Lokalsport

HSV der Luftpistole-Bundesliga will an die Tabellenspitze

Sportschießen Vor dem Heimkampftag warnt Ötlingens Schützen-Chef Poppek vor allzu viel Euphorie

Sportschie?en, Luftpistole Bundesliga, TSV ?tlingen , Stefan Scharpf
Sportschie?en, Luftpistole Bundesliga, TSV ?tlingen , Stefan Scharpf

Kirchheim. Das Adrenalin steigt: Mit zwei Siegen über die SG 1898 Thumsenreuth (4:1) und den SV Willmandingen (3:2) sind die Luftpistole-Schützen des TSV Ötlingen perfekt in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Beim Doppelkampftag am Samstag und Sonntag in der heimischen Sporthalle Stadtmitte ist mit vier weiteren Punkten sogar der Sprung an die Tabellenspitze möglich.

Dass es tatsächlich so kommen wird, ist allerdings fraglich. Die Ötlinger Platz-1-Wahrscheinlichkeit auf Mathematikbasis ist, hat ein schneller Rechner ermittelt, sogar kleiner als 20 Prozent. Denn von den fünf noch unbesiegten Kandidaten haben die Rübholz-Pistoleros die schlechteste Einzelduell-Bilanz.

Ohnehin ist der schnelle Tabellen-Sprung nach ganz oben nicht das primär angepeilte TSVÖ-Szenario. „Es geht in dieser Saison nur darum, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu belegen“, sagt der langjährige Abteilungsleiter Joachim Poppek. „Unser Chef“, wie er in Mannschaftskreisen respektvoll genannt wird, hält die Endresultate bei den Auftaktkämpfen im oberschwäbischen Altheim und dem niederbayerischen Kelheim als wenig aussagekräftig. „Einige Teams konnten nicht komplett antreten, weil sehr gute Schützen am gleichzeitig stattfindenden Weltcup-Finale in Bo­logna teilnahmen“, sagt er und folgert: „Die aktuelle Tabelle ist ein Zerrbild“.

Zum zweiten Bundesliga-Durchgang kehren die meisten Luftpistole-Stars zurück, und die wiedererstarkte Konkurrenz wird auch der TSV Ötlingen im zweiten Wochenendduell zu spüren bekommen: Kommt die Schweizer Olympia-Dritte Heidi Diethelm Gerber (47) zum Einsatz, ist der Tabellenneunte SSG Dynamit Fürth um Längen stärker als bei der 0:5-Auftaktpleite gegen Weil am Rhein. „Es wird eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der die Tagesform entscheidet“, prophezeit TSVÖ-Schütze Stephan Scharpf, der 39-jährige Routinier (Foto: Markus Brändli).

Etwas leichter scheint die Aufgabe gegen den SV Altheim-Waldhausen, der die Hypothek von neun verlorenen Einzelduellen mit sich herumschleppt, Vorletzter ist und damit heißer Anwärter auf einen der zwei Abstiegsplätze. Letztere führen am Saisonende auf direktem Wege in die Zweite Liga. Gegen das Liga-Sorgenkind sieht Scharpf den TSVÖ unter Lieferzwang: „Diesen Gegner sollten wir schlagen“, sagt er vor dem Samstagabend-Vergleich, der einen Hauch von David-Goliath-Duell hat.

Personell kann Trainer Markus Geipel aus dem Vollen schöpfen, sieht man davon ab, dass KSK-Mitarbeiterin Susi Scharpf beruflich unabkömmlich ist und Yusuf Dikec zum wiederholten Mal Wochenend-Dienstverpflichtungen beim türkischen Militär nachzukommen hat. „Aus diesem Grund fehlt uns Dikec in der gesamten Vorrunde. Er wird frühestens im Januar wieder zum Thema werden“, sagt Poppek. Dagegen sind Asgeir Sigurgeirsson (1), Jörg Kobarg (2), Stefan Scharpf (3), Achim Rieger (4) und Torben Engel (5) termin- und blessurenfrei – in dieser vermuteten Formation wollen die Ötlinger morgen die Saisonpunkte Nummer fünf und sechs einfahren.

Weil die Ausrichtung des 20. Erstliga-Heimkampfes in Folge etwas Besonderes ist, überrascht der „HSV der Luftpistole-Bundesliga“ (Poppek) mit besonderen Eintrittspreisen: Das Wochenendticket für Erwachsene kostet fünf Euro anstatt sieben wie in den Vorjahren. Es ist auch als kleines Dankeschön für die treuen Fans zu sehen. Vielleicht sehen die ja den neuen Tabellenführer aus dem Rübholz. Aber nur mit viel, viel Glück. Thomas Pfeiffer

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