Lokalsport

In Frickenhausen herrscht nach dem Abstieg aus der Bundesliga großer Optimismus

In Frickenhausen herrscht nach dem Abstieg aus der Bundesliga großer Optimismus

Der TTC matec Frickenhausen blickt optimistisch in die Zukunft. Nach einer miserablen Saison peilt der Bundesliga-Absteiger den direkten Wiederaufstieg in die Beletage des deutschen Tischtennis an. Die TTC-Verantwortlichen, der neue Hauptsponsor und die Mannschaft, die ein neues Gesicht erhält, machen sich gegenseitig Mut.

Anzeige

Jens S. Vöhringer

Frickenhausen. Rolf Wohlhaupter-Hermann hätte am liebsten hingeschmissen. „Ich wollte nicht mehr“, gewährt der TTC-Präsident Einblicke in sein Gefühlsleben nach der total verkorksten Saison 2009/2010. Seine Frau habe er diesbezüglich auf seiner Seite gehabt, doch nach reiflichen Überlegungen, drei verstrichenen Wochen und einigem Zureden von Manager Jürgen Veith überlegte es sich der 72-Jährige noch einmal anders. Und das, obwohl der Abstieg auch zwei Monate später noch gewaltig an ihm nagt.

Auf den Gang in die zweite Liga nach 15 Jahren im Oberhaus ist man im Täle nicht gut zu sprechen. Vor allem nicht darauf, wie dieser zustande kam. Wohlhaupter-Hermann will nach eigener Aussage zu Beginn der Pressekonferenz keine großen Worte mehr darüber verlieren – gelegentlich sprudelt es dann aber doch aus ihm heraus. Der TTC-Präsident prangert dann nochmals den Sündenbock Tan Rui Wu an, durch dessen Verschulden der vermeintliche Play-off-Anwärter kommende Saison nur noch eine Etage tiefer spielen wird – im Juli treffen sich beide Parteien in Stuttgart nochmals vor dem Arbeitsgericht, wo es um Schadensersatzfragen gehen wird.

Dies alles soll Schnee von gestern sein, denn der Blick richtet sich optimistisch in die Zukunft. Das Wort „Bundesliga“ geht dem Präsidenten nach wie vor flott über die Lippen. Beim Blick auf den 350 000 Euro schweren und im Vergleich zum Vorjahr (rund 400 000 Euro) nur geringfügig verminderten Etat sowie die Neuverpflichtungen scheint die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse realistisch. „Wir sind finanziell so gut aufgestellt wie eigentlich noch nie“, stellt RWH klar. Ein Grund hierfür ist der neue Hauptsponsor matec aus Köngen, den der TTC ins Vereinsregister beim Amtsgericht hat eintragen lassen.

Der Blick auf die Mannschaft lässt auch sportlich einiges erwarten. Neue Nummer eins wird Routinier und Rückkehrer Torben Wosik sein, Jakub Kosowski ist beim TTC fortan an Position zwei gesetzt. Wosik spielte bis vor vier Jahren in Frickenhausen. Insgesamt sechs Jahre lang. Die Rückkehr vom französischen Erstligisten Angers Vaillante Sports ist dem in Böblingen wohnenden 36-Jährigen nicht allzu schwer gefallen. „Ich habe meine erfolgreichste Zeit hier gehabt. Außerdem ist der Kontakt nie abgerissen“, sagt er. Kein Wunder also, dass die Vertragsmodalitäten schnell geklärt waren. Trotz des Abstiegs einigte man sich auch aufs Engagement für die zweite Liga.

Etwas schwieriger gestalteten sich da die Gespräche mit Kosowski. Zuerst hieß es, der Kontrakt des Polen würde auch für die zweite Liga gelten, dann wieder, dass dem doch nicht so sei. Zu Wochenbeginn wurde der 27-Jährige, der vom SV Plüderhausen kommt, doch als Neuzugang vorgestellt. „Beide haben auch eine Option für die erste Liga“, beschrieb der Präsident den Trick, mit dem beide Topspieler geködert wurden. Kosowski betrachtet den Gang nach Frickenhausen nicht als Rückschritt. Er wird weiter bei seiner Trainingsgruppe in Düsseldorf trainieren und kommende Saison vermehrt internationale Turniere spielen.

Der dritte bereits für die erste Liga vorgesehene Spieler heißt Krisztian Nagy. Der Japaner Jin Ueda wird nur zu wichtigen Spielen eingeflogen und von RWH als Joker angesehen. Den Kader komplettieren Benedek Martoh Olah, dem der Präsident „eine gute Zukunft“ prophezeit, Daniel ­Toadjer (Serbien), Yong Fu (Deutschland) und Masataka Morizana, ein erst 15-jähriger Japaner, der Nummer vier der Schüler-Weltrangliste ist und von Trainer Jian Xin Qiu persönlich an Land gezogen wurde. Er soll allerdings vorwiegend in der zweiten Mannschaft spielen, die nachträglich in die Regionalliga aufgestiegen ist. Dort werden übrigens auch Qius Söhne Dang und Liang antreten und nicht, wie oftmals vermutet, schon in der ersten Mannschaft.

Die Vorfreude auf die für den TTC am 4. oder 5. September beginnende Runde beim 1. FC Saarbrücken II ist groß. Die Heimspiele werden im Spieljahr 2010/2011 wieder sonntags ab 16 Uhr ausgetragen. „Wir sind überzeugt, dass wir mehr Zuschauer haben werden als vergangene Saison. Auch, weil in der zweiten Liga wieder Sechser- und nicht Dreier-Teams am Start sind“, meint Wohlhaupter-Hermann. Auch was den wichtigsten Punkt betrifft, ist er frei von Zweifeln: „Wir werden den Aufstieg schaffen.“