Lokalsport

Hier Frust, dort neue Lust

Fußball-Landesliga: VfL-Kicker gastieren beim Schlusslicht – Kann Weilheim den Aufwärtstrend fortsetzen?

Nach dem Debakel die Depression? Die Landesliga-Fußballer des VfL Kirchheim wollen solch Negativgedanken nach der 2:7-Desillusionisierung gegen den TSV Essingen nicht aufkommen lassen. Doch nur ein Sieg morgen in Schnaitheim hilft im Zweifelsfall weiter. Liga-Konkurrent TSV Weilheim fährt nach dem 4:0-Befreiungsschlag gegen den SV Ebersbach zum Nachbarn TSV Bad Boll.

Sieglos blieben die Weilheimer in der Vorsaison gegen den TSV Boll - auswärts gab es eine 2:3-Niederlage, daheim ein 0:0 (Spiels
Sieglos blieben die Weilheimer in der Vorsaison gegen den TSV Boll - auswärts gab es eine 2:3-Niederlage, daheim ein 0:0 (Spielszene: Michael Schweizer am Ball). Eine Scharte, die sie morgen auswetzen wollen. Foto: Genio Silviani

Weilheim/Kirchheim. Welch ein Kontrast. In Weilheim ist die Stimmung nach dem 4:0-Knaller gegen den Lokalrivalen SV Ebersbach prächtig, unter der Teck die allgemeine Befindlichkeit nach dem „Essinger“ Flop eher fern von positiven Gefühlslagen. Die einst nahezu synchron in die Landesliga-Saison gestarteten Teams des TSV Weilheim und VfL Kirchheim gehen neuerdings getrennte Wege. Die Leistungskurve des TSVW zeigt deutlich bergauf, die der Kirchheimer droht den Schwenk nach unten zu nehmen. Am Tag der Deutschen Einheit bietet sich den VfL-Kickern ein Weg zurück auf die Erfolgsspur. Zwar flüchtete sich selbst ein Fußball-Fachmann wie Norbert Krumm nach dem jüngsten 2:7-Heimflop in Parolen („Mund abwischen und weitermachen“), doch insgeheim erhofft sich das VfL-Urgestein morgen in Schnaitheim eine Trotzreaktion des Teams.

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Das Potenzial, zumindest gegen die etwas schwächeren Landesligateams bestehen zu können, scheint durchaus vorhanden zu sein. Die TSG Schnaitheim gehört rein tabellarisch als Liga-Schlusslicht zwar zweifellos zu den Underdogs, bei der 0:1-Niederlage in Dorfmerkingen wusste das Team am vergangenen Spieltag jedoch zumindest phasenweise beim aktuellen Spitzenreiter zu überzeugen – vor allen Dingen in der Defensive. Erst nach 61 Minuten knackten die Sportfreunde gegen die willensstarken Schnaitheimer (die vor der Pause sogar einen Elfmeter vergaben) durch Florian Wille das spielentscheidende 1:0. Der VfL Kirchheim mit seinem Coach Erol Sarikoc steht beim bislang sieglosen Tabellenletzten wohl vor keiner allzu leichten Aufgabe.

Zeitgleich muss am 3. Oktober der TSV Weilheim zum Derby im nur sieben Kilometer entfernten Bad Boll ran. Weilheims Trainer Alexander Hübbe sieht nach dem missratenen Saisonstart (drei Niederlagen) seit einigen Wochen gewaltige Fortschritte in seinem Team. Das 4:0 gegen den SV Ebersbach am vergangenen Samstag offenbarte eine sehr effektive Spielweise, doch noch fehlt den Weilheimern nach Meinung kritischer Zeitgenossen der Glanz eines Spitzenteams. Das nötige Selbstbewusstsein könnte sich der aktuell Tabellenachte in Boll holen. Der Gastgeber, von Insidern vor der Runde schon in den Kreis der Titelfavoriten aufgenommen, dümpelt mit lediglich acht Punkten am Rande der Abstiegszone herum. Folge: Der Druck auf das Team aus dem Kurort ist vor dem Match gegen Weilheim größer geworden. Das Duell verspricht einen hohen Unterhaltungswert.

Erstaunlich schlägt sich Aufsteiger TSV Köngen. Mit derzeit zwölf Punkten lässt die Mannschaft von Trainer Harald Mangold zurzeit als Tabellenfünfter unter anderem den TSV Weilheim hinter sich. Morgen rückt Spitzenreiter SF Dorfmerkingen in der Fuchsgrube an. Ein Köngener Sieg könnte ganz neue Perspektiven auftun: Der TSVK wäre plötzlich ganz nah dran an der Spitze. Ein verlockender Gedanke.