Lokalsport

"Historisches" Derby mit viel Brisanz

14 Kilometer sind es laut Navigationssystem vom Stadion des FC Frickenhausen bis zur Jesinger Allee in Kirchheim. Weite Wege muss der Aufsteiger aus dem Neuffener Täle also morgen nicht zurücklegen zumindest bei der Anfahrt.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Auf dem Spielfeld dürften bei den Gästen morgen Nachmittag ab 15.30 Uhr dagegen die Kilometerfresser gefragt sein. Der mit einem Sieg und sechs Niederlagen in Folge gestartete Neuling steht beim Nachbarschaftsduell schon in dieser frühen Saisonphase mit dem Rücken zur Wand. Was die Aufgabe für den VfL Kirchheim gegen den Tabellenletzten nicht einfacher macht. "Der FC wird alles daran setzen, bei uns zu punkten", warnt VfL-Spielertrainer Michael Rentschler sein Team. Das weiß freilich ganz genau, worum es morgen geht.

Die Perspektiven für die Kirchheimer sind nämlich nicht die schlechtesten. Gelänge ein Sieg, hätte der VfL mit 14 Punkten nicht nur ein sattes Polster gegenüber der Kellerregion, zum anderen wäre damit ein fester Platz im oberen Mittelfeld verbunden. VfL Kirchheim gegen FC Frickenhausen das bedeutet auch, dass das Team mit der besten Abwehr (nur sieben Gegentore) auf jenes mit der schlechtesten Verbandsliga-Defensivabteilung (22) trifft. Der VfL-Spielertrainer, selbst als Abwehrkoordinator einer der Defensiv-Erfolgsgaranten, fordert von seinen Offensivkräften eine konsequentere Chancenverwertung, denn die magere Bilanz von nur neun Saisontreffern trübt die ansonsten ordentliche Zwischenbilanz nach acht Partien.

Personell sind die Teckstädter nicht frei von Sorgen. Die Mittelfeldspieler Mario Grimm (Nebenhöhlenentzündung) und Coskun Isci (Fieber) mussten in dieser Woche im Training kürzer treten. Zudem gehören Lukas Wolak und Erol Öztürk, im Sommer Nachrücker aus der eigenen Jugend, nicht mehr dem Kader des Verbandsligisten an. "Die beiden haben aus persönlichen Gründen aufgehört", kommentierte Rentschler den Weggang des Duos, das offenbar keine Chance auf einen Stammplatz hatte. Über den Gegner hat sich Perfektionist Rentschler natürlich gut informiert. "Die sind nicht so schlecht, wie der Tabellenplatz aussagt", glaubt er.

Kirchheims sportlicher Leiter, Norbert Krumm, kennt zudem eine ganze Reihe der Frickenhausener Akteure gut, denn insgesamt neun Kicker des aktuellen FCF-Kaders trugen einst das Trikot der Blauen. "Der FC ist schon seit Jahren so etwas wie eine Filiale des VfL", sagt Krumm. Angreifer Antonio Portale, Mittelfeldspieler Marc Kaisner und Abwehrstratege Tobias Laskowski kickten sogar zu Oberligazeiten unter der Teck. "Für uns ist die Partie auf jeden Fall so etwas wie ein historisches Derby", erklärt FCF-Trainer Klaus Fischer, "denn der VfL war für uns über Jahre hinweg ein Vorbild im lokalen Fußball." Nun sind beide Clubs auf Augenhöhe. Oder besser gesagt nicht ganz, denn der FC spürt als Schlusslicht kräftigen Gegenwind in den neuen Gefilden. "Ein Punkt an der Jesinger Allee wäre somit schon eine feine Sache", meint Fischer, der hofft, dass rund 300 Fans den FC beim Derby unterstützen.

Der langjährige Coach kann wieder auf seinen Stammkeeper Oygar Vangöl (23) zurückgreifen, der eine Verletzung auskuriert hat. Eben jener Vangöl sorgte am ersten Spieltag für das "Tor des Jahres" in der Verbandsliga. Bei einer Rettungsaktion am eigenen Strafraum schoss er den Ball über das gesamte Spielfeld und traf gegen den FV Rottweil zum zwischenzeitlichen 1:1. Nicht nur deshalb sollte der VfL morgen auf der Hut sein....