Lokalsport

Hilfe für Hochdorf

650 Zaungäste am dritten Turniertag

Weilheimer Dauerläufer, Kirchheimer Favoritendefinitionen und Notzinger Nachbarschaftshilfe – nur drei von unzähligen Randgeschichten am dritten Turniertag des Teckbotenpokals, den bei bestem Fußball-Wetter gestern rund 650 Zuschauer besuchten.

Notzingen - Nabern (schwarz)Teckbotenpokal Fussball 2011

Notzingen - Nabern (schwarz)Teckbotenpokal Fussball 2011

Kirchheim. Pokal total beim TSV Weilheim: Der Landesligist war in den vergangenen drei Tagen drei Mal in Cup-Spielen gefordert. Die bisherigen 150 Minuten Doppelbelastung im WFV- und Teckbotenpokal sind für die Limburgstädter offenbar kein Problem, im Gegenteil. Gestern gab‘s beim 5:0 über den TSV Owen den zweiten Turniersieg und den dritten in Serie.

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Zeit, um den mutmaßlich sicheren Einzug ins Turnierachtelfinale zu feiern, gab‘s jedoch nicht. „Wir haben heute Abend noch Spielerversammlung wegen des WFV-Pokalspiels in Illertissen am Mittwoch“, verriet Spielleiter Günther Friess, der gestern an der Jesinger Allee den etatmäßigen Coach Alexander Hübbe vertrat. Der trainierte zeitgleich mit dem restlichen TSVW-Kader im Lindachstadion – derartiger Personalluxus fußt auf erfolgreicher Jugendarbeit, wie ein Blick auf die Spielberichtsbögen der vergangenen drei Tage zeigt: So wirkten gegen Eislingen mit Marvin Kreck, Yücel Uluköyli, Denis Gomes-Regalo und Mike Tausch vier Eigengewächse mit – Tausch ist sogar erst 17, könnte also noch eine Saison bei den A-Junioren mitwirken.

In Sachen Personalstärke kann mit den Weilheimern dieser Turnier-Tage wohl nur der VfL Kirchheim II mithalten. Bis zu 21 Mann tummeln sich im Kader von Trainer Stefan Haußmann, der nach dem Aus im WFV-Pokal am Samstag gegen Heidenheim („Das war eng, wir hätten‘s verdient ge­habt“.) nun im weiteren Turnierverlauf die personelle Qual der Wahl hat. Dass sein Team nach dem 7:0-Schützenfest über Wernau vom Sonntag als heißer Sieganwärter gehandelt wird, lässt Haußmann kalt. „Wir sind ein Mit-, aber nicht der Topfavorit. Das ist meiner Meinung nach Weilheim, die mit dem 4:1-Sieg im Pokal über Eislingen ein richtiges Ausrufezeichen gesetzt haben.“

Apropos Ausrufezeichen: Das setzte nach einhelliger Meinung auf den Stadionrängen gestern Abend auch der TSV Notzingen – zumindest im Spiel nach vorne. Da ist der Neu-A-Ligist mit den erfahrenen Schäfer-Brüdern Ingo und Fabian sowie den pfeilschnellen Mario Mettang und Daniel Deuschle überdurchschnittlich gut besetzt. Wesentlich anfälliger die Defensive, die beim gestrigen 2:0 über Nabern, durch das die Notzinger das Achtelfinal-Ticket trotzdem so gut wie sicher haben, ein ums andere Mal schwindelig gespielt wurde und dabei eklatante Stellungsfehler offenbarte. „Da muss ich die Jungs noch ein bisschen scheuchen“, schmunzelte TSVN-Trainer Thomas Eppinger.

Den hat am Wochenende übrigens ein sportlicher Hilferuf aus seiner Heimat erreicht: In Eppingers Wohnort Hochdorf ist der Sportplatz im Aspen nach der Randale-Fahrt eines Irren, der mit seinem Auto kreuz und quer über den Rasen pflügte, für unbestimmte Zeit unbespielbar. Folge: Die Kicker des TV Hochdorf sind auf Trainings-Obdach angewiesen und haben deshalb bei Eppinger, selbst jahrelang beim TVH aktiv, angeklopft. „Ich muss das noch klären, aber wegen mir können die diese Woche bei uns in Notzingen trainieren. Wir sind ja eh die ganze Woche beim Teckbotenpokal“, formuliert Eppinger seine Hilfe für Hochdorf.