Lokalsport

Helfer-Glück: Copilot zu schwer

Pech für die Segelflieger bei den deutschen Meisterschaften in Lüsse: Zwei Mal streikte Petrus schon, ließ die geplanten Wertungsflüge am Mittwoch und am gestrigen Freitag wieder platzen. Bisher gingen die Piloten nur ein Mal in die Luft.

STEFAN MAIKOWSKI

Anzeige

LÜSSE Das Traumwetter für die Segelflieger lässt noch auf sich warten: Die 97 Piloten, die in Lüsse bei Berlin in drei Wettbewerbsklassen um den Titel des Deutschen Meisters kämpfen, konnten bisher nur am Donnerstag fliegen. Zwei der ersten drei Flugtage fielen aus: Neutralisation.

Die Piloten hatten es am Donnerstag mit schwierigen wechselhaften Wetterbedingungen zu tun. Ein kurzes Wetterfenster zwischen den Schlechtwettergebieten wurde genutzt, um Aufgaben mit Flugstrecken von rund 200 Kilometern zu bewältigen. Die schwache Thermik führte zu Außenlandungen insbesondere bei der Doppelsitzerklasse. Bei derart schwierigen Wetterverhältnissen haben regelmäßig die großen Flieger der Offenen Klasse die Nase vorn.

Dementsprechend wurden von den "Superorchideen" Durchschnittsgeschwindigkeiten von rund 90 km/h erflogen. Die beste Tagesform bewies der Bietigheimer Markus Frank, der vor Hartmut Lodes (Bayern) und Bruno Gantenbrink (Nordrhein-Westfalen) landete. Gantenbrink fliegt ebenso wie Vizeweltmeister Uli Schwenk (Münsingen) mit dem größten Segelflugzeug der Welt: Die Eta hat eine Spannweite von knapp 31 Metern. Tilo Holighaus (Fliegergruppe Wolf Hirth Kirchheim) finishte auf Platz zehn noch vor seinem Vereinskameraden Holger Karow (12.). Willi Balz, Dritter im Bunde der Teckverein-Piloten, in dieser Klasse, belegte Tagesplatz 27.

In der 18-m-Klasse führt Swen Holtmann (Renningen) vor dem auf der Hahnweide bestens bekannten Holger Back (Weilheim/Oberbayern). Beide flogen einen 70-km/h-Schnitt heraus. Eberhard Schott (Wolf Hirth) wurde 21.

Für das größte Segelflugzeug der Welt, die Eta (Bild), musste in Lüsse eigens das maximal zulässige Abfluggewicht in der Offenen Klasse auf 850 Kilogramm erhöht werden. Flugzeuge und Piloten müssen dafür täglich auf die Waage, um sicherzustellen, dass sich kein Teilnehmer durch zusätzlichen Ballast einen Vorteil verschafft. Kurioses am Rande: Pilot Gantenbrink hatte einen schwergewichtigen Copiloten dabei zu schwergewichtig. Folge: Das Gewichtslimit wurde übertroffen.

Es war das Glück für eine in der Nähe befindliche Helferin. Diese bekam unverhofft ein Ticket zu einem Mitflug in der Eta.

INFOBei den deutschen Segelflug-Meisterschaften in Lüsse werden die Titelträger in der Offenen Klasse (Spannweiten bis 31 Meter), 18-m-Klasse und Doppelsitzer-Klasse ermittelt. DM-Schlusstag ist der 7. August.