Lokalsport

Jesinger im Jammertal

Herber Rückschlag für den TSV Jesingen im Bezirksliga-Abstiegskampf. Selbst 60 Minuten in Überzahl wurden nicht konsequent genutzt. Aufgrund vieler Fehler war der 4:2 (3.1)-Sieg des VfB Oberesslingen/Zell am Ende nicht unverdient.

Kirchheim. Aufgeben will man beim TSV Jesingen noch lange nicht. Auch nach der bitteren Heimniederlage am gestrigen Nachmittag lebt das Prinzip Hoffnung in den Lehenäckern. Motto: Solange rein rechnerisch der Klassenerhalt möglich ist, wird weiter gekämpft. Dies wird jedoch alles andere als einfach: Mit dem TV Unterboihingen und am letzten Spieltag mit dem TSV Deizisau warten zwei ganz dicke Brocken auf das Kaisner-Team.

Im eminent wichtigen Spiel gegen den VfB leisteten sich die Jesinger vor allem in der ersten Halbzeit zu viele Fehler, es war eine Nervosität im Spiel zu erkennen. Diese legte sich auch nach dem frühen Führungstreffer von Ercan Güllü nach Vorarbeit von Ingo Schäfer nicht. Die Gäste verstanden es immer wieder, mit schnellem Direktspiel den TSVJ zu Fehlern zu zwingen. Einen Stellungsfehler in der Hintermannschaft nutzte Kuci zum 1:1 (18.). Die Gäste gaben eindeutig den Ton an. Prik schoss aus der Distanz übers TSV-Tor (26.). Nach einem Freistoß köpfte Leovac unbedrängt zur Gäste-Führung ins Netz (30.). Beim Jubeln leistete sich der Torschütze eine Unsportlichkeit (siehe Artikel rechts unten) und sah die Rote Karte.

Jesingen fand in der Folgezeit wieder etwas besser ins Spiel. Einen Schuss von Heiko Blocher fischte Lamberti aus dem Winkel (36.). Kurz vor dem Wechsel hatte dann Torhüter Alexander Feeß einen Blackout, als er Özkara den Ball praktisch in die Füße spielte und der sich mit dem 1:3 bedankte (41.). Schon mit Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Gastgeber volles Risiko und stellten im Defensivbereich auf eine Dreierkette um. Das Jesinger Spiel wurde dadurch druckvoller, aber weniger effektiv. Zehn VfB-Kicker machten das einzig Richtige, zogen sich zurück und lauerten auf Konterchancen. Somit war wenig Platz im Gästestrafraum, und Jesingen konnte sich nur selten durchsetzen. Gabriel Andrijevics Kopfball nach einem Freistoß flog am Tor vorbei.

Kuci nutzte eine Konterchance zum 1:4 (66.). Damit war das Spiel entschieden. Das 2:4 von Max Pradler in der Nachspielzeit? Nur noch Ergebniskosmetik. Den Fußballern des TSV Jesingen bleiben nun zwei Wochen, um die Köpfe freizubekommen und alle Kräfte zu bündeln. uw

TSV Jesingen: Feeß – M. Augustin (46. Lingner), Schäfer, Schröder, Blocher (46. Kaisner), – D. Augustin, Stümpflen, Güllü, Schweiger – Pradler, Andrijevic.

VfB Oberesslingen/Zell: T. Lamberti – Pirk, Bohusch, Stutznäcker, Kerschl – Kulak, D.Lamberti (18. Gilazgi), Kuci, Leovac – Yilmaz, Özkara (65. Eberhard)

Tore: 1:0 Güllü (8.), 1:1 Kuci (18.), 1:2 Leovac (30.), 1:3 Özkara (41.), 1:4 Kuci (66.), 2:4 Pradler (90.).

Gelbe Karten: Blocher, Schäfer, D. Augustin, Pradler – Kuci, Kulac, Prik, Yilmaz.

Rote Karte: Leovac (30., Unsportlichkeit).

Schiedsrichter: Isa Keles (Heubach).

Zuschauer: 70.

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