Lokalsport

INTERVIEW

VfL-Kapitän Michael Hohl zum Abstieg des Tischtennis-Teams

Nach den Niederlagen vom vergangenen Wochenende ist der Abstieg der VfL-Tischtenniscracks aus der Verbandsliga besiegelt. Mannschaftskapitän Michael Hohl (28), der seit 2000 für die Teckstädter an den Platten aktiv ist, begibt sich vier Spieltage vor Saisonende auf Ursachenforschung.

Anzeige

Peter Eidemüller

Herr Hohl, sind Sie überrascht, dass die Mannschaft die gesamte Saison über nicht aus dem Tabellenkeller kam?

MICHAEL HOHL: Dass wir gegen den Abstieg kämpfen würden, war von Anfang an klar. Dennoch haben wir uns mehr ausgerechnet, vor allem in der Vorrunde. Nach Problemen mit den Doppeln hatten wir in der Winterpause auch umgestellt, seitdem sind die Ergebnisse knapper gewesen.

Trotzdem gab es in 16 Spielen nur zwei Siege und kein einziges Remis. Woran lag es, dass der VfL so oft als Verlierer von den Platten gehen musste?

HOHL: Uns hat in dieser Saison ganz klar ein echter Spitzenspieler an der Einser-Position gefehlt. Wir hatten erst Ende August erfahren, dass wir aufgrund von Rückzügen anderer Mannschaften doch noch in die Verbandsliga aufsteigen. Da war die Wechselfrist aber schon verstrichen und wir konnten personell nicht mehr nachrüsten. So hatten wir für die Doppel wenig Variationsmöglichkeiten und lagen zur Halbzeit oft schon aussichtslos zurück.

War die Mannschaft demnach zu schwach für die Verbandsliga oder waren die Gegner zu stark?

HOHL: Eigentlich ist die Verbandsliga diese Saison relativ ausgeglichen. Wenn man mal von Spitzenreiter Gnadental absieht, kann jeder jeden schlagen. Trotzdem muss ich leider zugeben, dass wir insgesamt zu schwach waren.

Umso frustrierender muss es doch deshalb sein, wenn man trotzdem hinten drin steht.

HOHL: Klar ist das ärgerlich und motivationsraubend, wenn Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel, gegen die man selber verloren hat, auf einmal gegen Top-Teams gewinnen. Da gab es teilweise wirklich kuriose Ergebnisse.

Ist die Leistungskluft zwischen Verbandsliga und Verbandsklasse denn tatsächlich so groß?

HOHL: Was das vordere Paarkreuz angeht auf jeden Fall. Viele Clubs warten da mit ausländischen Spitzenspielern auf, da hast du keine Chance. Im mittleren und hinteren Paarkreuz ist das Niveau eher gleich.

Das müsste ja im Umkehrschluss heißen, dass einige Spieler unter Form agiert haben . . .

HOHL: Andreas Rohr hat die Erwartungen sicherlich nicht erfüllen können und auch Alexander Bihr spielte eher durchwachsen. Beide hatten allerdings auch mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen. Andi war nach einem Skiunfall lange am Arm verletzt, Alex war in den ersten sechs Saisonspielen durch eine Oberschenkelverletzung gehandicapt. Klaus Hummel und ich konnten berufsbedingt nicht immer voll mittrainieren und Tobias Braun war mehr oder weniger chancenlos, nachdem er ins vordere Paarkreuz gewechselt war. Lediglich Axel Schorradt ist eine Bank, seit er im hinteren Paarkreuz spielt.

Der VfL spielt seit Jahren in nahezu unveränderter Konstellation. Ist das im Kampf um Punkte eher ein Vorteil oder ein Nachteil?

HOHL: Eher ein Vorteil, würde ich sagen. Wo andere Mannschaften mit zusammengewürfelten Spielern sich in einer solchen Situation eher zerfleischen würden, halten wir zusammen, da wir auch privat sehr engen Kontakt haben und uns schon so lange kennen.

Klingt trotz der sportlichen Talfahrt nach einer harmonischen Truppe.

HOHL: Ja, so wie es momentan aussieht, bleibt die Mannschaft in der Form auch in der Verbandsklasse zusammen. Außerdem hoffen wir auf die Rückkehr von Michael Kleefeldt, der beruflich derzeit noch in Brasilien ist. Der einzige Unterschied wird allerdings sein, dass wir uns einen richtigen Trainer zulegen werden, um direkt wieder um den Aufstieg mitspielen zu können.

Ist das ein realistisches Vorhaben?

HOHL: Ich denke schon. Wenn man bedenkt, dass eine Mannschaft wie Musberg mit dem identischen Kader wie in der vergangenen Saison, als wir noch gegen sie gespielt haben, aufsteigen wird. Warum sollte uns das nicht auch gelingen?

Wie schwer wiegt denn der Abstieg des VfL-Flaggschiffs im Hinblick auf den personellen Unterbau?

HOHL: Im Aktivenbereich sind wir mit fünf Mannschaften sehr gut aufgestellt. Im Nachwuchsbereich sieht‘s da schon eher schlechter aus, obwohl wir eigentlich genügend Jugendtrainer haben.