Lokalsport

INTERVIEW

Für Ignjatovic heißt das Ziel auch weiterhin Klassenerhalt

Es gibt wenig, was die Weihnachtslaune bei Kirchheims Basketballern derzeit trüben könnte. Vier Wochen vor dem Rückrundenstart in der Pro A liegen die Knights mit sechs Siegen gut im Rennen. Coach Frenkie Ignjatovic erklärt, warum dies kein beruhigendes Polster ist.

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Bernd Köble

Hätte ich Ihnen im Sommer prophezeit, dass die Knights kurz vor Weihnachten in der Tabelle punktgleich mit Platz vier im vorderen Mittelfeld rangieren, hätten Sie mich womöglich für verrückt erklärt?

IGNJATOVIC: Ich habe immer gesagt, wir spielen gegen den Abstieg, und wir brauchen zwanzig Punkte, um auf der sicheren Seite zu sein. Dabei bleibe ich.

Nun sind es bereits zwölf und die Hälfte der Saison ist noch nicht um. Warum so zurückhaltend?

IGNJATOVIC: Weil die Pro A eine verrückte Liga ist. Es gibt keine Mannschaft, die bisher noch ohne Niederlage ist. Hier kann jeder jeden schlagen. Ich bin sicher, in der Tabelle wird sich bis Saisonende noch viel verändern.

Der Auftritt gegen Chemnitz muss Ihnen doch Mut machen.

IGNJATOVIC: Ich habe mich darüber gefreut, weil die Mannschaft das umgesetzt hat, was wir nach dem Spiel in Hagen besser machen wollten. Dort haben wir die erste Hälfte komplett verschlafen. Man hat am Samstag aber auch gesehen, dass du dir zu keinem Zeitpunkt sicher sein darfst. Wir sind zwanzig Punkte vorn, und im dritten Viertel ist das Spiel plötzlich wieder offen.

Was sind die Gründe, dass es plötzlich besser läuft, als noch zu Saisonbeginn?

IGNJATOVIC: Die Mannschaft findet langsam zusammen, hat sich an das höhere Level in der Pro A gewöhnt. Man sollte auch nicht vergessen, dass wir bis zum Samstag, als Andi Hornig wieder auf dem Feld stand, kein einziges Spiel komplett waren. Wir sind nach drei Niederlagen ohne echten Center nicht nervös geworden, sondern hatten Geduld, bis die Leute, denen wir vertrauen, wieder zurück waren. Darauf bin ich besonders stolz.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist sicherlich Adam Baumann, der derzeit in überragender Form spielt. Hat Sie dies überrascht?

IGNJATOVIC: Ja und nein. Adam war mein Wunschspieler, ich wusste, was er kann. Trotzdem hat er zuletzt in Hagen nicht die überragende Rolle gespielt. Du kannst vorher nie sagen, ob ein Spieler einschlägt. Das hängt von vielen Faktoren ab. Man sollte seine Leistung aber nicht isoliert betrachten. Seine 37 Punkte gegen Chemnitz hat er zu einem großen Teil auch Cliff Crawford zu verdanken. Er ist mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Wenn Cliff seine Leistung bringt, profitiert auch Adam davon, und wenn beide auf diesem Level spielen wie am Samstag, sind wir für jedes Team in der Liga ein unangenehmer Gegner.

Wenn Sie zu Weihnachten einen Wunsch frei hätten?

IGNJATOVIC: Vielleicht bessere Trainingsbedingungen im neuen Jahr. Im Abschlusstraining am Freitag vor dem Spiel haben wir die Sporthalle jede Woche nur eine Stunde lang, dann kommt die Putzkolonne. Dienstags haben wir die Halle zu zwei Dritteln und montags überhaupt nicht. Das sind keine Arbeitsbedingungen, die dieser Spielklasse angemessen sind. Wenn ich mich mit meinen Trainerkollegen unterhalte, glaubt mir das keiner.