Lokalsport

„Ich freue mich wie über einen Sieg“

Manuel Fumic hat beim zweiten Mountainbike-Weltcup-Rennen der Saison im belgischen Houffalize den zweiten Platz belegt und zusammen mit Wolfram Kurschat auf Platz drei für das beste deutsche Ergebnis seit den 90er-Jahren gesorgt.

Edgar Veloci

Houffalize. Für Manuel Fumic war es das beste Ergebnis seiner Karriere, vom U23-Weltmeistertitel 2004 einmal abgesehen. 2007 war er in Maribor Dritter gewesen, doch die Bedeutung eines zweiten Platzes bei der 18. Auflage des Ardennen-Klassikers ist natürlich weit höher einzuschätzen. „Ich freue mich über den zweiten Platz wie über einen Sieg“, jubelte der 28-Jährige.

Fumic hatte einen prächtigen Start hingelegt. Als er den steilen Asphaltanstieg als Erster vor Weltmeister Nino Schurter (Schweiz) erklommen hatte, war ihm gar nicht klar, wie die Situation war. „Mein Ziel war es, vorne mit dabei zu sein, um auf dem rutschigen Boden möglichen Stürzen aus dem Weg zu gehen.“ Dass er dann mit zehn Sekunden Vorsprung auf Wolfram Kurschat in den zweiten Anstieg ging, war so nicht geplant. „Ich fühlte mich gut bin einfach weiter gefahren“, so Fumic. Der Vorsprung wuchs und wuchs. „Da dachte ich, na ja, dann probiere ich es eben.“ 45 Sekunden Vorsprung fuhr der Kirchheimer auf Kurschat heraus, der sich mit dem Schweizer Mathias Flückiger um Platz zwei duellierte.

Ab der dritten von fünf kompletten 5,54 Kilometer langen Runden drohte dann Gefahr. Der Spanier José Hermida hatte eine Aufholjagd gestartet, fuhr Rundenbestzeiten und schaffte es tatsächlich Ende der vorletzten Runde, den Soloritt von Manuel Fumic zu beenden und an ihm vorbei zu ziehen. „Als ich erfuhr, dass Manuel vorne liegt, dachte ich, okay Manuel ist gut, aber er hat an der Spitze keine Erfahrung“, sollte Hermida später zu Protokoll geben. Tatsächlich beschrieb auch Manuel Fumic den entscheidenden Faktor zwischen Platz eins und zwei als einen mentalen. „Es ist nicht so einfach, wenn du von hinten aufgefahren wirst. Ich bin nicht eingebrochen, aber ich war mir nicht mehr sicher“, erklärte Fumic den Unterschied zwischen einem Fahrer, der seinen sechsten Weltcupsieg verbuchte und ihm, der nur selten in seiner Karriere überhaupt in diesen Regionen mitgespielt hat.

Am Ende waren es 58 Sekunden, die sie nach 31,82 Kilometer trennten. Hermida siegte in 1.44,19 Stunden. Kurschat wurde mit 1,25 Minuten Rückstand Dritter und sorgte damit für das beste Resultat deutscher Herren seit den 90er-Jahren.„Gegen Hermida zu verlieren, ist keine Schande. Ich bin stolz und glücklich hier in Houffalize beim Klassiker Zweiter zu werden“, war Manuel Fumic überhaupt nicht traurig über einen entgangenen Sieg.

Tags zuvor hatte der Kirchheimer Lukas Kuch (Team Nolte-Küchen) beim Junioren-Weltcup an gleicher Stelle Rang zehn belegt. Der Biker vom MTB Teck erwischte einen guten Start, musste dann aber etwas Tempo raus nehmen. „Der Start hat etwas gezehrt“, bekannte Kuch. Er fiel von Rang acht vorübergehend auf Position 13 zurück, doch nachdem er sich wieder erholt hatte, gelang es ihm sich wieder nach vorne zu fahren. „Am Schluss konnte ich wieder fighten“, erzählte Kuch im Ziel, das er mit 2,37 Minuten Rückstand auf Michiel van der Heijden (Niederlande 1.22,33) erreichte. Mit der fünftbesten Rundenzeit machte Kuch dann das Top-Ten-Ergebnis perfekt. Unglücklicherweise fehlten dem Kirchheimer nur fünf Sekunden auf Rang acht, was die Erfüllung der Qualifikationsnorm für Europa- und Weltmeisterschaft bedeutet hätte. „Schade“, meinte Bundestrainer Peter Schaupp, „aber mit dieser Leistung hat er einen Stein im Brett.“ Kuch, der in den Abfahrten Zeit verlor und sich deshalb in seiner Gruppe, die bis Rang sieben reichte nicht durchsetzen konnte, war indes „super zufrieden“ mit dem Ergebnis. Ärgern wird er sich allenfalls dann, wenn er die WM-Quali doch noch verfehlen sollte.

Sein Vereinskamerad Christian Pfäffle (Neuffen) verfehlte sein selbst gestecktes Ziel, die besten 20, um 22 Sekunden. Pfäffle, der für das Ghost-Racing-Team fährt, arbeitete sich von Rang 47 immer weiter nach vorne und beendete das Rennen mit 6,05 Minuten Rückstand. „Ich stecke mir immer so hohe Ziele, damit ich mich besser motivieren kann. Für meinen ersten Weltcup ist das gut gelaufen“, so Pfäffle, der vom Bundestrainer ebenfalls ein Lob kassierte.

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