Lokalsport

Jesingen hilft nur ein doppelter Kraftakt

Spannende Abstiegs- und Aufstiegsfrage

Spannender hätte die Ausgangslage in der Fußball-Bezirksliga zwei Spieltage vor Saisonschluss kaum sein können. Mit dem TSV Weilheim und dem TSV Deizisau kämpfen noch zwei Mannschaften um den Direktaufstieg in die Landesliga, und im Abstiegskampf steckt auch viel Brisanz. Mittendrin: TSV Jesingen.

KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Obwohl der TSV Weilheim zwei Punkte weniger und das um fünf Tore schlechtere Torverhältnis gegenüber Deizisau besitzt, hat er noch Chancen auf den direkten Landesliga-Aufstieg. Denn der Spitzenreiter steht am Sonntag im Heimspiel gegen den frischgebackenen Bezirkspokalsieger FV 09 Nürtingen vor einer schweren Aufgabe, am letzten Spieltag müssen die Deizis­auer nach Jesingen.

Doch Vorsicht, TSV Weilheim: Mit dem SC Geislingen kommt das drittbeste Rückrundenteam unter die Limburg. Umgekehrt ist der TSVW mit nur einer Niederlage (0:1 gegen Deizisau) und einem Unentschieden (1:1 gegen Neuhausen) die beste Heimmannschaft der Bezirksliga. Ein Nimbus, an dem sich tunlichst nichts ändern soll: Die TSVW-Mannschaft brennt darauf, dem Aufstiegstriumph 2009 demnächst einen weiteren folgen zu lassen.

In der Abstiegszone besitzt der FTSV Kuchen mit 32 Punkten die besten Karten. Der TSV Jesingen (29) hingegen kann nur noch mit Schützenhilfe anderer Vereine den direkten Verbleib in der Bezirksliga erreichen. Dazu benötigt er zwei Siege beim TV Unterboihingen und gegen Deizisau – schwer realisierbar. In der Not blicken die TSVJ-Verantwortlichen in Richtung Landesliga. Sollte dem GSV Dürnau noch der direkte Klassenerhalt gelingen (was bei drei Punkten Rückstand und dem eindeutig schlechteren Torverhältnis eher unwahrscheinlich ist) würde es in der Bezirksliga nur zwei Direktabsteiger geben. Umgekehrt droht Jesingen, falls es nicht die sechs Punkte gibt, sogar der direkte Abstieg ohne Relegation, denn Kellerrivale TSV Grötzingen hat nur einen Zähler weniger und das um 12 Tore Differenz bessere Torverhältnis. Allerdings ist die Abstiegssituation derzeit reichlich unklar: Auch die Landesliga-Relegation spielt noch eine Rolle.

Angesichts der schwierigen Situation redet Jesingens Spielertrainer Marc Kaisner nichts schön: „Wir sind an der Situation selber Schuld.“ Dennoch hofft er, dass sein Team am Ende mit einem blauen Auge davon-kommt. Für Kaisner, der aus Solidaritätsgründen auch im Falle eines Abstieges in Jesingen Trainer bleibt („das bin ich dem TSV Jesingen schuldig“), zählt im Gastspiel beim TV Unterboihingen nur ein Sieg. Wenn dies gelingt, der TSV Grötzingen sein Heimspiel gegen den Tabellendritten TSV Köngen verliert und zudem der TSuGV Großbettlingen im Abstiegsduell gegen den FTSV Kuchen nicht siegt, hätte die Elf von den Lehen­äckern zumindest den Relegationsplatz sicher.

In der Schlussphase einer Saison ist sowohl im Aufstiegs- sowie im Abstiegskampf vieles Kopfsache, dies weiß auch der Jesinger Übungsleiter. „Ich hoffe, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen.“ In den restlichen Spielen VfB Oberesslingen/Zell gegen den TSV Grafenberg und TSV Neckartailfingen gegen den FV Neuhausen geht es nur noch um eine bessere Tabellenplatzierung. Dagegen ist die SGEH im Heimspiel gegen den VfB Reichenbach nochmals gefordert, einen Dreier einzufahren.

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