Lokalsport

Henzler als lachender Dritter

Und wieder ein Klassensieg: In der Cup-Version des Porsche 911 GT3 gewannen Wolf Henzler/Robin Liddell vom US-amerikanischen Tafel-Team das GT-Klassement beim zehnten Lauf der Grand-American-Rolex-Serie.

EBERHARD STRÄHLE

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LEXINGTON Mit diesem Sieg in einem Rennen, das im Vorfeld sehr stark von einem Tornado gebeutelt worden war, setzten Wolf Henzler/ Robin Liddell schon mal ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Gesamterfolg in der GT-Klasse. Bereits das Training auf dem 2,40 Meilen langen Mid-Ohio-Sportwagen-Kurs hatte sich für den Schwaben recht ordentlich gestaltet: Er dominierte die ersten beiden freien Trainingseinheiten. Im dritten Trainingslauf erreichte das Duo mit einer Zeit von 1.28,702 Minuten allerdings nur den vierten Platz. Im anschließenden Qualifying siegten Joey Hand/Chris Gleason vom Matt Connolly Motorsports-Team in einem BMW M3 (1.28,071 Minuten) vor Henzler/Liddell und dessen Tafel-Teamkollegen Jim Tafel/Andrew Davis. Die beiden Werks-Pontiac GTO.R von Marc Bunting/Andy Lally/RJ Valentine beziehungsweise Paul Edwards/Kelly Collins nahmen das über 2,45 Stunden dauernde Rennen von Platz fünf und sechs in Angriff.

Im Rennen übernahm Henzler in Runde fünf die Führung: Er bremste den BMW M3 aus. Henzler konnte jetzt an der Spitze des Felds dem Tafel-Porsche die Sporen geben und hielt sich recht ordentlich als Leader bei den GTs unter den etwas schnelleren Daytona-Prototypen. Weil es so gut lief, blieb Henzler nach Absprache mit Copilot und Team für einen zweiten Turn am Lenkrad. Nach 68 Runden übergab Henzler nach einem Tankstopp mit Räderwechsel den Boliden an Robin Liddell. Der Schotte behauptete die Führung nur sechs Runden lang und musste Joey Hand mit dem BMW M3 und den Pontiac mit Paul Edwards passieren lassen. Plötzlich lagen Henzler/Liddell nur noch auf Platz drei. Dann die Schlüsselszene: Mit einem Gewaltakt wollte der Pontiac-Pilot am BMW M3 vorbeiziehen und schickte Fahrer samt Auto in die Wiese. Unglücklicherweise überschlug sich der BMW mehrere Male. Henzler/Liddell erbten durch diesen Crash, bei dem keiner der Fahrer verletzt wurde, wieder die Führung, die der Schotte für die verbliebenen drei Umläufe nicht mehr aus der Hand gab.

Wolf Henzler sah den Sieg letztlich als verdient an. "In 75 der insgesamt 96 Rennrunden haben wir geführt." Sein Erfolgserlebnis auf der Rennpiste stand im Kontrast zum natürlichen "Vorprogramm" am Donnerstag: Nach einem heftigen Platzregen war ein Tornado über die landschaftlich schön eingebettete Rennstrecke nahe Lexington/Ohio hinweggefegt. Folge: Die Zelte der Teams und alle nur leicht befestigten Behausungen flogen nur so durch die Gegend, Hotelgäste mussten ohne Strom auskommen, stundenlang herrschte das blanke Chaos.

Der nächste Renneinsatz der schwäbisch/schottischen Tempobolzer steht bereits morgen in Daytona Beach auf dem Programm. Das "Brumos Porsche 250-Race" ist eine eintägige Veranstaltung der Grand American Rolex Series.

ERGEBNISSE

10. Lauf Grand American Rolex-Serie

1. Wolf Henzler/Robin Liddell, Porsche 911 GT3 Cup, 96 Runden, 2. Paul Edwards/Kelly Collins, Pontiac GTO.R 96 Runden, 3. Marc Bunting/Andy Lally/RJ. Valentine, Pontiac GTO.R, 95 Runden, 4. Dave Lacey/Greg Wilkins, Porsche 911 GT3 Cup, 94 Runden.