Lokalsport

In der Bundesliga angekommen

Vier beim VfL Kirchheim ausgebildete Basketball-Talente spielen erfolgreich in der JBBL

Vier Spieler, die im vergangenen Juni mit dem VfL Kirchheim bei der Qualifikation zur Jugend-Basketball-Bundesliga gescheitert waren, haben anschließend doch einen Platz in der JBBL gefunden – die Ausbildung von Tim Auerbach, Tim Schmauder, Max Hinitschew und Marco Bjelosevic in Kirchheim kann also nicht so schlecht gewesen sein.

In Kirchheim ausgebildet, in Ludwigsburg am Ball: Tim Auerbach (rechts) ist eines von vier Talenten, das beim VfL das Basketball
In Kirchheim ausgebildet, in Ludwigsburg am Ball: Tim Auerbach (rechts) ist eines von vier Talenten, das beim VfL das Basketballspielen von der Pike auf gelernt hat. Foto: privat

Kirchheim. Zwei Jahre Vorbereitung hatten nicht gereicht: Am 23. und 24. Juni vergangenen Jahres verlor das Team von Coach Uli Tangl in Augsburg alle drei Spiele beim JBBL-Qualifikations-Turnier, der Kirchheimer Traum Bundesliga war ausgeträumt – aber nicht für alle. Damals schon nicht mehr dabei war Kapitän Tim Auerbach, dessen Wechsel nach Ludwigsburg bereits feststand und der mit einer Teilnahme für den VfL womöglich seine Spielberechtigung beim neuen Verein riskiert hätte. Ausgerechnet Auerbach ist nun der individuell Erfolgreichste der vier – vielleicht auch, weil er als Internatsschüler mit Abstand die besten Bedingungen hat. Oder einfach über das meiste Talent verfügt.

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Das sind die vier: Tim Auerbach (Jahrgang 1999), Tim Schmauder (1998), Max Hinitschew (1999) und Marco Bjelosevic (1999). Wobei Letzterer ein Spezialfall ist, da er kein Kirchheimer ist, sondern aus Böblingen kommt und damals als Gastspieler antrat. Er spielt nun für den SV 03 Tübingen erfolgreich in der JBBL, bekommt dort über 23 Minuten Einsatzzeit pro Spiel.

Aber alle vier sind in der Bundesliga angekommen, gehören fest zu ihren Teams – und können bis auf Schmauder sogar noch im nächsten Jahr mitmachen. Tim Auerbach hat jedenfalls seinen Wechsel nicht bereut: „Da ich nicht der beste Schüler bin und nicht so viel Lust auf Schule habe, hilft mir das Internat dabei sehr, mich in der Schule gut zu halten. Dabei hilft natürlich das Vertrauen der Coaches, mit denen man sehr offen auch über die Schule reden kann.“ Er bekam in der nun abgelaufenen regulären Runde von Coach Cesar Kiersz gut 21 Minuten Spielzeit, traf 18 (von 44) Dreiern und war mit elf Punkten im Schnitt zweitbester Scorer im Team. Das landete auf Platz drei und qualifizierte sich damit für die Hauptrunde.

Erster wurde Cybex Urspring, also das Basketball-Internat Urspringschule. Die Bedingungen für die beiden Kirchheimer sind dabei nicht ganz so optimal: Sie gehen in Kirchheim zur Schule und fahren jeden Mittwoch und Freitag gen Osten ins Training. Die beiden Familien Schmauder und Hinitschew wechseln sich dabei ab, sodass die Belastung erträglich ist. Dienstag und Donnerstag trainieren beide im Landesligateam des VfL unter Coach Jan Reichmuth, am Wochenende gibt es oft gleich zwei Spiele. Und beide kommen gut mit dem zurecht, was sie da unter so großem Aufwand tun. Tim Schmauder: „Es gefällt mir sehr gut, ich komme mit allen gut klar und wir sind eine gute Mannschaft.“ Max Hinitschew: „Die Trainings sind sehr intensiv und machen viel Spaß. An dieses Trainingskonzept habe ich mich schon gewöhnt. Vielleicht kann ich nächstes Schuljahr sogar aufs Internat.“ Tim bekam bei seinen neun Spielen im Schnitt 16 Minuten Spielzeit und war mit 4,3 Punkten sechstbester Scorer des Südwest-Spitzenreiters. Max war sieben Mal dabei, stand im Schnitt elf Minuten auf dem Feld. Von ihm sagt Ursprings Pro-A-Coach Ralph Junge, der Chef des Basketball-Internats: „Auf ihn freue ich mich besonders in der nächsten Saison, da kann man einiges erwarten.“

Doch zunächst geht es in die Hauptrunde gegen Freiburg, Gießen, Frankfurt und Langen. Alle drei Kirchheimer haben mit ihren Teams Chancen, sogar in die Play-offs zu kommen. Und wer weiß: Vielleicht folgt einer dem Kirchheimer Constantin Munz, der gerade erst bei der Kirchheimer Sportlerehrung als Deutscher Meister der U19 (mit Urspring) geehrt wurde. Aber bis dahin fließt noch viel Schweiß in der Halle – in Urspring, Ludwigsburg und Kirchheim. ut