Lokalsport

Heimvorteil hilft nicht aus der Krise

Den Weilheimer Handballern ist gegen das Tabellenschlusslicht TG Biberach nicht der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Die 30:38 (15:20)-Niederlage gegen die Oberschwaben vor eigenem Publikum war bereits der vierte Misserfolg in Folge.

Weilheim. Die Weilheimer Hoffnung war groß, dass man nach vierwöchiger Heimabstinenz und drei Auswärtsniederlagen in Serie vor eigenem Publikum endlich wieder punkten würde. Mit der TG Biberach gastierte außerdem die Mannschaft mit dem bis dahin dürftigsten Punktekonto in der Weilheimer Wühlehalle. Die Vorzeichen standen gut: Mit Marco Schill und Patrick Seyferle meldeten sich zwei Langzeitverletzte zurück und auch Michael Rehkugler, dessen Einsatz bis zuletzt fraglich war, signalisierte beim Warmmachen: Ich will‘s versuchen. Als Vertretung stand zunächst Markus Mayer aus der zweiten Mannschaft bereit und für alle Fälle saß mit Thomas Pesl noch eine zweite Alternative auf der Bank. Verzichten mussten die Weilheimer lediglich auf Florian Mauch und Dauerpatient Patrick Auweter.

Weilheim startete couragiert in die Partie. Der zuletzt glücklose Fabian Zettl tankte mit dem ersten Weilheimer Treffer neues Selbstvertrauen. Sigel, Haase, Allgaier und Bachofer sorgten für Tempo im Spiel der Gastgeber. Biberach hielt dagegen, und es entwickelte sich eine attraktive Partie, in der nach neun Minuten beim Stand von 6:6 letztmals der Ausgleichstreffer fiel. Die TG setzte sich nun konsequent ab. Bis zum 12:18 war lediglich Björn Bachofer in der Lage, dagegenzuhalten. Auch ein vereitelter Strafwurf von Markus Mayer brachte keine Entlastung für die Hausherren. Bis zur Pause gelang es lediglich, den Fünf-Tore-Rückstand zu halten.

Vor allem der Weilheimer Mittelblock, der die Biberacher Achse Hermann – Vukadinovic nicht in den Griff bekam, musste sich in der Kabine deutliche Worte des Trainers gefallen lassen. Im Angriff zeigte sich der TSV verbessert: weniger Ballverluste im Spielaufbau, lediglich die Chancenauswertung ließ Wünsche offen. Doch 20 Gegentore innerhalb einer Halbzeit waren eindeutig zu viel. Michael Rehkugler sollte der Abwehr mehr Stabilität verleihen und hielt trotz seiner Knöchelblessur auch bis zum Ende durch.

Weilheim kam mit neuem Schwung aus der Kabine. Über den starken linken Flügel mit Bachofer und Sigel verkürzte der TSV auf 17:20. Es keimte Hoffnung auf den Rängen auf. Der Routine von Allgaier und Haase war es zu verdanken, dass die Hausherren bis zur 40. Minute in Schlagdistanz blieben. Das änderte sich, als Weilheimer Ballverluste im Angriff den Gegner reihenweise zu Kontern einluden. Biberach zog von 21:25 bis aus 23:30 in der 50. Minute davon und sorgte damit für eine Vorentscheidung. Daran konnte auch Marco Schill nichts mehr ändern, der nach langer Verletzungspause in der Schlussphase noch zu seinem Comeback kam. Ihm blieb es immerhin vorbehalten, den Schlusspunkt zum 30:38 zu setzen.

Topscorer der Partie war mit zwölf Toren der Biberacher Dragan Vukadinovic, der nahezu jeden Ball vom Kreis aus in die Maschen setzte. Auf Weilheimer Seite überzeugten wieder einmal Sebastian Sigel und Björn Bach­ofer, unterstützt von Haase und Allgaier. Unter der Limburg folgt nun eine dringend benötigte Denkpause, ehe es in zwei Wochen wieder zu Hause gegen den Tabellendritten aus Blaustein geht. tk

TSV Weilheim: Rehkugler, Mayer, Pesl; Sigel (5), Bachofer (9/1), Haase (5/2), Seyferle, Zettl (3), Bächle (1), Schill (2), Planitz (1), Klöhn, Schorr, Allgaier (4)

TG Biberach: Engler, Bergler; Zachmann (4), Ellec, Grötz (2), Frey (4/3), Herrmann (8), Kovacevic (3), Nowack (4), Vukadinovic (12), Jans (1), Kruse

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