Lokalsport

In Lenningen sprudelt der Jungbrunnen

Jung, jünger . . . SG Lenningen. Bei der Handball-Frauenmannschaft aus dem Täle, trotz des Abstiegs aus der Württemberg-Liga weiterhin das ranghöchste Team in der Region, ist der Altersdurchschnitt nochmals drastisch gesunken: Erfahrene Spielerinnen sind kaum noch welche zu finden. Selbst in der Verbandsliga droht Neutrainer Markus "Magnum" Noth-wang (31) und seiner Truppe nochmals Abstiegsgefahr.

THOMAS PFEIFFER

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LENNINGEN Die Truppe ist jung. Blutjung. So jung, dass der neue Trainer in launiger Runde schon mal von "Kindern" spricht. Markus Noth-wang (31) weiß: Die aktuelle Handball-Frauenmannschaft der SG Lenningen Altersdurchschnitt 22,2 Jahre muss in der am 24. September startenden Verbandsliga-Runde 2005/06 gewissermaßen noch das Laufen lernen. Fünf 18-Jährige, vier Spielerinnen, die zwischen 19 und 21 sind der Jugendstil in Lenningen boomt. "Trotz dreier Routiniers und der Tatsache, dass einige Jüngere schon länger zum Kader zählen, kann es in der kommenden Saison nur um den Klassenerhalt gehen", formuliert Nothwang das naheliegende Klassenziel.

Der Werkzeugmacher aus Owen, Neueinsteiger ins Cheftrainerfach und noch lizenzlos zwar, aber übungsleitererfahren ("unter Reiner Kerzinger hab' ich schon die TSVO-Frauen gecoacht"), hat einen dankbaren Job: Zu verlieren hat seine No-name-Truppe, für viele Insider der Verbandsliga-Abstiegskandidat Nummer eins, in den kommenden sechs Monaten bis Saisonschluss (8. 4.) nichts. Doch wie will er gewinnen, wie den nochmaligen Abstieg der SGL in die Landesliga verhindern? Neben der sportlichen Weiterentwicklung auf dem Spielfeld ("die Abwehrarbeit muss ein Schwerpunkt sein. Eine gute Abwehr gewinnt Spiele") setzt Nothwang auch auf die wenigen Routiniers im Kader. "Die älteren Spielerinnen wie Nicole Schmid und Rebecca Dick müssen ihr spielerisches Potenzial abrufen und die jungen mitziehen." Schmid ist 32, Dick 25.

Zwei interne Leitfiguren zwei Hoffnungsträger für den Trainer. Doch reicht das fürs Überleben in einer Verbandsliga-Spielzeit, der nach (noch nicht abgesegneten) Plänen des Württembergischen Handballverbandes (HVW) durch Zusammenlegen der Staffeln 1 und 2 sogar ein verschärfter Abstieg droht? "Vieles kommt auf den Start an", sagt Noth-wang, der Auftaktgegner SpVgg. Mössingen (1. 10.) deshalb noch beobachten wird. Anschließend fahren die SGL-Frauen nach Großengstingen (9. 10.) und spielen daheim gegen die MTG Wangen (15. 10.). Die Gegner allesamt unbeschriebene Blätter für den Coach, der vor dem Rundeneinstieg gleichwohl nicht allzu skeptisch ist. "Die jungen Spielerinnen ziehen im Training voll mit. Sowas macht Mut."

Nothwang, in der Vorsaison noch offizielles Mitglied des Owener Landesliga-Kaders, ist jetzt erstmals hauptverantwortlicher Trainer und will das auch in den nächsten Jahren bleiben: "Irgendwann möchte ich eine Männermannschaft trainieren." Was die nahe Zukunft des Lenninger Frauenhandballs betrifft, ist er einigermaßen hoffnungsfroh. Die Klaviatur des Schwarzmalers spielt er ebenso wenig wie des Schönfärbers. "Klar, diese Saison wird schwer", betont der Nachfolger von Hubert Kullen, "aber meine Handballerinnen sind auf einem guten Weg." Und fangen gewissermaßen wieder hoffnungsvoll bei null an: Die Leidenszeit in der Württemberg-Liga, in dem es in 22 Saisonspielen nur einen Sieg und zahlreiche "Packungen" gab, ist passe.

Spätestens, wenn in der Walter-Jacob-Halle am Samstag gegen 13.20 Uhr beim Teckbotenpokal-Turnier das Prestigeduell gegen den TSV Weilheim steigt. "Dieses Turnier ist für mich ein wichtiger Fingerzeig", sagt Nothwang, der einen Platz unter den ersten Vier als Wettbewerbsziel formuliert. Kniffliger wird's am kommenden Dienstag (13. 9.). Da treffen die SGL-Frauen in der ersten Runde des Bezirkspokals daheim ab 20.30 Uhr auf den TV Altbach ein Verbandsligist aus der Parallel-Staffel 1. "Nach diesem Verbandsliga-Vergleich wissen wir, wo wir stehen", glaubt Nothwang.

INFOAls Zugänge für den Mannschaftskader 2005/06 meldet die SG Lenningen sieben A-Juniorinnen aus dem eigenen Verein: Amelie Butzer, Nicole Hahn (beide Tor), Larissa Blocher, Miriam Emmenegger, Sandra Kuch, Nadja Schosser und Sarah Timar. Abgänge sind Ann Schmid (pausiert), Lisa Vöhringer (zum TSV Urach zurück), Christina Platz (TG Nürtingen).