Lokalsport

Im Badischen droht das nächste Malheur

Lediglich ein Zähler aus drei Partien, und nun der Auftritt beim Aufstiegsfavoriten Nummer eins: Fußball-Oberligist VfL Kirchheim droht am morgigen Freitag im Gastspiel beim Tabellensechsten TSG 1899 Hoffenheim II (ab 20 Uhr) erneut Ungemach.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Vor der Tour in das derzeit bekannteste Dorf Deutschlands gibt es für die Kirchheimer Zuspruch von einem ehemaligen VfL-Spieler. Steffen Kaiser, vergangenen Samstag maßgeblich beteiligt an beiden Gmünder Treffern beim 2:1-Erfolg der Normannia an der Jesinger Allee, sprach den Blauen Mut zu. „Beim VfL kommen immer viele junge Spieler nach, die in der Oberliga spielen können, und deshalb werden noch viele Mannschaften gegen Kirchheim nicht als Sieger vom Platz gehen“, prophezeite der einstige Spielgestalter beim Kirchheimer WFV-Pokalsieg 2003. Einen Dirigenten wie Kaiser könnten die VfL-Mannen derzeit gut gebrauchen, auch wenn der Mediziner nicht mehr ganz die Spritzigkeit früherer Tage hat. Für Kaiser war der Sieg an der Jesinger Allee jedenfalls „wie eine kleine Befreiung.“

Gut gelaunte Gmünder, aber keine Panik nach der Niederlage beim VfL: In Kirchheim bleiben die Mienen trotz des wenig erbaulichen Saisonstarts (noch) entspannt. Der stellvertretende Abteilungsleiter Thomas Rieth sprach dem Trainerstab um Dietmar Sehrig in der Pressekonferenz indirekt das Vertrauen aus. Rieth: „Wir stehen hundertprozentig zu unserem Konzept.“ Derweil plagen Sehrig vor dem Spiel beim Tabellensechsten weiterhin personelle Probleme. Ob Stammtorwart Patrick Gühring (Wadenverletzung) im Dietmar-Hopp-Stadion wieder zur Verfügung stehen wird, steht noch in den Sternen. Die Entscheidung über einen Einsatz dürfte erst kurzfristig fallen. Fällt Gühring aus, müsste entweder Nachwuchskeeper Philipp Uttikal wieder ran – oder, die unwahrscheinlichere Variante, die Nummer drei Edgar Porada. Der VfL-Trainer setzt indes darauf, dass sein Team die spielerischen und kämpferischen Fortschritte aus der Gmünder Partie bestätigt und noch eine Schippe draufpackt.

Dass zumindest ein Punkt allein schon in punkto Moral dringend notwendig wäre, steht bei den Verantwortlichen außer Frage. Denn: Nur acht Tage später kreuzt mit dem FC Villingen der nächste Meisterschaftsanwärter die Klingen mit den Kirchheimern.

Bei 1899 Hoffenheim II hofft derweil ein ehemaliger Jugendspieler der Teckstädter auf den Sprung in den Bundesliga-Kader. Marcel Brandstetter (20), gebürtiger Esslinger, hat bei Trainer Ralf Rangnick offensichtlich ganz gute Karten und darf immer mal wieder in den Profikader reinschnuppern. Der Weg für Brandstetter führt jedoch über das Oberligateam der Hoffenheimer – dort ist der Oberensinger eine der Stützen. Und noch ein Wiedersehen gibt es für die Kirch­heimer Fußballer. Seit dieser Saison schnürt Gilles Ekoto-Ekoto die Fußballschuhe für die zweite Mannschaft des aktuellen Bundesliga-Spitzenreiters. In der vergangenen Saison raubte jener Ekoto-Ekoto den VfL-Kickern Nerven und Punkte. Der Kameruner lief in der vergangenen Runde für den FC Nöttingen auf und traf in beiden Oberligabegegnungen gegen die Kirchheimer je einmal. Des Angreifers aktuelle Zwischenbilanz nach drei Spieltagen: zwei Tore.

Bekommen die Kirchheimer im Badischen nicht ihre Defensivprobleme in den Griff, dürfte Ekoto-Ekots Bilanz und die seiner Sturmpartner möglicherweise nach dem Match noch freundlicher aussehen.

Uttikal (Gühring) – Koch, Kauffmann (Dihl), Grimm, Eisenhardt – Ohran, Er, Söylemezgiller, Polat, Spina – Beran.