Lokalsport

"Houffalizeliegt mir"

Der Mountainbike-Weltcup in Houffalize ist eines der Lieblingsrennen der Fumic-Brüder. Aber auch Stefan Sahm und Marc Gölz verknüpfen Hoffnungen mit dem Klassiker in Belgien.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Houffalize, das klingt für Cross-Country-Biker ein bisschen wie Paris - Roubaix für Straßenfahrer: Das Meeting ist traditionell und eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Aber es verkörpert Radsport mit Leidenschaft. Seit 1991 befindet sich die kleine belgische Gemeinde mit nur zwei "Aussetzern" permanent in der Weltcup-Serie. Der Kurs ist ein wenig anachronistisch, weil er in einer großen Schleife von 6,6 Kilometer angelegt und damit nicht besonders zuschauerfreundlich ist.

Das ist dem belgischen Publikum aber egal. Zwischen 25 000 und 30 000 Menschen strömen Jahr für Jahr an die Strecke und feiern die Weltcup-Biker enthusiastisch an. Das stimuliert. So ist es kein Wunder, dass Lado Fumic bekennt: "Ich mag Houffalize." Dem Deutschen Meister liegt nicht nur das Ambiente in der kleinen Ardennen-Gemeinde, ihm liegt auch die Strecke. Manuel Fumic bläst ins gleiche Horn. "Houffalize liegt mir", sagt er.

Also wollen sich die Brüder diesmal ganz vorne zeigen. Auch wenn, das geben beide gerne zu, der Heimweltcup in Willingen eine Woche später noch eine Ecke wichtiger ist. "In Houffalize wird gerockt", lacht Lado Fumic angriffslustig. Sein Bruder hat einen Infekt mit fünf Tagen Trainingspause scheinbar gut überstanden. "Die Beine sagen, es wird gut", sagt Manuel Fumic.

Im Übrigen haben die beiden Kirchheimer zwischenzeitlich ihre neuen Scott-Fullys getestet. Der technisch anspruchsvolle Kurs in Belgien lässt einen Einsatz der voll gefederten Bikes auch sinnvoll erscheinen.

Stefan Sahm (Bissingen) hatte sich vergangene Woche mit seinem Giant-Teamkollegen Jochen Käß ein paar Tage an den Lago Maggiore verzogen. Dort haben die Beiden Grundlagen-Training absolviert. "Wir konnten bei angenehmen Temperaturen gut trainieren", erzählt Sahm, der aus seinem zweiten Platz in Offenburg die Erkenntnis ziehen konnte, dass die Form passt. Nach der Ernüchterung von Madrid, als er nur 60. wurde, war das eine Erleichterung. Die schlechte Startposition, die auch der krankheitsbedingte Verzicht auf den Weltcup Nummer eins verschuldet hat, zwingt ihn, in der Startphase Gas zu geben. "Es wird schwierig", glaubt Sahm.

Gölz optimistischNoch schlechter positioniert ist Marc Gölz. Dem Weilheimer droht heute die Qualifikation. Aber er nimmt es gelassen und ist sicher, dass er die Ausscheidung überstehen kann. Die Wunden von seinem Sturz in Offenburg sind fast verheilt. "Der Daumen tut noch weh, ist aber kein Handicap. Ich habe versucht, meine Form zu halten und werde sehen, was der Weltcup bringt", so Gölz.

Hoffentlich bringt er dem sympathischen Storck-Biker das Ende seiner Pechsträhne . . .