Lokalsport

Hilflose SG ohne Durchschlagskraft im Angriff

Lenningens derzeitige Handball-Euphorie hat auch eine Schattenseite: Die SG-Frauen konnten ihr Tempo aus dem vergangenen Spiel in der Württembergliga nicht in die Begegnung gegen die TSG Giengen/B. mitnehmen. Sie verloren auf eigenem Platz mit 16:20 (8:12).

LENNINGEN Zwei zentrale Spielerinnen prägten das Geschehen: Carmen Schirm bei der TSG und Nicole Schmid bei Lenningen. Als Schmid Mitte der zweiten Halbzeit eng gedeckt wurde, herrschte Hilflosigkeit im Angriff der SG. Gegen die starke Carmen Schirm fanden die Gastgeberinnen kein Rezept. Von ihrer Spielfreude profitierten auch Corinna Gaschler und Hanna Trittler.

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Und mit noch einem Problem hatte das Schlusslicht aus dem Lenninger Tal zu kämpfen: Das schnelle Konterspiel der TSG glich einem Hase-und-Igel-Spiel. Kam Lenningen zum Torerfolg, wurde dieser blitzschnell vom Anspiel weg mit einem Gegentreffer gekontert. Da hatte die SG riesen Probleme, die sich auf der rechten Abwehrseite noch häuften. Giengen kam dort zu leichten Toren. Hinzu kam, dass die Gäste von Latten- und Pfostenwürfen profitierten. Dreimal nahmen sie die Abpraller auf und überliefen die SG-Abwehr. Vom 9:3 in der 18. Minute setzten sich die Ostälblerinnen auf 12:8 zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff ab. Zu den wenigen Erfolgserlebnissen in der ersten Hälfte zählte ein Gegenstoßtor von Karin Sliwka zum 8:12- Halbzeitstand.

Die bessere Spielkultur, ausgehend von vielen Kreuzbewegungen, verschaffte der Schirm-Sieben eindeutige Vorteile, die von Corinna Schirm vollendet wurden. Es hätte wohl düster ausgesehen, hätte Nicole Hahn im SG-Tor nicht eine starke Leistung geboten. Da hatte auch die ehemalige Oberliga-Torjägerin Schirm ihre Probleme.

Den Unterschied machte das Tempo. Die TSG benötigte zwei, drei Stationen bis in Kreisnähe, während sich Lenningen im Bummelzug-Tempo durch die Mitte quälte. Und doch hätte es noch Hoffnung gegeben, wenn Sandra Dangels Wurf beim 14:16 nicht von der Latte zurückgeprallt und der spurtenden Carmen Schirm in die Hände gefallen wäre. Die zog auf und davon, machte das 17:14 und in der gleichen Minute traf Gaschler zum 18:14. Beim Team aus Giengen, das jetzt auch einige Schwächephasen hatte, wurde das Tempo langsamer. Doch die SG erstarrte in Hilflosigkeit bei ihren Angriffsaktionen. Zu dicht auf der Abwehr und dann mit unkontrolliertem Anspiel kam die TSG immer wieder in Ballbesitz und arbeitete sich Chancen heraus. Lenningens Beste, Nicole Hahn, verhinderte Schlimmeres und hatte in der 57. Minute Pech, als ihr ein Wurf von der Lattenkante in den Rücken prallte und von dort zum 15:19 ins Netz kullerte. Die weiteren Angriffsbemühungen der SG waren zu einfach, es fehlten Ideen. Beim 16:20 kurz vor Schluss konnte sich Schmid einmal von ihrer Bewacherin lösen und ein Sliwka-Anspiel verwerten.

döl

SG:

Vöhringer, Hahn; Schmid (7/3), Sliwka (3), Timar (3), Dick (2), Beller (1), Baermann, Dangel, Kazmaier, Platz, Vogelmann. Zuschauer:

100.Schiedsrichter:

Häußler/Kraus, Bietigheim/Metterzimmern, gefielen gut.