Lokalsport

Herzschlagfinale in Long Beach

Henzler belegt Platz zwei im dritten Rennen

Es war ein heißer Kampf in der GT2-Kategorie beim dritten Lauf zur diesjährigen American Le Mans Serie in Long Beach/ USA. Wolf Henzler vom Motorsportklub Kirchheim und sein Copilot Jörg Bergmeister belegten im Porsche 911 GT3 RSR des Flying-Lizard-Teams nach langer Führung Platz zwei vor ihren Teamkollegen Johannes van Overbeek und Patrick Pilet.

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Long Beach. Nachdem Wolf Henzler im letzten Rennen in St. Petersburg im Qualifying die Bestmarke setzte, gelang dies seinem Teamkollegen Patrick Pilet diesmal auf dem engen Straßenkurs von Long Beach. Er markierte mit 1.19,705 Minuten einen neuen Streckenrekord für GT2- Fahrzeuge und sicherte sich damit die Poleposition. Wolf Henzler und Jörg Bergmeister komplettierten die erste Startreihe. Die Dauer des Rennens zwischen den Häuserschluchten im Süden von Los Angeles war auf 1.40 Stunden begrenzt.

Bergmeister setzte sich nach dem Start an zweiter Position fest, vor den beiden Ferraris F 430 von Dominik Farnbacher und Jaime Melo. Alles deutete auf den klassischen Zweikampf zwischen Porsche und Ferrari hin. Zwischenzeitlich klemmten sich die schnelleren LMP1- und LMP2- Sportwagen zwischen die GT’s und verschafften den beiden Flying Lizard 911 von van Overbeek und Bergmeister etwas Luft vor den beiden Ferraris. Auf dem engen Stadtkurs gelang es Jörg Bergmeister nach etwa vierzig Rennminuten, an die Spitze zu fahren. Bis dahin war es ein ganz normales Rennen, das Rennen von nur einer Gelbphase geprägt, um einen gestrandeten LMP2-Boliden in Sicherheit zu bringen.

Wolf Henzler übernahm nach einer Stunde und zehn Minuten das Steuer im Porsche. Zuvor hatte eine zweite Gelbphase nach einem Unfall die Konkurrenten wieder aufrücken lassen. Wolf Henzler: „Wir saßen alle wie auf Nadeln. Die beiden Ferraris hingen uns jetzt dicht am Heck.“ Alle Piloten warteten in dieser Situation dicht gedrängt auf die erneute Freigabe des Rennens, um die Boxenstopps noch im erlaubten Zeitfenster absolvieren zu können. Fast im Paarlauf fuhren die beiden Flying Lizard- Porsches an die Box. Dominik Farnbacher im Tafel-Ferrari verzichtete auf einen Räderwechsel und kehrte um Haaresbreite vor Wolf Henzler mit einem Polster von acht Sekunden auf die Strecke zurück. Einen übermäßig langen Stopp legte Jaime Melo ein, der ihn hinter Jonny Mowlem’s Ferrari auf den fünften Rang zurückwarf.

Zwanzig Minuten vor Rennende lag der Nürtinger fünf Sekunden hinter dem Müller-Ferrari, als erneut eine Gelbphase ausgerufen wurde. Tom Milner im Panoz Esperante hatte sich gedreht und blieb auf der Strecke stehen. Wolf Henzler und Patrick Pilet nutzten die Chance und schlossen auf den Führenden auf. Mit engem Abstand ging es in die letzten Runden, als der 911 von Patrick Pilet einem Kontrahenten einen Ramm­stoß verpasste, diesen in Henzlers Heck schob und den Nürtinger beinahe in einen Dreher zwang. „Ich konnte den Wagen gerade noch abfangen und auf der Strecke halten“, berichtete Henzler hinterher. Farnbacher im Ferrari war danach nicht mehr aufzuhalten und überquerte in einem Wimpernschlag-Finale mit einer Zehntelsekunde Vorsprung die Ziellinie.

Bevor Wolf Henzler zum nächsten ALMS-Rennen am 18. Mai nach Salt Lake City reist, absolviert er am 11. Mai einen Gaststart im italienischen Mugello – ebenfalls mit einem Porsche 911 GT3 RSR des Autorlando-Teams.