Lokalsport

Hoffnung in Hoffenheim

Fußball-Oberliga: VfL verliert mit dem letzten Aufgebot beim Primus 1:2

Achtbar geschlagen, aber erneut verloren: Der kriselnde Fußballoberligist VfL Kirchheim hat gegen 1899 Hoffenheim II bei der 1:2-(0:1)-Niederlage gezeigt, dass trotz des aktuellen Negativlaufs durchaus noch Substanz im Team ist.

Reimund Elbe

Sinsheim. Das miese Gefühl kennen die Kirchheimer Kicker bereits zur Genüge: Als der Unparteiische gestern inmitten eines Platzregens zur Pfeife griff und die Partie beendete, war die nächste Niederlage, die Siebte in Folge, für die Teckstädter perfekt. Im Gegensatz zur trostlosen Vorstellung acht Tage zuvor gegen den ASV Durlach (0:2) konnten die VfL-Akteure diesmal allerdings mit erhobenem Haupt vom Platz marschieren.

Gegen die wie erwartet spielerisch bärenstarken Hoffenheimer hielten die Gäste mit viel Kampf dagegen, ab und an kreuzten die Kirchheimer sogar vor dem TSG-Tor auf. Dabei waren die Vorzeichen für den einstigen Spitzenreiter VfL alles andere als gut: Ein halbes Dutzend Akteure fehlte (darunter das verletzte Sturmduo Maximilian Laible/Antonio Tunjic und der grippekranke Abwehrspieler Ferdi Er), Mittelfeldspieler Marcel Hofbauer half bei der VfL-Zweiten in der Kreisliga A aus. Nur vier Auswechselspieler (Ersatzkeeper Denis Jercic inklusive) tummelten sich somit am Spielfeldrand.

Doch es kam noch dicker: Innenverteidiger Nico Kauffmann musste kurz nach der Pause passen – er hatte nach einem Zusammenprall mit einem Hoffenheimer akute Sehprobleme. Minuten zuvor hatte sich bereits Mittelfeldakteur Oliver Otto das lädierte linke Knie kühlen und bandagieren lassen. Otto wurde mit Verdacht auf eine Innenbanddehnung ausgewechselt. Personell auf dem Zahnfleisch, aber mit breiter Brust: So lässt sich der Kirchheimer Auftritt im bekanntesten Dorf Deutschlands zusammenfassen. Immerhin benötigte der Tabellenführer vor rund 400 Zuschauern über eine halbe Stunde, ehe sich durch Denis Thomalla die erste Topchance ergab: Der junge Angreifer verzog bei einem Schuss aus elf Metern nur knapp – die Kugel strich links am Gehäuse vorbei. Thomalla machte es in der 45. Minute dann besser. VfL-Youngster Kai Huttenlocher verkalkulierte sich im Mittelfeld bei einem hohen Ball, unterlief das Leder, die Hoffenheimer stießen blitzschnell nach vorne und eben Thomalla nutzte eine Hereingabe mit einem wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz zum 1:0. Der gute Schiedsrichter Markus Kugele pfiff erst gar nicht mehr an.

Doch es gab keinen Knacks im Kirchheimer Spiel. Zwar zog die TSG eine sehenswertes Kombinationsspiel auf, zelebrierte „One-Touch-Fußball“, doch der Defensivverband der Gäste wirkte hellwach – bis zur 77. Minute. Der quirlige Robin Neupert drosch just zu diesem Zeitpunkt eine flache Freistoß-Hereingabe von der Strafraumgrenze ins rechte untere Eck. 2:0 – die Partie schien entschieden, der Hoffenheimer Fanclub feierte auf den Rängen bereits den Sieg. Aber der VfL wusste weiter zu gefallen, riskierte mehr und wurde in Form eines Foulelfmeters belohnt. Der für Oliver Otto eingewechselte Emrah Polat drang in der 80. Minute in den den Strafraum ein, ging zu Boden und verwandelte den folgenden Strafstoß per brachialem Schuss in die Tormitte. Es wurde nochmals turbulent im Dietmar-Hopp-Stadion.

Warum den Kirchheimern der Ausgleich nicht mehr glückte? Wohl auch deshalb, weil das Duo Laible/Tunjic im Moment kaum zu ersetzen ist. So blieb der Angriff bei aller kämpferischen Leidenschaft summa summarum ein laues Lüftchen. Am kommenden Sonntag gegen den abstiegsbedrohten FC Denzlingen sollte – oder muss – das anders werden.

1899 Hoffenheim II: Grahl – Klingmann, Gulde, Rosen, Raitala – Kaiser (61. Schäfer), Neupert, Herdling, Ludwig (87. Kamavouaka) – Jabiri (65. Hemlein), Thomalla

VfL Kirchheim: Stowers – Hentschel, Huttenlocher, Kauffmann (49. Hertel), Eisenhardt – Gürol, Otto (46. Polat), Ohran, Kuhn – Horeth, Forzano (63. Ziegler)

Tore: 1:0 Thomalla (45.), 2:0 Neupert (77.), 2:1 Polat (82., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Herdling, Hemlein – Ohran, Hentschel

Schiedsrichter: Markus Kugele (Nürnberg)

Zuschauer: 400

Anzeige
Anzeige