Lokalsport

In Liga top in Europa ausbaufähig

Der TTC Frickenhausen untermauerte beim 6:1-Sieg im Schwaben-Derby gegen den SV Plüderhausen eindrucksvoll seine Play-off-Ambitionen. In der Tischtennis-Bundesliga läuft im Gegensatz zur Champions League alles nach Maß.

OLAF NÄGELE

Anzeige

Die Champions League-Begegnung gegen Eslöv (1:3) mag den Spielplan des TTC Frickenhausen etwas durcheinander gebracht haben, die Spieler jedoch behielten trotz der Niederlage in Schweden einen klaren Kopf.

Am Dienstagabend, Punkt 21.49 Uhr, konnten Ma Wenge und seine Teamgefährten wieder jubeln. In dieser Minute setzte Frickenhausens Nummer eins den Schlusspunkt in einem Schwaben-Derby, das der Favorit klar für sich entschied.

Mit zwei rasanten Doppeln, die von den Vorzeichen nicht unterschiedlicher hätten sein können, startete die Begegnung. Ma Wenge und sein Partner Patrick Baum sahen gegen Aleksander Karakasevic und Bai Shi wenig Licht. In den drei Sätzen hatten sie zu keiner Zeit eine Chance, dem Spiel eine Wende zu geben und verloren klar mit 0:3. Etwas enger ging es bei Steger/Tokic gegen Persson/Keen zu. Das TTC-Duo kam besser in die Partie, konnte eine schnelle 2:0-Führung erwirken, gab jedoch den dritten Satz ab. Im vierten Satz waren die beiden dann nicht mehr zu bremsen. Durch druckvolles Angriffspiel holten sie sich den Punkt und glichen aus.

Am vorderen Paarkreuz blieb es weiter spannend. Im Gegensatz zur Vorrunde, als Karakasevic noch an der Spitzenposition gesetzt war, trat hier der Schwede Jörgen Persson gegen Bastian Steger an. Der 40-Jährige begann forsch, Steger wurde in die Abwehr gedrängt, konnte sein Spiel nicht aufziehen, verlor Satz eins. Dann kam die Zeit des 24-Jährigen. "Basti" schaltete auf Angriff, brachte den Schweden in arge Bedrängnis und sich auf die Siegerstraße. Der vierte Satz geriet dann zum Fight mit Prädikat "besonders sehenswert". Persson kämpfte, hatte sogar Satzball, doch der engagierte Steger blieb konzentriert und gewann knapp aber verdient mit 3:1.

In Topform präsentierte sich auch Bojan Tokic. Der Ungar Pazsy konnte lediglich den ersten Satz offen gestalten. Der Sieg des Slowenen geriet zu keiner Zeit in Gefahr und fiel erwartungsgemäß deutlich mit 3:0 aus.

Für die Überraschung des Abends sorgte Patrick Baum gegen Aleksandar Karakasevic. Zunächst schien es so, als wollte der Serbe kurzen Prozess machen, ging auch mit 2:0 in Führung. Vielleicht war er sich seines Sieges auch schon zu sicher, doch seine Rechnung ging nicht auf. Baum gewann aufgrund seiner beständigen Spielweise und erntete dafür stehende Ovationen der 300 Zuschauer. Er selbst blieb gelassen: "Ich habe mein allererstes Bundesliga-Spiel gegen Karakasevic bestritten und auch damals habe ich gewonnen."

Auch nach der Pause blieb das Niveau hoch. An beiden Platten ließen die TTC-Akteure Ma und Steger absoluten Siegeswillen erkennen und trafen auf Gegner, die sich noch nicht aufgegeben hatten. Einmal mehr war es der überragende Ma Wenge, der den Schweden Persson in drei knappen Sätzen niederkämpfte und dafür sorgte, dass Stegers Partie gegen Keen nicht mehr in die Wertung kam. Verdient hätte sie es gehabt, denn auch hier gab es allerschönstes Tischtennis zu bestaunen. "Wir haben so weitergemacht, wie wir gegen Ochsenhausen die Halle verlassen haben", freute sich Manager Christoph Reuhl. Dass es international noch nicht ganz so rund läuft, ist für ihn normal: "Wir stecken mitten in einem Entwicklungsprozess. Einige Spieler sind noch nicht ganz ausgereift, deshalb sind wir als Dreier-Mannschaft noch nicht so stark." Dass sich das schon bald ändert, da ist er sich ganz sicher: "Die Entwicklung geht nach oben, wir sind auf einem guten Weg."

TTC Frickenhausen SV Plüderhausen 6:1Steger/Tokic Persson/Keen 3:1 (11:5, 11:9, 8:11, 11:7 ), Ma/Baum Karakasevic/Bai 0:3 (3:11, 5:11, 8:11 ), Ma Keen 3:1 (7:11, 11:7, 13:11, 11:8), Steger Persson 3:1 (9:11, 11:4, 11:4, 14:12 ), Tokic Pazsy 3:0 (11:9, 11:6,11:4), Baum Karakasevic 3:2 (7:11, 9:11, 11:7, 11:8, 11:9), Ma Persson 3:0 (12:10, 12:10, 11:7).