Lokalsport

Hitze, schlappe Reifen Henzler hadert

Buchstäblich auf den Felgen daher kam der GT3-Porsche des Nürtinger Rennfahrers Wolf Henzler nach dem 400-Kilometer-Rennen in Mexiko City: Die Reifen waren völlig schlapp. Der starke Materialverschleiß in der Endphase hatte ihn im GT-Klassement den möglichen Podiumsplatz gekostet.

EBERHARD STRÄHLE

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MEXIKO CITY Beim zweiten Lauf zur Grand-American Rolex Serie für Daytona-Prototypen und GT- Fahrzeuge in Mexiko City einem Rennen über 400 Kilometer belegte der Nürtinger Wolf Henzler, Mitglied des Motorsportklubs Kirchheim/Teck, zusammen mit Copilot Eric Lux (USA) im Tafel-Porsche 911 GT3 Cup den siebten Platz im GT-Klassement. In der Gesamtwertung fiel er mit 35 Punkten auf Platz zwölf zurück. An der Tabellenspitze findet sich das Mazda-RX-Trio Trembley, Ham, Haskell (61).

Gut, dass sich Henzler auf ein hartes Rennen eingestellt hatte: Das Autodromo Hermanos Rodriguez glich nämlich einem großen Hitzekessel. "Bei dieser enormen Hitze von über 30 Grad verlangt der Körper nach viel Flüssigkeit. Selbst im Rennwagen hatte ich stets die Trinkflasche mit Mineralwasser und Elektrolyten dabei", sagte Henzler. Die äußeren Bedingungen im Land des Montezuma waren an diesem Rennwochenende alles andere als bequem.

In dem Motodrom waren vier Trainingssitzungen zu absolvieren. Das Tafel-Team war versucht, den Porsche 911 GT 3 Cup optimal einzustellen, doch die Spanne der potenziellen GT-Platzierungen für Henzler/Lux reichte von Platz zwei bis zwölf. Das abschließende Qualifying fuhr vereinbarungsgemäß Lux. Der stellte den Porsche auf den vierten Startplatz. Schnellster GT-Pilot war der US-Amerikaner Nick Ham in einem Mazda RX-8 vor den beiden Farnbacher-Porsches mit Leh Keen und Dirk Werner.

Im 400-Kilometer-Rennen setzte sich Eric Lux als Erster ins Cockpit und behielt, wie die meisten Piloten im 40 Boliden umfassenden Feld, 75 Minuten das Steuer fest in der Hand. Der US-Amerikaner bugsierte den GT3-Porsche mit der Startnummer 74 nach wenigen Runden bis auf Rang zwei. Allerdings machten die beiden Werks-Pontiac mit den Fahrern Leighton Rees und Paul Edwards dem Tafel-Mann das (Rennfahrer-) Leben schwer. Prompt verbremste sich Lux und sah sich plötzlich auf Position drei wieder.

Doch die Pontiac-Piloten beharkten sich weiterhin gegenseitig kein Glücksfall für Eric Lux: Als Rees beim Anbremsen einer engen Kehre zu dicht auf Edwards auffuhr, der sich drehte und dabei auch den Tafel-Porsche ins Gras schickte, kostete diese Aktion gut 20 Sekunden und einige Plätze. Zum Glück konnte Henzler, der später wieder auf Platz drei aufschloss, den Zuffenhausener Sportwagen gänzlich unbeschädigt übernehmen.

Materialverschleiß kostete Henzler den möglichen Treppchenplatz. "Nach rund 45 Minuten ließ die Reifenhaftung nach", sagte der Nürtinger, der erst Rees' Pontiac an sich vorbeiziehen lassen musste und, bis zum Fallen der schwarz-weiß-karierten Zielflagge, noch bis auf Platz sieben durchgereicht wurde. Als Henzler ausstieg, war vom ursprünglichen Rennreifen nicht viel übrig geblieben: Die innere Reifenschulter war abgefahren bis zur Leinwand. Was den Nürtinger sowohl sinnieren ("haben wir einen Fehler beim Setup des Wagens gemacht oder lag es am Sturz?") als auch hadern ließ.

Als nächstes steigt Henzler am verlängerten Märzwochenende 14./15./16./17. März in den Rennwagen. In Sebring/Florida beginnt die diesjährige American Le-Mans-Serie (ALMS) mit dem berüchtigten 12-Stunden-Rennen von Sebring. Henzler startet in dieser Serie an der Seite des Schotten Robin Liddell und dem Kalifornier Patrick Long. Arbeitsgerät ist der Porsche 911 GT3 RSR des Tafel- Teams.