Lokalsport

Hoffen auf den „Wundersturm“

Notzinger verpflichten zwei Top-Angreifer

Die Hoffnungen des krisengeschüttelten TSV Notzingen liegen auf zwei Neuverpflichtungen: Die Stürmer Gabriel Andrijevic und Talip Uysal sollen den Tabellenletzten zum Klassenerhalt führen. Vor allem der verbandsligaerfahrene ­Uysal könnte sich als absoluter Glücksgriff erweisen.

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Notzingen. Neue Besen kehren gut: Auch auf den Notzinger Trainer Erwin Glaunsinger scheint dieses Sprichwort zu passen. Dank seiner Kontakte steht dem akut abstiegsbedrohten TSV Notzingen plötzlich ein Stürmer von Topformat zur Verfügung: Talip Uysal heißt der neue Mann, war unter Glaunsinger bei der TuS Metzingen (Verbandsliga) und dem TSuGV Großbettlingen (Landesliga) aktiv. Zuletzt absolvierte der 29-Jährige, der in Unterhausen wohnt und in Reutlingen studiert, sogar einige Trainingseinheiten bei Regionalligist SSV Reutlingen – entsprechend groß sind die Erwartungen im Eichert. Doch Glaunsinger bremst die Euphorie: „Es wäre fatal, alles jetzt nur an ihm festzumachen. Wichtig ist, dass wir als Einheit auftreten, dann können wir auch da unten rauskommen.“

Da unten, das ist der letzte Tabellenplatz, den die Notzinger mit nur neun Punkten aus 14 Spielen belegen. „An eine so schlechte Hinrunde kann ich mich nicht erinnern“, stöhnt der Vereinsvorsitzende und Abteilungsleiter Wolfgang Schäfer, der sich im Rückblick auf den bisherigen Saisonverlauf in Selbstkritik übt. „Ich hätte wahrscheinlich schon früher auf die Talfahrt reagieren sollen“, glaubt er. Soll heißen: Dem Abschied von Ex-Trainer Ronald Witt im November wäre Schäfer gerne mit einem Rausschmiss zuvorgekommen. „Aber hinterher ist man ja immer schlauer“, weiß Schäfer.

So oder so: Die Blicke im Eichert gehen nach vorne. Neben Talip Uysal freuen sich die Notzinger auch auf Sturmhoffnung Nummer zwei: Der langjährige TSVN-Goalgetter Gabriel Andrijevic kehrt von Landesligist SV Göppingen zurück. „Er kann für uns sicher sehr wertvoll werden“, glaubt Erwin Glaunsinger, der für die Rückrunde auch mit Spielern aus der zweiten Mannschaft rechnet. Vor allem Peter Schenk und Andreas Ruff sollen im Mittelfeld für Entlastung sorgen, zumal die Notzinger auf ihren bisherigen Spielmacher verzichten müssen. Ingo Schäfer, streitbarer Filius des Vereinsbosses, hat seinen Heimatverein verlassen. Nachdem der anvisierte Wechsel zum höherklassigen TSV Köngen nicht klappte, geht der 23-Jährige nun für den Notzinger Ligakonkurrenten FV 09 Nürtingen auf Torejagd – wenn‘s am 10. Mai zum Duell kommt, will Schäfer nach eigenem Bekunden übrigens nicht auflaufen. Sein Zwillingsbruder Fabian, der unter Ex-Trainer Witt zwischenzeitlich für ein Spiel suspendiert war, hält dem TSVN indes die Treue. „Ich bin in Topform und will wieder richtig Gas geben“, sagt er. pet