Lokalsport

Hurra, wir leben noch!

Weilheim holt nach vier Monaten wieder beide Zähler

Gerade als man unter der Limburg langsam versuchte, sich mit dem Landesliga-Abstieg anzufreunden, sendet die Mannschaft ein Lebenszeichen aus. Was der 29:25 (14:13)-Heimerfolg der Weilheimer Handballer gegen den TSV Neuhausen II wert ist, müssen nun die kommenden Wochen zeigen.

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Weilheim. Zwar verbessert dieser Sieg nicht die Tabellensituation und kommt, realistisch betrachtet, vier Partien zu spät, dennoch steht er symbolisch für eine intakte Mannschaft, die zumindest weiß, was sie ihrem Publikum schuldig ist. Mit der Regionalligareserve von den Fildern gastierte jenes Team in der Wühle, das den Weilheimern mit 37:25 die bisher höchste Saisonniederlage beigebracht hat und in der Hinrunde noch als Geheimfavorit galt. Mittlerweile sind die Neuhäusener auf Platz zehn abgerutscht und direkter Tabellennachbar der Weilheimer. Der TSVN steckt trotz personeller Verstärkung aus dem Regionalligakader in der Krise. In Weilheim, wo man seit vier Monaten vergeblich auf einen Sieg wartet, übten sich Mannschaft und Umfeld in Zweckoptimismus. Gegen Neuhausen hatte die Mannschaft noch eine Rechnung offen. Mit der schlechtesten Saisonleistung hatte man im Hinspiel die Fans schwer enttäuscht.

Neuhausens Prunkstück ist der Rückraum. Ihn in den Griff zu bekommen, galt als Rezept zum Sieg. Nach dem schnellen 3:1 schlichen sich beim Gastgeber die ersten Unsicherheiten im Spielaufbau ein. Drei Ballverluste in Folge nutzte Neuhausen allerdings nur zu einem Treffer.Seyferle, Auweter und Sigel vom Kreis erhöhten die Schlagzahl im sonst lahmenden Angriffsspiel der Weilheimer. Doch Neuhausen war präsent: Mit ihren Rückraumschützen Dürner, Fischer und Schneider hielten sie Anschluss und glichen in der 12. Minute erstmals aus. Beide Seiten boten ansprechenden Tempo-Handball. Vor allem die Mannschaft von Trainer Volker Allgaier zeigte sich spielerisch stark verbessert. Mit einem Doppelpack von Auweter erhöhte Weilheim auf 10:7. Einen siebenminütigen Durchhänger, mit nur einem Treffer für die Hausherren, nutzten die Gäste in der 28. Minute zum erneuten Ausgleich. Zwei Tore durch den eingewechselten Marcel Planitz und der Anschlusstreffer mit dem Halbzeitpfiff sorgten für das 14:13, mit dem es in die Kabinen ging.

Volker Allgaier konnte mit der ersten Hälfte zufrieden sein. Endlich schien seine Arbeit Früchte zu tragen. Vor allem im Angriff war die Last auf mehrere Schultern verteilt. Es folgte, was in Weilheim fast schon Tradition hat: ein schlechter Start in die zweite Halbzeit. Zwar war zunächst Bachofer­ erfolgreich, doch zwei Fehlwürfe ermöglichten Neuhausen den Ausgleich. Die Gäste taten sich allerdings ebenso schwer. Der Ausfall von Castello, der für die einfachen Tore beim TSV sorgt und der bereits in der ersten Hälfte verletzt vom Platz musste, wirkte sich aus. Weilheim verlegte sich aufs Kontern und ging durch Seyferle mit 20:16 in Front – die höchste Führung für die Limburgstädter.

Die Gäste kamen zwar wieder heran, doch Auweter und Sigel übernahmen jetzt das Ruder im Angriff und konnten von der offensiv ausgerichteten Abwehr des TSVN kaum gebremst werden. Die Gäste kamen in der Folgezeit nie näher als zwei Tore an die Allgaier-Sieben heran. Meist begünstigt durch Weilheimer Unzulänglichkeiten im Abschluss. Beim 28:24 in der 58. Minute hatte Weilheim das Spiel entschieden und die ersten beiden Punkte im Jahr 2009 unter Dach und Fach. Schill und Auweter teilten sich die letzten sechs Treffer des TSV. Die letzte Minute gehörte den Weilheimer Spielern, die von den Fans gefeiert wurden. Das letzte Tor durch Dürner zum 29:25- Endstand ging dabei völlig unter. Sowohl für die Spieler, als auch für das Weilheimer Publikum war dieser Sieg Balsam auf die Seele. Vielleicht ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit, vor dem bevorstehenden Kellerduell gegen die TG Biberach. tk

TSV Weilheim: Rehkugler, Porstner; Auweter (9/3), Sigel (6), Bachofer (4/1), Haase, Mauch, Seyferle (5), Zettl, Bächle, Schill (3), Planitz (2), Schorr.

TSV Neuhausen II: Scherbaum, Schmid; Bleher (3), Dürner (4), Götz, Zoll, Alber, Gaugler (2), Fischer (2), Castello (1), Schneider (10/5), Wallace (1), Bayer (2).