Lokalsport

James Hayden darf endlich ran

Die Startphase ist vorbei, nun wird es richtig ernst für die Regionalliga-Basketballer des VfL: Mit dem Gastspiel des SSC Karlsruhe steigt morgen Abend das erste Spitzenspiel in der Sporthalle Stadtmitte (19.30 Uhr).

KIRCHHEIM Die Liga horchte auf: Lediglich mit 78:80 verlor der SSC Karlsruhe seine Saisonpremiere gegen den hohen Titelfavoriten KGJ Schwenningen. Erst ein Wahnsinns-Dreier des KGJ-Superstars Sean Hampton eine Sekunde vor Schluss, entschied diese Partie vor zwei Wochen zu Gunsten der Schwarzwälder ein Ausrufungszeichen der neu formierten Karlsruher, wenn auch ohne Happy End.

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Dass der SSC zu den Spitzenmannschaften zählt, bewies das Team eine Woche später mit dem klaren 91:65-Auswärtssieg in Heidelberg-Kirchheim. Die Badener wirkten dabei weit souveräner als der VfL Kirchheim eine Woche zuvor beim mühsamen und am Ende auch glücklichen 79:77-Erfolg.

Doch Vergangenheit ist Vergangenheit, vor allem für den VfL. Denn für den beginnt die Saison mit dem ersten Spiel in der Sporthalle Stadtmitte erst so richtig. Vor allem natürlich für James Hayden, der endlich seine drei Spiele Sperre aus dem letzten Aufstiegsrundenspiel gegen den MTV Kronberg abgesessen hat. Zur Erinnerung: Hayden war Zeuge, wie der Kronberger Krämer dem Kirchheimer Walddörfer nach einer Rangelei am Boden einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, packte Krämer daraufhin und schleuderte ihn weg. Seine "Tätlichkeit" wurde geahndet, die Krämers nicht. Jetzt brennt der Kirchheimer Publikumsliebling natürlich auf seinen Einsatz. Die einzige Sorge von Coach Theo Leftakis ist, dass er übermotiviert in die Partie geht.

Mit Hayden besitzt der VfL auf jeden Fall nun einen Backcourt, der in der Liga seinesgleichen sucht: Ross Jorgusen, Kai-Uwe Kranz, Hayden, dazu als weiterer Schütze von einer großen Position Nenad Lukic der SSC muss sich warm anziehen. Coach Drazan Salavarda ist sich deshalb trotz der bisher überzeugenden Auftritte seines Teams bewusst: "Kirchheim ist leichter Favorit." Und fügt hinzu: "Dieses Jahr ist für uns eher eine Zwischenstation. Ich denke nicht, dass sich unsere Ansprüche mit denen der letzten Jahre vergleichen lassen." Dreimal Aufstiegsrunde, einmal Dritter daran will sich Salavarda in dieser Saison nicht messen lassen. Denn nach den Abgängen von Spielmacher Lars Moysich (Rastatt) und den Centern David Bouwmeester (VfL) und Florian Tüttenberg sowie der schweren Schulterverletzung des Ex-Ludwigsburgers Stefan Bäuerlein, muss der Coach auf eine extrem junge Truppe bauen, bei der sieben Spieler jünger als 22 Jahre sind. Routinier Georg "Duro" Vengert (32), der vom Erstligisten Iceline Karlsruhe kam, trainiert zudem nur ein Mal in der Woche mit dem Team, weil er als neuer Manager des Bundesligisten völlig ausgelastet ist.

Führen sollen das Team deshalb Torsten Kustos, einer der gefährlichsten Dreierschützen der Liga, und Arnold Tchiegne, einer der Athletischsten und Offensivstärksten in Korbnähe, der allerdings leichte Schwächen an der Freiwurflinie hat (bisher 6:12). Beide erzielten zusammen bisher 40 Punkte pro Spiel für ihr Team.

Der VfL hingegen muss seine Premiere in der Sporthalle Stadtmitte ohne Wilu Lenger bestreiten. Sein zweifacher Bänderriss aus dem Heidelbergspiel ist längst nicht ausgeheilt. Man weiß vom "Kirchheimer Kampfschwein" zwar, dass er Schmerzen ignorieren kann, doch ein bis zwei Wochen wird Lenger sicher noch ausfallen. Dennoch hat sich der Tabellendritte nach zwei Erfolgen hintereinander vorgenommen, die kleine Siegesserie auszubauen. Coach Leftakis: "Das wird ein Schlüsselspiel. Jetzt müssen wir zeigen, was wir können. Natürlich wollen wir uns oben festsetzen." Das würde auch die Fans freuen, die sehnlichst auf das "Comeback" an gewohnter Stätte gewartet haben. Ende Mai fand dort das letzte Basketball-Pflichtspiel statt. Man darf gespannt sein, ob die Euphorie so lange überlebt hat.

mad