Lokalsport

„Im Neubeginn liegt Chance“

Sportchef Lenger im Interview

Eigentlich hätte in den kommenden Wochen alle Konzent­ration der neuen Mannschaft gelten sollen. Jetzt brauchen die Knights über Nacht einen neuen Trainer und das möglichst schnell. Auf den sportlichen Leiter Karl Lenger wartet eine Menge Arbeit.

Herr Lenger, hat Sie der Abschied von Frenkie Ignjatovic völlig unvorbereitet erwischt?

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Lenger: Wir wurden schon alle überrascht. Es war zwar klar, dass unsere finanziellen Möglichkeiten in Kirchheim irgendwann zum Prob­lem werden könnten. Frenkie hat immer versucht, das Beste draus zu machen. Dass es jetzt zur Trennung kommt, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet, zumal wir ja schon gemeinsam in den Planungen waren.

Bis auf Kapitän Radi Tomasevic hat noch kein Spieler für die neue Saison unterschrieben. Jetzt fehlt auch noch der Trainer. Sind Sie nervös?

Lenger: Ganz im Gegenteil. Ich bin jetzt sogar froh, dass wir noch keine unterschriebenen Verträge habe. Das würde vieles nur erschweren, solange wir nicht wissen, wer im kommenden Jahr auf der Bank sitzt.

Einige Spieler hatten ein bekanntermaßen enges Verhältnis zu Ignjatovic. Sind Spieler wie Ben Beran oder Sebastian Adeberg unter diesen veränderten Bedingungen noch zu halten?

Lenger: Wir sind in Gesprächen mit Ben Beran schon sehr weit vorangekommen. Bei ihm geht es noch um finanzielle Details. Ich gehe davon aus, dass die Trainerfrage bei ihm keine Rolle spielt. Bei Sebastian Adeberg sehe ich die Chancen bei 50 Prozent. Da wird natürlich auch die Frage sein, ob ein neuer Trainer seine berufsbedingte Trainingssituation akzeptiert.

Wie sieht Ihr Zeitplan jetzt aus?

Lenger: Wir werden jetzt schleunigst den Markt sondieren, ohne in Panik zu verfallen. Dafür gibt es keinen Grund. Im vergangenen Jahr waren wir mit unseren Planungen durch die unklare Situation nach dem Abstieg noch später dran. Ich denke, in zwei Wochen wissen wir mehr. Es gibt durchaus interessante Trainer, die derzeit ohne Arbeit sind.

Nennen Sie ein Beispiel.

Lenger: Ich nenne keine Namen, aber es gibt durchaus junge Trainer, die noch nicht so etabliert sind, aber sich schon einen Namen gemacht haben und nach oben wollen.

Wie groß ist die Gefahr, dass man sich aus finanziellen Gründen mit einer Notlösung anfreunden muss?

Lenger: Die sehe ich nicht. Ich bin sicher, dass wir die richtige Person, die zu uns passt, finden werden. Es muss ein Trainer sein, der auch Erfahrung mit jungen Spielern hat und uns hilft, unser Nachwuchskonzept neu zu beleben. Die Verschärfung der Liga-Standards über die Punkteregel in den kommenden Jahren stellt uns da vor große Herausforderungen.

Was macht Ihnen in diesen Tagen Mut?

Lenger: In jedem Neubeginn liegt auch eine große Chance. Die wollen wir nutzen.