Lokalsport

Henzler krönt eine perfekte Saison

BUDAPEST Wolf Henzler hatte sich fest vorgenommen, den Sack an diesem Wochenende zuzumachen und den Titel des Supercup-Meisters nach Hause zu holen. Die Trainingsläufe auf der 4,4 Kilometer langen ungarischen Formel-Eins-Strecke liefen, abgesehen von einem klitzekleinen Schaltfehler, sauber und rund ab. "Ich habe meine Reifen perfekt auf die schnelle Qualifikationsrunde eingestellt dann folgte der kleine Schnitzer am Schalthebel und ich nahm sofort die Geschwindigkeit raus, um die Pneus zu schonen." Henzler ließ sich davon nicht erschüttern und versuchte erneut, seine Rundenzeiten zu verbessern. Mit Startplatz zwei war Henzler durchaus zufrieden. Mike Rockenfeller (UPS Porsche Junior Team) eroberte mit einer Zeit von 1:51.421 Minuten die Poleposition. Henzlers Teamkollege Dirk Werner, der in Ungarn zum ersten Mal am Start war, startete von Position drei.

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Ein 14. Platz hätte Henzler bereits zum Titelgewinn gereicht. Als das Feld der 25 Piloten aus seiner Einführungsrunde zurückkam, musste der Start wegen eines technischen Prob-lems am Fahrzeug von Philip Beyrer (Kadach Racing Team) abgebrochen werden. Mit einer abgerissenen Antriebswelle wurde der 911 des Schweizers weggeschoben und der Start des um eine Runde kürzeren Rennens konnte frei gegeben werden. Mike Rockenfeller nahm dem Nürtinger sofort die Butter vom Brot, indem der Werkspilot sich sofort nach rechts vor Henzlers Carrera setzte. Dahinter konnte sich dessen Teamkollege Dirk Werner einreihen, während ein ungestümer Christian Menzel (Tolimit Motorsport) bei einer völlig unnötigen Kollision mit Patrick Huisman (DeWalt Racing) die Chancen auf den zweiten Gesamtrang immer noch wahren konnte. Rockenfeller konnte seine Führung leicht ausbauen, als Huisman ausscheiden musste und Menzel sich an der Box zwei neue Hinterräder montieren ließ.



Henzler musste jetzt aufs Ganze gehen und attackierte Rockenfeller. Einen Umlauf später lag der Nürtinger schon in Schlagdistanz zum Werksfahrer aus Neuwied. Der schien nervös zu werden und beging einen fatalen Fehler, der im Kiesbett endete. Als Führender wurde Henzler von Teamkollege Dirk Werner nach hinten abgeschirmt. Nach der Hälfte des Rennens betrug sein Vorsprung schon zwei Sekunden. Vier Runden vor Schluss versuchte Rockenfeller mit aufgeblendeten Scheinwerfern auf der Zielgeraden Dirk Werner zu überholen. Der erste Versuch schlug fehl. Henzler baute seinen Vorsprung derweil auf vier Sekunden aus. In der vorletzten Runde gelang es Rockenfeller doch noch, Dirk Werner auf der Geraden vor der Haupttribüne zu überholen und auszubremsen. Doch Rockenfeller war zu schnell, musste den größeren Bogen fahren und Werner zeigte sich clever genug, um wieder am Werkspiloten vorbei zu ziehen. Henzler überquerte den Zielstrich am Ende mit knapp sechs Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen.



"Es ist wunderbar, mit einem Sieg Meister zu werden. Aber im Moment begreife ich noch nicht wirklich, dass ich es geschafft habe", zeigte sich der Nürtinger überglücklich. Nachdem die Werkspiloten keine Punkte erhielten, sieht Henzlers Bilanz sehr gut aus: 200 Wertungspunkte bei zehn Rennen und acht Siegen können sich sehen lassen. Somit wird das nächste Rennen auf dem Formel- Eins-Kurs in Spa-Franchorchamps am 29. August für den Champion zur Kür.