Lokalsport

„Hohes Bein“ kostet den Sieg

Es geht wieder aufwärts beim Fußball-Oberligisten VfL Kirchheim. Gegen den Regionalliga-Anwärter FC Heidenheim erzielte der Aufsteiger am Samstagnachmittag an der Jesinger Allee ein achtbares 2:2 (2:1).

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EBERHARD EINSELEN

Kirchheim. „Für uns war es ein schöner Tag“, kommentierte VfL-Trainer Christian Hofberger das Remis vor 320 Zuschauern (davon rund die Hälfte von der Ostalb). In der Tat rehabilitierten sich die Kirchheimer für die desolate Vorstellung bei der 0:2-Niederlage vor einer Woche in Schwieberdingen. Und: Die Teckstädter ließen auch die peinliche 1:9-Schlappe beim Vorrundenmatch in Heidenheim vergessen. Bemerkenswert: Die Kirchheimer erkämpften sich den Punkt gegen die ambitionierten Gäste, ohne dass das Glück zu sehr Pate stand. FCH-Trainer Frank Schmidt: „In der zweiten Halbzeit haben wir uns das Unentschieden regelrecht verdienen müssen.“ Über diese Aussage freute sich Hofberger diebisch: „Das ist für uns das schönste Kompliment.“

Die Partie begann für den VfL optimal. Der erste ernst zu nehmende Angriff führte zum 1:0. Kirchheims Offensivkraft Antonio Tunjic ließ Heidenheims Torwart-Routinier Erol Sabanov mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Abwehrmöglichkeit (10.). Auch der schnelle Ausgleich durch Dieter Jarosch (12.) brachte den VfL nicht aus dem Rhythmus.

Ein kapitaler Fehler vom Heidenheimer Abwehrspieler Tim Göhlert nutzte erneut der 24-jährige Antonio Tunjic zur Führung zum 2:1 (21.) – die Ladehemmung des Ex-Köngeners war endgültig ad acta gelegt. „In der ersten Halbzeit waren uns die Kirchheimer in punkto Wille und Leidenschaft überlegen“, konstatierte FC-Coach Schmidt diese Phase.

Doch die Heidenheimer wurden immer stärker. Der eingewechselte Gökhan Gündüz traf zunächst den Pfosten (47.), doch Teamkollege Alper Bagceci machte es in der 64. Minute besser und traf völlig freistehend per Kopf. Der Ausgleich war eine logische Folge. „In der Oberliga wird jeder kleine Abwehrfehler gnadenlos bestraft“, merkte der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, zu dieser Szene an. Die Ostälbler hatten weiter mehr Spielanteile. Patrick Gühring parierte einen Schuss von Alexander Raaf glänzend (69.). Der FCH „riskierte alles“ (Frank Schmidt), doch die Einheimischen überstanden die brenzligen Situationen dank Leidenschaft und konzentrierter Spielweise ohne negative Folgen.

In den Schlussminuten kam der VfL wieder besser ins Spiel. Selim Altinsoy gelang sogar ein Treffer. Der 19-Jährige spitzelte Torwart Erol Sabanov (33) den Ball weg. In diesem Augenblick war das Spielobjekt eigentlich „frei“. Doch Schiedsrichter Petersen interpretierte anders als von VfL-Seite erhofft: Er wollte ein Foulspiel (hohes Bein) am Heidenheimer Goalie gesehen haben.

Schlusskommentar von VfL-Spielführer Mario Grimm: „Wir haben gezeigt, wenn wir zusammenhalten, können wir auch gegen solche Mannschaften bestehen.“

VfL Kirchheim: Gühring - Koch, Dihl, Grimm, Eisenhardt – Isci (90. Beran), Er, Raspe, Spina – Laible (61. Altinsoy), Tunjic (74. Ohran).

1. FC Heidenheim: Sabanov – Bagreci, Meier, Göhlert, Feistle – Klarer, Maier (59. Hammerl), Raaf (74. Sameisla), Gmünder (46. Gündüz) – Jarosch, Spann.

Tore: 1:0 Tunjic (10.), 1:1 Jarosch (12.), 2:1 Tunjic (21.), 2:2 Bagceci (64.).

Gelb: Diehl, Raspe, Eisenhardt – Maier, Gündüz.

Zuschauer: 320

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart).