Lokalsport

Himmlische Ruhe an Himmelfahrt

Bereits den dritten wetterbedingten Ruhetag mussten die Piloten gestern auf der Hahnweide in Kauf nehmen. Auch der Himmelfahrtstag machte seinem Namen keine Ehre. Seit Wochenbeginn, als nur ein verkürztes Programm geflogen werden konnte, warten die Teilnehmer vergeblich auf einen Wertungstag.

CORINNA FRITZ

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KIRCHHEIM Am Dienstagmorgen demonstrierte die Wettbewerbsleitung trotz des schlechten Wetters noch Zweckoptimismus. Um einen weiteren Wertungstag verbuchen zu können, wurde beim auf 12 Uhr verschobenen allmorgendlichen Briefing zunächst der 18-Meter Klasse eine ungefähr 160 Kilometer lange Strecke zur Aufgabe gestellt. Diese Piloten sollten austesten, ob die thermischen Aufwinde ausreichen würden, um auch die anderen Klassen "an den Himmel" zu hängen. Von den Segelflugzeugen der 18-Meter-Klasse haben die meisten einen ausklappbaren Hilfsmotor, der die Piloten vor einer Außenlandung bewahrt. Daher wurden diese Piloten als Thermiktester engagiert, um Rückholaktionen zu vermeiden.

Jedoch hatte es Petrus mit den Hahnweidpiloten nicht gut gemeint: Bereits eine halbe Stunde, nachdem das letzte Flugzeug in der Luft war, wurde von der Wettbewerbsleitung der Dienstag für alle Klassen neutralisiert. Am Mittwoch war für Wetterfrosch Jupp Dahlem bereits am Morgen abzusehen, dass dies kein Flugtag werden würde. Zur Mittagsstunde wurde dann auch der zweite Tag für alle Klassen neutralisiert und der sportliche Leiter Abi Kießling konnte die Piloten und Pilotinnen zur alternativen Tagesplanung entlassen. Am Abend schaute man gemeinsam einen Film und alle hofften auf besseres Wetter.

Sowohl unter der Wettbewerbsleitung, als auch unter den Piloten verbreitete sich die Hoffnung, dass wenigstens der Himmelfahrtstag seinem Namen alle Ehre machen würde. Doch die dicken Wolken und der Regenvorhang, der an der Albkante hing, machte gestern erneut ein Verschieben des Briefings auf die Mittagszeit unumgänglich. Beim zweiten Briefing war für Wettbewerbsleiterin Rita Heimann klar, dass geflogen wird. Die Segelflugzeuge sollten aufgebaut werden und der Start wurde auf 14.30 Uhr angesetzt.

Abi Kießling hatte versucht, mit drei verschiedenen Aufgabenvariationen pro Klasse sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Doch das von den Meteorologen versprochene "Wetterfenster", das die Hahnweide gegen Nachmittag hätte erreichen sollen, kam nie über Kirchheim an. Immer wieder mussten die Piloten, die alle an ihren aufgerüsteten Maschinen auf Sonnenschein und den damit verbundenen Start warteten, vor den Regenschauern flüchten. Das Aus kam dann kurz vor 16.30 Uhr, als klar wurde, dass die Hahnweide vergeblich auf Wetterbesserung wartete und die Wettbewerbsleitung schweren Herzens auch den Donnerstag neutralisieren musste. Unverrichteter Dinge wurden die Segler wieder in die Hänger gepackt.

Für die Pilotinnen und Piloten war dies vielleicht bereits das Ende des Wettbewerbs, da für die kommenden Tage keine Wetterbesserung in Sicht ist. Wetter-Experte Jupp Dahlem befürchtet: "Der Donnerstag war unser letzter Hoffnungsschimmer." Für die Teilnehmer bleibt nur noch, das beste aus der unverhofft gewonnenen Freizeit zu machen und bis zum offiziellen Wettbewerbsende am Samstag die fröhliche Stimmung nicht zu verlieren.