Lokalsport

Hoffnung auf Rückkehr

2:9 beim Spitzenverein SSV Reutlingen, 9:6 im Kellerduell beim TTC Reutlingen: Mit Anstand verabschiedeten sich die Tischtenniscracks des VfL Kirchheim aus der höchsten württembergischen Spielklasse.

Anzeige

Reutlingen. Nach einer schwachen Vorstellung bei der klaren 2:9-Niederlage gegen den SSV präsentierte sich die VfL-Mannschaft tags darauf zumindest in kämpferischer Hinsicht stark verbessert und konnte beim 9:6 gegen den TTC einen Pres­tige-Sieg feiern. Damit gab es am „Reutlinger“ VfL-Wochenende Sieg und Niederlage: kein schlechter Abgang. Mit nur vier Matcherfolgen, davon drei allein in der Rückrunde, war für den VfL letztlich aber nicht mehr drin als der elfte und letzte Tabellenplatz, obwohl am Ende nur ein Punkt zu Platz neun fehlte.

Das Match beim SSV – der zu den Zeiten eines Peter Stellwag eine absolute Hochburg im deutschen Tischtennissport war – geriet aus Kirchheimer Sicht zur Enttäuschung. Die VfL-Cracks waren aufgrund des knappen Ausgangs im Hinspiel (6:9) durchaus optimistisch angereist und rechneten sich bei optimalem Verlauf ein Remis aus – was zusammen mit dem erhofften Sieg anderntags beim TTC dann sogar noch Platz neun und doch noch eine vage Hoffnung auf den Klassenerhalt bedeutet hätte. Doch der SSV um Spielertrainer Markus Teichert machte von Anfang an richtig Druck, und die Kirchheimer fanden kein Gegenmittel. Fast alle VfL-Cracks ließen viel zu früh die Köpfe hängen und nach der vielleicht schwächsten Rückrundenleistung stand nach gut zwei Stunden die deftige 2:9-Niederlage fest.

Einzig Hohl/Hummel im Eingangsdoppel und Klaus Hummel (3:0 gegen Wieder) konnten Pluspunkte einfahren. Im Spitzeneinzel ärgerte Hummel Reutlingens Markus Teichert, der bei den deutschen Meisterschaften im Achtelfinale knapp mit 3:4 an Timo Boll gescheitert war, einen Satz lang (11:8). Teichert zog das Tempo aber an und gewann am Ende noch sicher mit 3:1.

Tags später, im Gastspiel gegen den TTC Reutlingen, wollte sich die Teckmannschaft mit einem Sieg aus der Verbandsliga verabschieden. Es entwickelte sich ein spannendes Match. Bis zum 5:4 hielten die Teckstädter ihren 2:1-Vorsprung aus den Eingangsdoppeln, doch dann kassierten Klaus Hummer (0.3 gegen Wirth) und Tobias Braun (gegen Schmauder) am Spitzenpaarkreuz zwei Niederlagen und das Blatt schien sich zugunsten der Gastgeber zu wenden. Doch der an diesem Tag überragende VfL-Kapitän Michael Hohl zeigte seiner Mannschaft wieder den Weg zum Sieg. Mit einer fehlerlosen Leistung besiegte er den gewiss nicht schwachen Ulrich „Lupo“ Stähle mit 3:0. Alexander Bihr konnte in diesem Sog einen 0:5-Rückstand im Entscheidungssatz noch in ein 11:8 umbiegen. Das in der Rückrunde sehr erfolgreiche hintere Paarkreuz mit Andreas Rohr und Axel Schorradt setzte nach und sicherte mit zwei Erfolgen schließlich den Auswärtssieg.

Kirchheimer Fazit: Trotz einer stark verbesserten Rückrunde mit drei Siegen und mehreren 7:9-Niederlagen konnte der VfL den letzten Tabellenplatz am Ende der Saison nicht mehr abgeben. Positiv: So wie es derzeit aussieht, wird kein Spieler den Verein verlassen, sodass die Kirchheimer nächste Saison in der Verbandsklasse wieder eine gute Rolle spielen könnten. as

SSV Reutlingen – VfL 9:2: Schulz/Metzler – Hummel/Hohl 0:3, Teichert/Seefried – Braun/Rohr 3:0, Nüssle /Wieder – Schorradt/Bihr 3:1, Metzler – Hummel 0:3, Teichert – Braun 3:0, Wieder – Hohl 3:1, Seefried – Bihr 3:1, Schultz – Rohr 3:1, Nüssle – Schorradt 3:1, Teichert – Hummel 3:1, Metzler – Braun 3:1

TTC Reutlingen – VfL 6:9: Stähle/Wirth – Braun/Rohr 3:2, Schmauder/Schmauder – Hummel /Hohl 1:3, Drautz/Rempfer – Schorradt/Bihr 1:3, Schmauder C. – Hummel 0:3, Wirth – Braun 3:0, Stähle – Bihr 3:0, Drautz – Hohl 0:3, Schmauder D. – Schorradt 3:1, Rempfler – Rohr 0:3, Wirth – Hummel 3:0, Schmauder C. – Braun 3:0, Stähle – Hohl 0:3, Drautz – Bihr 2:3, Schmauder D. – Rohr 0:3, Rempfler – Schorradt 2:3.