Lokalsport

Jähes Aus: Henzler "abgeschossen"

Jähes Rennaus für Wolf Henzler bei der SCCA Speed World Challenge: Der Porsche-Fahrer aus Nürtingen wurde von einem bereits überrundeten Kontrahenten sechs Runden vor Schluss förmlich abgeschossen. So war der Weg frei für einen Dreifachsieg der Cadillacs.

EBERHARD STRÄHLE

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ROAD ATLANTA Im US-Staat Georgia fuhr der Automobilsportler und Porscherennfahrer Wolf Henzler vom Motorsportclub Kirchheim/Teck den dritten Lauf zur diesjährigen SCCA Speed World Challenge. Hindernisse und Unwägbarkeiten im Farnbacher-Team trafen den Nürtinger bereits im ersten Training zum Grand Prix of Atlanta.

Das Zeittraining auf der 2,54 Meilen langen Rennstrecke Road Atlanta bescherte Henzler mit einem Motorschaden an seinem Farnbacher-911 GT3 den ersten Dämpfer. Das Pech setzte sich mit einem neuen Aggregat fort. "Der Motor lief nie ganz richtig und hatte keine Leistung", sagte der 30-jährige MCKT-Fahrer. Nach einem erneuten Generalcheck lief der Motor wie ein Uhrwerk und Henzler konnte im Qualifying seinen Porsche auf den vierten Startplatz stellen. Die Poleposition holte sich Max Angelelli (Cadillac) vor Robin Lidell (Porsche 911 GT3) und Max Papis (Cadillac).

Henzler möchte weiterhin auf die Rennserie in den Vereinigten Staaten von Amerika setzen. Die ursprünglich geplante Teilnahme am nationalen Porsche Carrera Cup zerschlug sich nicht nur wegen drei Terminüberschneidungen, sondern auch wegen plötzlich abgesprungener Sponsoren. Henzler sagte die Teilnahme am nationalen Carrera Cup also ab fraglich, ob ihm seine Fans in der Heimat bei einem Rennen noch einmal zujubeln können.

Beim Rennstart über 29 Runden gab Henzler richtig Gas, überholte Max Papis und Robin Lidell. An zweiter Stelle liegend, ging es wieder zurück auf die lange Start- und Zielgerade, als Lidell wieder am Schwaben vorbeizog. Angelelli, Lidell, Henzler, Papis so lautete das Zwischenklassement. Danach gab es einen Restart: Ein Crash im Mittelfeld hatte das Safety Car bis einschließlich zur siebenten Runde auf den Plan gerufen. Nach dem Restart nutzte Max Papis die höhere Endgeschwindigkeit seines Cadillac aus, zog an Henzler vorbei. Doch Papis kämpfte immer wieder mit seinem jetzt untersteuernden Cadillac und musste Henzler nach einem sehenswerten Überholmanöver erneut den dritten Platz überlassen. Henzler hatte eine echte "Überhol-Show" geliefert hinterher gewann er dafür einen Sonderpokal ("coolest move of the race").

Sechs Runden vor Schluss Henzler war Zweiter im Klassement lief der 911 mit der Startnummer 55 auf eine Gruppe auf, die zur Überrundung anstand. Der Erste gab bereitwillig die Fahrbahn frei, der nächste Pilot verweigerte dem Nürtinger die Vorbeifahrt. Mit Folgen. Henzler: "Der Fahrer zog plötzlich nach rechts rüber und donnerte mir in den linken Kotflügel." Dort sitzt beim 911 der Wasserkühler, der unter dieser Feindberührung heftigst litt das Aus für Henzler. "Ich musste aufgeben."

In der Schlussrunde beförderte Max Papis noch Robin Lidell von der Piste und büßte hierfür zehn Wertungspunkte ein, wobei ihm auch noch eine Geldstrafe über 5000 US-Dollar aufgebürdet wurde.

Vom 20. bis 22. Mai trifft Wolf Henzler erneut auf die Meute der amerikanischen GT-Fahrer. In Lexington/Ohio findet das Mid-Ohio Sports Car Course statt.

Endstand: 1. Max Papis Cadillac CTS-V, 2. Andy Pilgrim, Cadillac CTS-V, 3. Max Angelelli, Cadillac CTS-V, 4. Tommy Archer, Dodge Viper, 5. Leighton Reese, Corvette C6, 6. James Sofronas Porsche 911 Cup.Gesamtwertung: 1. Tommy Archer 88 Punkte, 2. Andy Pilgrim 78, 3. Robin Lidell, 66, 4. Phil Mc Clure 58, 5. Max Papis 57, 6. Wolf Henzler 51.