Lokalsport

"Ich bin dabei egal, wo"

Ab kommenden Dienstag ist ein erstes Karten-Kontingent für die Fußball-WM 2006 in Deutschland erhältlich. Bis zum 31. März haben die Fans Gelegenheit, sich um Tickets zu bewerben. Mitte April soll per Verlosung entschieden werden, wer in die Stadien darf und wer nicht. Sind Kirchheimer Fußball-Fans bereit, sich an dieser "Lotterie" zu beteiligen?

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM "Als Vollblut-Fan werde ich alles versuchen, um dabei zu sein", unterstreicht Dirk Storm aus Weilheim sein Bestreben, wenigstens ein WM-Spiel live im Stadion zu verfolgen. Für ein interessantes Spiel, "wie zum Beispiel Deutschland gegen England", würde der 32-Jährige bis zu 80 Euro auf den Tisch legen. Dabei wäre für ihn der Austragungsort der Partie zweitrangig. "Ich bin dabei egal, wo." Die Vorverkaufs-Praxis, die Einzelpersonen ein maximales Kontingent von vier Karten erlaubt, findet er alles in allem in Ordnung.

Auch Rene Fallert aus Wendlingen wird sich auf jeden Fall um Karten bemühen. Der 20-Jährige hat für 2006 schon große Pläne gemacht: "Ich will auf drei Spiele mit deutscher Beteiligung." Ob diese nun in Stuttgart, München oder Frankfurt stattfinden, ist ihm egal. Nur nach Berlin würde er vermutlich nicht fahren. "Da macht mein Chef bestimmt nicht mit", sagt er augenzwinkernd. Dem beim TSV Wendlingen aktiven Kicker wären Tickets immerhin noch 70 Euro wert.

"Ich habe leider beruflich zu viel um die Ohren, um mich um Karten zu bemühen", meint Martin Kielkopf. Der bekennende Fan von Bayern München befürchtet sogar, dass er während des Turniers im nächsten Jahr kaum Zeit finden wird, die Spiele im Fernsehen anzuschauen. "Vielleicht werde ich die WM nebenher verfolgen können", hofft der 43-jährige Uhinger.

Auch wenn er keine Zeit hat, Karten zu bestellen, wird sich Luigi Squiallante aus Kirchheim trotzdem möglichst viele Spiele im Fernsehen anschauen. "Ich bin totaler Fußball-Fan", sagt der 53-jährige Italiener aus Kirchheim. Als solcher hofft er auf ein standesgemäßes Finale zwischen Deutschland und Italien.

"Ich hoffe auf ein Endspiel zwischen Deutschland und Griechenland", sagt dagegen Anastasios Dagdalenoglu aus Wernau. Live im Stadion dabei zu sein wäre für den 36-jährigen Griechen "schon schön", aber er glaubt, sich als Einzelperson um Karten zu bemühen, sei sinnlos. "Mit einer Gruppe hätte man bestimmt größere Chancen." Außerdem bedauert er, dass es so wenig Tickets für die Fans gibt. "Karten für so große Turniere sollten eigentlich zum größten Teil den Fans vorbehalten bleiben."

"Ich werde mir auf jeden Fall Karten besorgen", sagt Tina Gölz, die in der Frauenmannschaft des TSG Zell auch selber aktiv an den Ball tritt. Sollte es mit den Tickets nicht klappen, "schaue ich mir die Spiele mit Freunden in der Kneipe oder auf Großbildleinwänden an." Um im Stadion live dabei zu sein, würde die 22-Jährige aus Zell auch weitere Wege in Kauf nehmen. "Mir wäre es egal, ob ich Karten für Spiele in Stuttgart oder sonstwo bekommen würde."

Als aussichtslos schätzt Hansi Kleitsch die Möglichkeit ein, an Eintrittskarten zu kommen. Der 53-jährige Kirchheimer macht sich in Sachen Tickets nichts vor. "Da ist meiner Meinung nach ein Lottogewinn wahrscheinlicher." Er mahnt an, dass Fußball "trotz all des Medienrummels immer noch ein Volkssport ist." Deswegen findet er es auch schade, dass die Fans bei der Verteilung der Tickets so knapp bedacht werden.