Lokalsport

Im Regen kommt Henzler richtig in Fahrt

Achtungserfolg für Wolf Henzler: Beim Sechs-Stunden-Rennen im amerikanischen Watkins Glen landete der Nürtinger mit dem Autometric-Team auf Platz 15 der Gesamtwertung. Im GT-KLassement war das deutsch-amerikanische Fahrerteam nicht zu stoppen.

EBERHARD STRÄHLE

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WATKINS GLEN Die Vereinigten Staaten von Amerika scheinen ein gutes Pflaster für den Nürtinger Automobilrennfahrer Wolf Henzler zu sein: Auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke von Watkins Glen, in der Nähe von Rochester am Lake Ontario im Bundesstaat New York, gewann das Mitglied des Motorsportclubs Kirchheim/Teck (MCKT) nach einer umwerfenden Aufholjagd bei strömendem Regen das GT-Klassement des Sechs-Stunden-Rennens. Henzler fuhr in einem Porsche 911 GT3 Cup des amerikanischen Autometric Teams.

Als Henzler die Einladung erhielt, mit den beiden Amerikanern Leh Keen und Cory Friedman die "Sahlen's Six Hours of The Glen" zu fahren, hatte der Schwabe sofort zugesagt, "zumal ich da überdies in einem Porsche 911 GT3 fahren konnte", wie er unterstrich. Watkins Glen, die legendäre Grand-Prix-Strecke, ist als 3,94 Kilometer langer Road Course ausgebaut. Lange Vollgaspassagen und enge Kehren charakterisieren die traditionsträchtige Piste. Es gab drei freie Trainings und ein Qualifying für die Startaufstellung für Henzler also genug Möglichkeiten, um sich auf die Strecke "einzuschießen". Gegner der GT-Fahrzeuge waren hauptsächlich Daytona-Prototypen, die den Kurs dank ihrer hohen PS-Zahl rund zwölf Sekunden schneller umrunden können.

Im Qualifying konnte die Mannschaft Friedman/Keen/Henzler den Porsche mit einer Zeit von 1.58,105 Minuten auf Startplatz sechs in der GT-Klasse stellen. Im Gesamtstarterfeld war dies der 26. Rang hinter dem Riesenrudel der Daytona-Prototypen. Interessantes am Rande: In dieser Rennserie wird auch deutsch gesprochen. Die Porsche-Werkspiloten Lukas Luhr und Timo Bernhard wurden bei den Daytona-Prototypen vom Team Brumos Porsche eingesetzt.

Für sein Team stieg Henzler beim Start des Rennens als Erster ins Cockpit. Wegen einer Regelwidrigkeit wurde Randy Pabst von der Pole Position nach hinten gesetzt der Mann aus der Hölderlinstadt startete jetzt von Position fünf. "Lally ging das Rennen sehr schnell an, aber ich konnte mich die ersten zwei Rennstunden hinter ihm halten", bilanzierte Henzler das Duell gegen den stärksten GT-Konkurrenten in der Anfangsphase. Danach übergab er den Autometrics-Porsche an seinen Teamkollegen Leh Keen, der einen 90-minütigen Stint fuhr, hernach zirkelte Cory Friedman den GT3 weitere eineinhalb Stunden um den Kurs. Nun übernahm Henzler den Boliden fürs Finish.

Zwanzig Minuten vor dem Renn-ende eroberte sich Lally mit seinem Porsche die Spitze der GT-Klasse, als es in Stömen zu regnen begann. "Über den Bordfunk habe ich mich immer wieder über die Position von Lally informiert und wusste, dass ich ihn packen konnte", sagte Henzler nach dem Rennen. Jetzt war der Jungstar aus Nürtingen in seinem Element. Lally war machtlos gegenüber dem heranstürmenden Henzler und bescheinigte Henzler später, dass der "einen Superjob" gemacht habe.

Am übernächsten Wochenende startet Wolf Henzler in den USA bei der Speed World Challenge. Beim fünften Lauf will er versuchen, den Farnbacher/Loles-Porsche wieder auf Siegkurs zu chauffieren.