Lokalsport

Henzler nach Stop-and-Go-Strafe ohne Siegchance

Der zweite Lauf zur SCCA-Speed-World-Challenge endete für Wolf Henzler vom Motorsportclubs Kirchheim im sonnigen Florida mit einer Enttäuschung. Trotz aller Anstrengungen des Farnbacher-Teams sprang in Sankt Petersburg nur ein fünfter Platz heraus.

EBERHARD STRÄHLE

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SANKT PETERSBURG Im ersten Training auf dem knapp 2,9 Kilometer langen Temporary-Circuit von Sankt Petersburg zeigte Henzler sein Können und fuhr schon nach der zehnten Trainingsrunde Bestzeit, die der US-Amerikaner Tommy Archer mit seiner Dodge Viper jedoch bereits fünf Runden später unterbot. Ebenso fuhr Henzlers Markenkollege, der Schotte Robin Lidell, im Verlauf des Trainings schneller. Im eigentlichen Qualifying tags darauf ließ sich Henzler die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und zirkelte den Farnbacher-Porsche mit einer Fabelzeit von 1.19,156 Minuten in die Poleposition. Henzler zeigte schon im Vorfeld viel Optimismus für das Rennen: "Der 911-GT3-Cup ist optimal ausbalanciert. Dies ist ein unheimlicher Vorteil auf einem Kurs wie diesem."

Auf den zweiten Startplatz fuhr der Texaner Lou Gigliotti mit der Corvette C6 vor Tommy Archer in der Viper und Max Papis im Cadillac CTS-V. Den Start des über 29 Runden gehenden Rennens gewann Henzler souverän, ohne zu ahnen, was dem Nürtinger die schon in der Einführungsrunde aufgetretenen Vibrationen an der Vorderachse des 911 GT3 noch bescheren würden. Henzler: "Ich musste jede Kurve jetzt viel früher anbremsen." Archer nutzte die Gelegenheit und presste sich an Henzler schon nach vier Kurven vorbei. Dabei ließ er dem Nürtinger keinen Platz mehr und zwang ihn, vom Gas zu gehen. Auf dem dritten Platz liegend begann eine Odyssee.

In Runde sechs ging das Safety Car wegen eines Crashs auf die Strecke, als beim Henzler-Porsche der Funk zur Boxencrew seinen Dienst quittierte. "Als das Safety Car wieder in die Boxengasse zurückrollte, fuhr ich versetzt, um beim Neustart eine bessere Sicht nach vorne zu haben", meinte Henzler später. Bei diesem Restart konnte Lidell am Schwaben vorbeiziehen. Nach einigen Umläufen musste das Safety Car wegen eines Zwischenfalls wieder auf die Piste und Henzler wegen seines versetzten Fahrens zu einer Stop-and-Go-Strafe in die Boxengasse. "Damit war das Rennen für mich gelaufen", kommentierte der Schwabe das Missgeschick und ging als Letzter in das verbleibende Renndrittel.

Henzler konnte sich noch auf den achten Platz vorkämpfen, als nochmals das Safety Car rausging. In der vorletzten Runde gelangen ihm zwei Überholmanöver. Weil Max Papis wegen versetzten Fahrens ebenfalls eine Stop and Go-Strafe bekam, sprang am Ende Platz fünf heraus. Seinen nächsten Renneinsatz hat er Mitte April in Hockenheim. Dort startet der Nürtinger im Farnbacher- Porsche-911-GT3-Cup beim nationalen Carrera-Cup im Rahmen der Deutschen Tourenwagen Masters und zeigt sich dabei zum ersten Mal in dieser Saison seinen Fans aus der Heimat.

pm

Endstand: 1. Tommy Archer, 3R- Racing/Dodge Viper, 2. Robin Lidell, AXA Finacial/Pfaff/ Porsche 911 GT3 Cup, 3. Lou Gigliotti, G Pro Long Tube Headers/Corvette C6, 4. Andy Pilgrim XM/Mobil 1/Motorla/Bose/Cadillac CTS - V, 5. Wolf Henzler, Applied Mtrls./Joengblod Wheels/ Porsche 911, 6. Phil McClure, Firs Tier Bank/3R- Racing/Dodge Viper.Gesamtklassement: 1. Tommy Archer, 65 Punkte, 2. Robin Lidell 53 Punkte, 3. Andy Pilgrim 51 Punkte, 4. Wolf Henzler 46 Punkte, 5. Phil McClure 40 Punkte, 6. Tim Wiens 36 Punkte.