Lokalsport

Höllentrip am Himmelfahrtstag

Landesligaszene Der VfL Kirchheim geht in Oberensingen unter – Weilheim ist so gut wie gerettet.

Weilheim. Dem VfL Kirchheim und dem TSV Weilheim geht es wie den berühmten Königskindern in der Ballade - sie können zusammen nicht kommen. Die Mannen von der Teck verspielten in Oberensingen die allerletzte Chance, sich nach fünf langen Jahren wieder einmal auf Augenhöhe mit den Nachbarn von der Limburg in der Landesliga messen zu können.

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Bei neun Punkten Rückstand ist der Relegationsplatz zwei endgültig passé. Der ist jetzt dem gestrigen Gegner so gut wie sicher. Für den VfL wurde der Gang über den Neckar zu einem Höllentrip am Himmelfahrtstag. Inszeniert von Altmeister Ferdi Er rollte Angriff auf Angriff Richtung Kirchheimer Tor, und Fatih Özkahraman schlug beim 4:0 gegen seinen Ex-Verein gleich zweimal zu. „Die waren einfach besser und haben völlig verdient gewonnen“, sagte VfL-Spielleiter Roberto Gaviano. Letztes Saisonziel der Blauen: Wenigstens Platz drei wie im Vorjahr.

Wie Kirchheim muss wohl auch die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang die Hoffnung auf die Relegation begraben. Stark ersatzgeschwächt setzte es beim Abstiegskandidaten Vorwärts Faurdau eine 1:2-Niederlage, die Torwart Florian Zapf und Cosimo Attorre mit einem Elfmetertor in Grenzen hielt.

Eine Klasse höher ist für den TSV Weilheim Land in Sicht. Mehr noch: Mit dem 2:0-Erfolg bei den Leidensgenossen in Frickenhausen haben die Limburgstädter das rettende Ufer so gut wie erreicht. Am Sonntag noch ein Heimsieg gegen Germania Bargau, und die Verantwortlichen können endgültig für die nächste, die achte Weilheimer Saison in der Landesliga in Folge, die Segel setzen.

Allerdings: Um die künftige „Bootsbesatzung“ gibt es noch reichlich Fragezeichen. Der Aderlass ist riesengroß. Von der Anfangself am Mittwochabend steht künftig nur noch Torwart Jonas Schmid zur Verfügung. Alle anderen verlassen den Verein. Ein Exodus, der seinesgleichen sucht. Der TSVW setzt nun verstärkt auf den Nachwuchs und sucht zur Ergänzung dringend Ersatz mit Erfahrung. Aber welcher namhafte Spieler heuert schon bei einem Torso an?

Wer miterlebte, wie die Rot-Weißen nach dem Schlusspfiff die ersten drei Punkte nach fünf sieglosen Spielen feierten, musste sich wundern, wie es überhaupt zu diesem Abzug in Truppenstärke kommen konnte. Sie hüpften im Kreis wie kleine Kinder und feierten.

Auch im Spiel selber waren alle Akteure voll engagiert und vor der Pause im absoluten Angriffsmodus. Nach dem Doppelschlag gegen die verzweifelt anrennenden Gastgeber zeigten sich die Weilheimer mit Pep in der Abwehr, was Sven Dobler mit der gelb-roten Karte bezahlte. Chris Eisenhardt sagte es mit einem Vergleich aus dem Tierreich: „In der ersten Halbzeit waren wir wie eine giftige Schlange, in der zweiten haben wir uns erfolgreich verkrochen wie eine Maus.“

Die gute Laune des scheidenden Trainers schlug einen Tag später in herbe Enttäuschung um. Als Augenzeuge erlebte er in Bettringen wie der TV Echterdingen nach einer 2:1-Führung noch 2:4 unterging. Seine künftige Mannschaft, gleichzeitig auch die seines Co-Trainers Daniel Heisig und von Tobias Heim und Sven Dobler ist auf den 13., und damit auf den Relegationsplatz, abgerutscht. Der Abstieg in die Bezirksliga droht.

Den Aufstieg in die Verbandsliga machen nur noch Heiningen und Waldstetten unter sich aus. Der SV Ebersbach stolperte bei seiner Aufholjagd zuhause über Weilimdorf (2:2).ks