Lokalsport

"Hexenbanner" im Spielrausch

Chancenlos war Handball-Verbandsligist SG Lenningen bei seinem letzten Saisonauftritt in Wolfschlugen. Die überlegen aufspielenden "Hexenbanner" sicherten sich mit einem 34:24 (19:9)-Sieg die Meisterschaft und den Aufstieg in die Württembergliga.

WOLFSCHLUGEN Wo noch vor Jahresfrist der Lenninger Landesliga-Aufstieg gefeiert wurde, musste man dieses Mal das Jubeln den Gastgebern überlassen. Angefeuert von den Trompeten-Solis der Wolschlugener Hausband, legte die Beck-Sieben ein hohes Tempo vor zu hoch für die SG.

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Der Kontrast hätte nicht krasser sein können. Dampfzug-Tempo bei der Tälessieben, und auf der anderen Seite ein Filder-IC, der die Rieke-Sieben förmlich vor sich hertrieb. Spätestens nach dem 12:5 (18.) wurde nur noch über die Höhe des Siegs gesprochen. Bei Lenningen vermochten nur drei dagegenzuhalten: Jan und Sven Lamparter sowie Jochen Renz. Hagen Braunwarth war sehr aktiv, konnte aber zwei "Hundertprozentige" in den ersten acht Minuten nicht verwerten. Christoph Wiesinger hatte nur einen Kurzeinsatz und musste mit seiner verletzten Schulter nach zehn Minuten aufgeben. Marc Segeritz, mit deutlich bandagierten Fingern, war zu gehandicapt.

Das Fehlen von Steffen Kazmaier und Jens Kirschmann war einfach nicht zu kaschieren. Lenningen, mit zu langen Ballkontakten, konnte die TSV-Abwehr nur selten gefährden. Nur wenn Jan Lamparter Druck machte, war Gefahr im Verzug. In punkto Spielwitz und Durchsetzungsvermögen lieferte auch Jochen Renz ein paar Kostproben ab. Ansonsten hatten die Gastgeber eindeutig das Heft in der Hand. Klarer Beweis dafür: Acht Strafwürfe gegen die SG, die beim Eins-gegen-Eins große Defizite aufwies. Ihrem Keeper Sven Lamparter hatten es die Gäste zu verdanken er hielt 21 Würfe dass Lenningen noch glimpflich davon kam. Wolfschlugen spielte meisterwürdig, bestach durch hohe Spielkultur und zeigte den notwendigen Biss. In dieser Hinsicht waren bei der SG nur "Spurenelemente" zu erkennen, so bei einem Wechsel, den Jan Lamparter mit dem 13:23 (41.) abschloss.

Brillante Handballkunst zeigten weiterhin die Gastgeber, bei denen sich Lars Schwend, Frank Illi, Simon Reich und Steffen Lillich gekonnt in Szene setzten. Als alles längst gelaufen war, zeigte Hagen Braunwarth, warum er in der vergangenen Saison unter den ersten vier der SG-Topscorer war: Zwischen der 51. und 53. Minute warf er drei Tore zur 20:31-Ergebniskosmetik. Um dann aber gleich zu staunen, wie Tobias Schmieder einen Dreifach-Kempa zum 32:21 versenkte. Wie homogen der Meister spielte, drückte auch die Torstatistik aus: Elf Spieler konnten sich feiern lassen und diese wurden schon Minuten vor dem Abpfiff vom begeisternd mitgehenden Wolfschlugener Anhang mit Standing Ovations bedacht. Kropfunnötig die letzte Spielminute, in der sich Hagen Braunwarth und Sebastian Baumann noch eine Strafzeit abholten.

döl

TSV Wolfschlugen: Probst, Witzel Illi (5/4), Schwend (4), Haenssler (4/1), Brack (4), Reich (3), Brunner (3), Lillich (3), Stoll (3), Stratmann (2), Kutschbach (2), Schmieder (1).

SG Lenningen: S. Lamparter; Renz (6/3), J. Lamparter (4), Braunwarth (4), Segeritz (3), Baumann (2), J. Wiesinger (2), Austen (1), Stief (1), Schwohl (1), C. Wiesinger.Zuschauer: 550. Schiedsrichter: Gekeler/Stielow, SG Ober-/Unterhausen.