Lokalsport

Henzler steigt aus und lässt Hardt die Vorfahrt



EBERHARD STRÄHLE

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MONZA Trotz seiner souverän herausgefahrenen Poleposition und höchster Motivation, erlitt Henzler an seinem Carrera GT3 schon in der ersten Rennrunde nach einem Rempler mit Jörg Hardt einen Kühlerschaden und sah dadurch im letzten Lauf zum Porsche-Supercup keine Zielflagge.



Im Qualifikationstraining legte Henzler nochmals alles in die Waagschale: Er drehte einige Runden auf dem 5,793 Kilometer langen Grand Prix-Kurs und brannte mit 1:53.510 Minuten eine Zeit in den italienischen Asphalt, die eine Rekordmarke war. Es war die schnellste Runde in der Geschichte des Porsche-Marken- Pokals. Diese Rekordmarke hielt bislang der Monegasse Stéphane Ortelli, ebenfalls in Monza im Jahr 1998 aufgestellt. Die Welt war für den Nürtinger in Ordnung: "Eine perfektere Runde hätte ich nicht erwischen können. Es gibt mir viel Auftrieb, dass ich den Rekord von Ortelli brechen konnte."



Der Renntag zeigte sich nicht von der schönsten italienischen Wetterseite. Heftiger Regen begleitete die Vorbereitungen zum Start des 12. und letzten Laufes des Porsche-Supercups. Als die roten Startlichter verloschen und den Start freigaben, zog Henzler nach rechts, um sich vor Mike Rockenfeller (UPS Porsche Junior Team) frei zu fahren. Der Junior startete aber schlecht und Christian Menzel (Tolimit Motorsport) passierte ihn auf der linken Seite. Jörg Hardt, zum ersten Mal in dieser Saison im Supercup, nützte die gute Sicht und zog im weiteren Verlauf vor Henzler.



"Nachdem es so stark regnete, hatte ich in der Einführungsrunde mal probiert, wo mein spätester Bremspunkt für diese Schlüsselschikane liegen würde. Ich hatte am 100-Meter-Schild den besten Bremspunkt. Leider hat der Jörg Hardt nach dem Start schon 50 Meter früher gebremst als ich. Ich war noch am Gas und fuhr ihm in diesem Moment hinten drauf und beschädigte dabei meinen Wasserkühler, der beim Carrera ja im rechten vorderen Radkasten sitzt", sagte Henzler.



Trotz des Remplers mit Hardt bog der Nürtinger als Erster in die Schikane ein und führte das Feld weiterhin an. In der nächsten Schikane Hardt war wieder auf Henzlers Höhe rutschte der Supercupgewinner 2004 ins Kiesbett.



Henzler fand den Weg zurück, behielt zunächst die Führung. "Doch dann floss Kühlflüssigkeit auf den Reifen, der am Wasserkühler sitzt, und hat mir das Bremsen recht schwer gemacht", sagte Henzler.



In der zweiten Runde konnten sich Henzler und Hardt ganz leicht absetzen. Hardt versuchte dauernd, Henzler zu attackieren, der jetzt auch die steigende Motortemperatur und die Vibrationen, die nach der Kiesbettdurchfahrt auftraten, registrierte. Noch einmal musste Henzler ins Kiesbett ausweichen, weil der Bremspunkt nicht so ganz stimmte. "Dann gab ich das Rennen auf, um nicht auch noch den Motor kaputt zu machen", sagte er später, "ich bin ein bisschen enttäuscht." So gewann Jörg Hardt unangefochten sein erstes Supercuprennen vor Christian Menzel, der sich mit dem zweiten Tagesrang die Vizemeisterschaft sicherte. Dritter wurde Mike Rockenfeller vor Klaus Graf (Tolimit Motorsport) und Patrick Huisman (DeWalt Racing).



Am kommenden Wochenende steht für Wolf Henzler im Rahmen des Deutschen Tourenwagen-Masters der vorletzte Lauf zum Porsche-Carrera-Cup im tschechischen Brünn auf dem Programm. Hier liegt der Mann vom MCKT 13 Punkte hinter Tabellenführer Mike Rockenfeller und hat nach eigenem Bekunden "noch alle Möglichkeiten, auch diesen Titel zu gewinnen."

Da freut sich Teamchef Horst Farnbacher mit: Wolf Henzler (l.) hat den Porsche-Supercup jetzt endgültig in seinem Besitz.