Lokalsport

Im Windschatten des Tecklaufs zur 300er-Marke?

Von der Teck ins Rübholz: Nach dem Silvesterlauf vor vier Tagen steht mit dem Dreikönigslauf in Ötlingen am Samstag bereits die nächste traditionsreiche Veranstaltung auf dem Programm. Ausrichter TSVÖ hofft auf einen neuen Teilnehmerrekord.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Der Jahreswechsel verlief aus Sicht der laufbegeisterten Deutschen verheißungsvoll: Bei bundesweit 150 Silvester- und Neujahrsläufen waren 120 000 Aktive auf verschiedensten Strecken unterwegs der Laufsport boomt. Auch auf lokaler Ebene erfreut sich die Urform des Fitnesssports immer größerer Beliebtheit. So schnürten beim 25. Silversterlauf auf die Teck vor vier Tagen 528 Jogging-Jünger begeistert ihr Schuhwerk und sorgten damit für einen neuen Teilnehmerrekord.

Diese Zahlen stimmen die Verantwortlichen der Leichtathletikabteilung des TSV Ötlingen zuversichtlich, was ihre eigene Laufveranstaltung angeht, die am Samstag über die Bühne geht: Der 12. Dreikönigslauf steht auf dem Programm und nicht wenige rechnen angesichts der angenehmen Wetterverhältnisse auch hier mit einer neuen Rekordbeteiligung. Dafür müssten mehr als die 281 Läufer aus dem Jahr 2005 die zehn Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen. Zwar waren es laut Organisator und TSVÖ-Abteilungsleiter Egon Ackermann zu Beginn der Woche erst rund 70, "doch naturgemäß melden sich viele erst am Tag der Veranstaltung an", wie er sagt.

Bei zahlreichen Wettkampfläufern steht die Hatz durchs Rübholz seit Jahr und Tag fest im Terminkalender. So hat der Sieger der Jahre 1999 und 2001 und Zweitplatzierte der vergangenen beiden Jahre, Bernd Weis von der SG Dettingen/Erms, sein Kommen bereits fest zugesagt. "Für mich einer der Favoriten", sagt Egon Ackermann, der die Bedeutung der Veranstaltung für die Leichtathletikabteilung des TSVÖ betont: "Das ist die wichtigste Einnahmequelle für uns. Daher freuen wir uns natürlich, wenn jedes Jahr mehr Läufer teilnehmen." In der Tat zeugt die Entwicklung der Teilnehmerzahl von einer steigenden Beliebtheit des Dreikönigslaufs. Waren es bei der Premiere im Jahr 1996 noch 130 Läufer, hat sich die Zahl der Frühaufsteher (Start ist seit jeher um 10 Uhr morgens) in den vergangenen Jahren zwischen 220 und 280 eingependelt.

Und am Samstag? Die 300er-Marke zu knacken, wäre ganz nach dem Geschmack der TSVÖ-Macher, zumal sich die Strecke in deutlich besserem Zustand präsentieren dürfte, als im vergangenen Jahr. 2006 geriet die Veranstaltung aufgrund der vereisten Piste zwar stellenweise zur Rutschpartie, dennoch war das Läuferfeld mit 250 Teilnehmern das zweitgrößte in der Geschichte des Dreikönigslaufs. Vor allem im Bereich der beiden zu überquerenden Autobahnbrücken sorgten Eisplatten für unsicheres Geläuf.

Ähnliche Eskapaden sind für dieses Jahr kaum zu erwarten. Selbst das Regenrisiko wird laut Wettervorhersage mit 30 Prozent noch relativ gering eingestuft und bei angekündigten zehn Grad dürfte es sich recht angenehm laufen. Ob angesichts der günstigen Wetterprognose jedoch die Streckenrekorde bei den Männern und Frauen in Gefahr geraten, steht auf einem anderen Blatt. Seit Jahren sind die Zeiten von Albrecht Bauer (LG Neckar/Erms) und Susanne Niemeyer (Sparda-Team Adelberg) unangetastet. Bauer benötigte 1998 für die zwei Fünf-Kilometer-Runden 32,59 Minuten. Niemeyers 37,44 Minuten haben sogar seit der Premiere des Laufs im Jahr 1996 Bestand.

Abseits der Jagd nach neuen Streckenrekorden und Teilnehmerzahlen ist der Ötlinger Dreikönigslauf bei einigen Teilnehmern inzwischen aber auch mit festen Ritualen verbunden. So schwört die Teilnehmerschar des Kirchheimer Lauftreffs auf ein Viertele Rebensaft nach Ende der Siegerehrung in der Mörikehalle. "Am Dreikönigstag soll man Weißwein trinken, um nicht krank zu werden", verrät Lauftreffleiterin Jutta Krehl augenzwinkernd. Wer dem Brauchtum zugetan ist, weiß, dass das Erscheinungsfest große Bedeutung in Sachen Wein hat: Die Regel "Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr." könnte mit den Hoffnungen des TSVÖ verbunden entsprechend lauten: "Dreikönigsmorgen hell und klar, verspricht 'ne große Läuferschar."