Mannschaft benötigt. Die SV-„Zweite“ ist derzeit Schlusslicht.

Die Dettingerinnen hatten zuletzt ebenfalls einige Ausfälle. Doch nach Anja Beißer (Schwangerschaft) steht inzwischen auch Manuela Stief wieder zur Verfügung: Die schwere Erkältung, die in der vergangenen Woche zum Trainings-Aus geführt hatte, ist abgeklungen. „Gott sei Dank hat unsere Mannschaft die in letzter Zeit grassierende Grippewelle einigermaßen glimpflich überstanden“, sagt Kerstin Schröder. Die zwei Samstagsspiele kann der TTV mit vollem Kader bestreiten: Elf Spielerinnen stehen bereit.

„2:2 Punkte“ will Trainer Babinger mit seinen Damen übermorgen als Ernte einfahren – das, was vermeintlich realistisch ist. Auch Kerstin Schröder hat vor dem vorentscheidenden zwölften Spieltag einen frommen Wunsch. „Hoffentlich unterstützen uns wieder viele Fans“, sagt sie. Rund 40 kamen zum letzten Heimspieltag Ende November, und einige von ihnen machten mit Schlaginstrumenten richtig viel Lärm. „Manche gegnerische Spielerin spricht inzwischen schon von der Hölle von Dettingen, bevor sie zu uns anreist“, weiß Kerstin Schröder und schmunzelt.

Die junge Dame misst 1,77 Meter und ist damit die zweitgrößte im TTV-Team, das in der Landesliga einen echten Größen-Nachteil hat. „Nur die Reutlinger Spielerinnen sind im Schnitt noch kleiner.“ Mal sehen, vielleicht können im Stakkato trommelnde Fans den Gegnern übermorgen das Fürchten lehren und das TTV-Handicap damit ausgleichen.