Lokalsport

Highlight-Show in der Uhlandhalle

Basketball-Oberliga: VfL siegt 82:53 in Tübingen

Mit einem sehr souveränen Auftritt hat sich Oberliga-Spitzenreiter VfL Kirchheim in die Winterpause verabschiedet. Beim 82:53-Erfolg beim SV 03 Tübingen II war vor allem die erste Hälfte eine sehenswerte Basketball-Show voller Höhepunkte.

Tübingen. „Ich bin so stolz auf diese Truppe. Ich genieße jeden Moment mit ihr und bin so dankbar, ihr Coach sein zu dürfen.“ Mit diesen wahrlich weihnachtlichen Worten schickte Trainer Bekim Kukiqi nach einer tollen Vorrunde sein Team in den Weihnachtsurlaub.

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Zuvor hatte Kukiqi die „beste erste Halbzeit in dieser Saison“ gesehen. Bei den jungen Wilden des SV 03 Tübingen (Durchschnittsalter: 17,4 Jahre!) brannten seine Jungs in der ersten Hälfte eine regelrechte Highlight-Show ab, an der sich allerdings auch die gastgebenden Tübinger beteiligten. Denn den Reigen der sehenswerten Aktionen startete der erst 16-jährige Marko Bjelosevic mit drei blitzsauberen Dreiern nacheinander, die die Gastgeber 9:6 (3.) in Führung brachten. Dann aber zeigte der VfL, wer Herr in der Uhlandhalle war. Ein 17:0-Lauf, vor allem über die Center Jorey Scott und Nate Gibbs (drei Dreier) herausgespielt, drehte die Partie und brachte sie in die endgültige Richtung. Der Stand nach zehn Minuten: 30:18 für den VfL.

Tolle Blocks auf beiden Seiten und zwei Alley oops prägten den zweiten Abschnitt. Besonders die Aktion, als Arber Shabani den Ball Richtung Hallendecke warf und alle dachten: „Vielleicht ein bisschen hoch“, hätte in jeder NBA-Top-Ten ihren Platz gefunden. Denn: von wegen zu hoch. Angeflogen kam schließlich Devontee Lawson, griff sich die Kugel weit über Ring-Niveau und hämmerte sie durch die Reuse. Aber auch Tübingen zeigte ein ähnliches Anspiel, konnte im Ganzen aber nicht wirklich mithalten. So führte der VfL zur Pause 49:26, dieser Fisch war geputzt.

Dass die zweite Hälfte dann weit weniger spektakulär war, störte niemand. Beeindruckend war allerdings die weiterhin unermüdliche Ganzfeld-Presse der jungen Tübinger. Nützen konnte es ihnen freilich nichts, aber Coach Manu Pasios dachte dabei auch mehr an die Zukunft als an dieses Spiel.

Schaut man beim VfL nach vorne, kann man derzeit große Zuversicht verspüren. Die Mannschaft hat sich gefunden, passt auch menschlich immer besser zusammen. Wie sie sich am Samstag gegenseitig anfeuerte, machte Eindruck. Und wie sie die Probleme der vergangenen Woche – drei Spieler angeschlagen, einer krank – weggesteckt hat, ebenfalls.

Im neuen Jahr geht der Blick auf das entscheidende Spiel beim Tabellenzweiten TSG Reutlingen – am Samstag knapper 65:60-Sieger beim Tabellenletzten Rottenburg – am 30. Januar. Vorher gibt’s zum Warmwerden noch die Partien in Remseck (16. Januar) und gegen die BG Illertal (23. Januar).ut

SV 03 Tübingen: Abele (3/1), Bjelosevic (16/3), Borras Cruzado, Bristina (5/1), Hiller (5), Konrad, Liebelt, Nadjfeji (2), Papadopoulos, Saddedine (5/1), Skaistlauks (9/1), Sorgius (8)

VfL Kirchheim: Auerbach, S. Bekteshi (9/1), Gibbs (23/3), Kraft, Lawson (6), Pascucci (3), Scott (15), A. Sengül (10), E. Sengül, Shabani (4), Strickland (10/2), Wanzke (2)